Eine Öl-Heizanlage energiesparend betreiben

Eine Öl-Heizanlage verbrennt fossile Rohstoffe. Während die Verknappung der endlichen Brennstoffe zu steigenden Heizkosten führt, schaden hohe Emissionen der Umwelt. Viele Hausbesitzer fragen daher, ob sich ihre alte Ölheizung auch energiesparend betreiben lässt. Wie das mit Brennwerttechnik und Solarthermie möglich ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Funktion und Aufbau einer Öl-Heizanlage

Eine Ölheizung besteht aus Kessel, Tank und Regelung. Während der Kessel Heizöl aus fossilen und regenerativen Quellen verbrennt, hält der Tank die Brennstoffe in ausreichender Menge vor. Die Regelung überwacht die Wärmeanforderung im Haus und beeinflusst die Leistung des Kessels.

Eine moderne Öl-Heizanlage verbraucht weniger Energie und entlastet die Umwelt
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Alte Technik verbraucht mehr Energie als nötig

Studien belegen immer wieder, dass viele Gas- oder Ölheizanlagen heute bereits älter als 20 Jahre sind. Sie entsprechen damit längst nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und verbrauchen oft mehr Energie als nötig. Nachteilig ist das aber nicht nur für das eigene Portemonnaie, sondern auch für die Umwelt. Denn diese leidet unter überhöhten Brennstoffverbräuchen und den entsprechend hohen Emissionen.

Heizungssanierung schafft Abhilfe

Abhilfe schafft dabei eine Heizungssanierung. Dabei tauschen Experten alte Öl-Heizanlagen aus oder optimieren die Verteilung im Haus. Die neuen Geräte verbrauchen dann weniger Energie und arbeiten meist auch komfortabler.

Maßnahmen zur Optimierung der Öl-Heizanlage

Die Maßnahmen zur Sanierung reichen vom Heizungstausch über die Kombination mit einer Solaranlage bis hin zur Optimierung des bestehenden Heizsystems. Infrage kommen hier vor allem ein hydraulischer Abgleich und ein Austausch der Heizungspumpe.

Brennwerttechnik nutzen und Energie sparen

Vor allem Besitzer sehr alter Öl-Heizanlagen profitieren von moderner Brennwerttechnik. Denn diese überträgt auch verborgene Wärme aus dem Abgas auf das Heizungswasser. Der Brenner hat dann weniger zu tun und verbraucht weniger Energie. Im Gegensatz zu alten Anlagen lassen sich auf diese Weise fast 100 Prozent der Energie im Heizöl für das Haus nutzen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Sanierungen oft auch mit Arbeiten am Schornstein einhergehen. Denn dieser muss aufgrund der niedrigen Abgastemperaturen feuchteunempfindlich sein. Darüber hinaus sollte das Haus auch mit einer Vorlauftemperatur der Heizung von maximal 60 Gerad Celsius ausreichend warm werden. Nur so ist der Rücklauf kühl genug, um die verborgene Wärme aus dem Abgas nutzen zu können.

Öl-Heizanlage mit Solarthermie kombinieren

Geht es darum, den Energieverbrauch zu senken und die schädlichen Umweltauswirkungen zu mindern, können Hausbesitzer die Ölheizung auch mit Solarthermie kombinieren. Unter günstigen Voraussetzungen erwärmt diese das Trinkwasser weite Strecken des Jahres allein. Die Öl-Heizanlage bleibt dann aus und spart KWer die Energiekosten einer Öl-Heizanlage senken will, hat diverse Möglichkeiten. Lesen Sie, welche das sind und was sie kosten.osten. Eine Alternative zur Warmwasser-Solaranlage ist die solare Heizungsunterstützung. Dabei liefert die Solarthermie auch Energie für die Raumwärme und sorgt so für weiter sinkende Verbräuche.

Wichtig zu wissen ist, dass sowohl Solaranlagen für Warmwasser als auch Anlagen für die Heizung mit einem Wärmespeicher ausgestattet sind. Dieser nimmt die kostenfreie Energie der Sonne auf und hält sie bis zum Bedarf im Haus vor. Voraussetzung für die Installation der Technik ist hier ein ausreichendes Platzangebot im Haus.

Heizung abgleichen und Pumpe austauschen

Neben den kostenintensiven Lösungen verhelfen auch einfache Maßnahmen zu einem optimierten Betrieb von Ölheizanlagen. Möglich ist dabei zum Beispiel ein hydraulischer Abgleich oder der Austausch der Heizungspumpe. Bei einem Abgleich der Öl-Heizanlage stellt ein Installateur jede Heizfläche im Haus auf die optimale Heizwassermenge ein. Folglich verteilt sich die Wärme gleichmäßig und alle Räume werden wohlig warm. Gleichzeitig senkt die Maßnahme auch die Stromkosten der Heizungspumpe und die Energiekosten der Heizung.

Günstig ist es im gleichen Zuge auch, wenn Hausbesitzer die Heizungspumpe austauschen lassen. Denn neue Geräte passen ihre Leistung automatisch an den Bedarf im Haus an und verbrauchen deutlich weniger Strom als alte.

Kosten und Fördermittel für die Maßnahmen

Die Kosten zur Optimierung einer Öl-Heizanlage können sehr unterschiedlich ausfallen. Während ein neuer Brennwertkessel samt Zubehör und Montage mit etwa 6.000 bis 8.000 Euro zu Buche schlägt, gibt es Warmwassersolaranlagen für 4.000 bis 5.000 Euro. Für eine neue Heizungspumpe müssen Verbraucher hingegen mit etwa 300 bis 400 Euro rechnen. Der hydraulische Abgleich verursacht Kosten von 400 bis 600 Euro, bezogen auf ein typisches Einfamilienhaus. Eine zuverlässige Auskunft liefert hier das Angebot von einem Installateur.

Fördermittel für eine Brennwert-Öl-Heizanlage

Entscheiden sich Hausbesitzer für eine neue Ölheizung, profitieren sie aktuell von hohen Fördermitteln. Diese gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Institut für Wärme- und Öltechnik e.V. (IWO). Die KfW stellt dabei zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse in Höhe von mindestens zehn Prozent der Kosten zur Verfügung. Diese gibt es über die Programme 152 und 430, wenn Hausbesitzer das Geld vor dem Beginn der Sanierung beantragen. Wichtig ist, dass die Öl-Heizanlage den Brennwert nutzt und ein Energieberater zurate gezogen wird.

Das IWO zahl mit der Aktion „Deutschland macht plus“ noch einmal 250 Euro bis zum 31.12.2017. Voraussetzung ist, dass Hausbesitzer die Heizung eines Kampagnenpartners einbauen und mindestens 1.500 Liter Heizöl bei einem gelisteten Anbieter kaufen.

Solaranlagenförderung senkt die Kosten

Auch Solaranlagen werden vom Staat gefördert. So profitieren Verbraucher von hohen Zuschüssen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier gibt es zum Beispiel 1.000 Euro für eine Warmwasser-Solaranlage mit Kesseltausch. Die wichtigsten Informationen haben wir im Beitrag „Förderung der Solarthermie“ zusammengestellt.

Zuschüsse zur Optimierung des Heizsystems

Wenn Hausbesitzer einen hydraulischen Abgleich durchführen oder die alte Pumpe tauschen lassen, übernimmt das BAFA 30 Prozent der anfallenden Kosten. Die Zuschüsse über das Programm „Heizungsoptimierung“ sind dabei auf 25.000 Euro pro Objekt begrenzt und werden auch ohne Austausch der Öl-Heizanlage gezahlt. Die Beantragung erfolgt einfach online, vor dem Beginn der Arbeiten.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Verbraucht eine alte Öl-Heizanlage zu viel Energie, schadet das dem eigenen Portemonnaie und der Umwelt. Mit neuen Brennwertgeräten, Solaranlagen oder der Heizungsoptimierung gibt es jedoch zahlreiche Maßnahmen, um die Effizienz der Ölheiztechnik zu verbessern. Während sich die Kosten nach dem Umfang der Sanierungsarbeiten richten, profitieren Hausbesitzer von hohen staatlichen Zuschüssen.

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