Die Heizölpreise Prognose: ein Blick in die Zukunft

Neben regionalen Unterschieden bestimmen auch internationale Faktoren den Heizölpreis. Um Kosten für den Betrieb einer Ölheizung zu sparen, heißt es deshalb, die Preise zu vergleichen. Besonders gut gelingt dies, wenn Sie sich die Heizölpreise in einer Prognose anschauen. Grundlage für die Tendenzen und Trends bildet dabei die bisherige Heizölpreisentwicklung. Worauf Sie achten sollten und vor allem welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen, erklärt der nachfolgende Beitrag.

Heizölpreise: Eine Prognose ist schwierig, warum?

Bekanntermaßen ist die Heizölpreisentwicklung äußerst schwer vorherzusehen. Sie unterliegt starken Schwankungen. Die Ursachen sind dafür vor allem in der Produktion von Heizöl, der globalen Politik sowie der wirtschaftlichen Entwicklung der Förder- und Abnehmerländer zu suchen.

Analysten beobachten diese Entwicklungen auf der politischen Bühne und die Folgen für die Finanzmärkte. Auf Grundlage ihrer Beobachtungen und Einschätzungen kommt es zu einer Heizölpreise-Tendenz oder -Prognose. Dabei sind drei grundlegende Richtungen der Preise zu unterscheiden:

  • steigend
  • fallend
  • konstant

Dabei treten einige Einflussgrößen erwartungsgemäß auf, wohingegen andere zu plötzlichen Schwankungen führen.

Öl-Trommeln - Heizölpreise Prognose
© panthermedia.net / alexeys

Wichtig für die Heizölpreise-Prognose: Angebot und Nachfrage 

Die maßgeblichen Eckdaten, um eine mögliche Tendenz für die Heizölpreise festzustellen, sind Angebot und Nachfrage. Das Angebot beschreibt dabei die auf dem Markt zur Verfügung stehende Menge an Heizöl. Die entsprechende Nachfrage kommt sowohl über Privathaushalte als auch Unternehmen zustande. Beide Faktoren stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Das heißt, reduzieren sich die Fördermengen von Rohöl, steigt der Preis für Rohöl. Das aber auch nur dann, wenn die Nachfrage gleichbleibend ist. Es kommt ebenfalls auch dann zur Preissteigerung, wenn die Nachfrage plötzlich steigt. Das passiert nicht selten, wenn es draußen wieder kälter wird und die Verbraucher an den Heizölvorrat denken.

An dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuweisen, dass in diesem Wechselspiel aus Angebot und Nachfrage auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Vor allem in den letzten Jahrzehnten stieg die Bedeutung der internationalen Finanzmärkte für die Heizölpreisentwicklung. Faktoren wie der Rohölpreis, Gasölpreis sowie der Wechselkurs von Euro und Dollar sind hier zu erwähnen. 

Weitere Preisfaktoren für eine Heizölpreise-Prognose

Die wirtschaftliche und geopolitische Situation in den Förder- und Produktionsländern ist ein grundlegender Faktor, der für die starken Schwankungen am Ölmarkt verantwortlich ist. Rohöl ist seit vielen Jahren ein politisches Druckmittel. Mit Produktionsreduzierungen oder künstlichen Verknappungen gehen die Förderstaaten gegen drohende Sanktionen vor. Das kann die Heizölpreise-Prognose dann schnell in die Höhe schießen lassen. Gleiches gilt im Übrigen, wenn es aufgrund von Naturkatastrophen oder anderen Ereignissen zu Ausfällen bei der Förderung kommt.

Im Übrigen steigt die Nachfrage nicht nur aufgrund von kühleren Temperaturen. Betrachtet man diesen Aspekt etwas globaler, wird deutlich, dass auch mit jedem Wirtschaftswachstum die Nachfrage steigt. Ist dies seitens der Analysten zu beobachten, muss die Heizölpreis-Prognose dementsprechend nach oben korrigiert werden. Natürlich muss die Prognose nicht nur bei steigenden Preisen angepasst werden. Aktuell, aber viel seltener kommt es vor, dass die Preise sinken. Wurde beispielsweise gerade eine neue, riesige Fundstelle zur Gewinnung von Heizöl gefunden und bearbeitet, kann das zu einem reduzierten Preis führen.

Weitere Einflussgrößen bei der Erstellung einer Heizölpreis-Prognose:

  • Rohölpreis
  • Gasölpreis (produktionstechnische Vorstufe von Heizöl und Diesel)
  • Wechselkurse
  • Steuern und Abgaben
  • Börsenspekulationen
  • börsenindizierte Trends

Einen erheblichen Teil machen aber vor allem Steuern in Deutschland aus. Besitzt dieses Heizöl einen hohen Schwefelgehalt, müssen sogar noch mehr Steuern gezahlt werden, als wenn sich der Anteil des Schwefels eher geringer bemisst. Die Mehrwertsteuer wird ebenfalls erhoben. Die Abgaben machen einen beachtlichen Teil des finalen Verbraucherpreises aus. 

Quelle: www.fastenergy.de

Woraus setzt sich der Heizölpreis zusammen

Der Heizölpreis setzt sich aus vier Komponenten zusammen, die alle wiederum von bestimmten Einflussgrößen abhängig sind: wie politische Entscheidungen beziehungsweise Beschlüsse oder wirtschaftliche Entwicklungen.

Der Preis setzt sich zusammen aus :

  • den Beschaffungskosten
  • dem Deckungsbeitrag
  • der Mineralölsteuer
  • der Mehrwertsteuer

Die Beschaffung macht dabei den Löwenanteil aus. Dieser Kostenfaktor beschreibt, wie viel die Händler selbst ausgeben müssen, um an das Heizöl zu kommen. Diese Kosten werden an den Endverbraucher weitergereicht. Der Deckungsbeitrag ist hingegen jener Anteil, der beim Händler ankommt und wie der Name schon vermuten lässt, gewisse Ausgaben decken muss. Dabei handelt es sich um:

  • Transport
  • Lagerung
  • Verwaltung
  • Vertrieb
  • Marge
  • Personal
  • Logistik

Dadurch dass die Händler so viele Positionen abdecken müssen, bleibt kaum Spielraum für große Unterschiede bei den Angeboten verschiedener Händler. Deshalb sollten Anlagenbesitzer vielmehr den richtigen Zeitpunkt erwischen, um die nächste Öl-Bestellung aufzugeben.

Kurz- und langfristige Heizölpreise-Prognosen

Eine Heizölpreise Prognose selber wird in der Regel einige Monate im Voraus ausgegeben. Meist beträgt der Zeitraum nicht mehr als maximal 12 Monate - wobei schon das eher selten ist. Grund sind die bereits eingangs erwähnten kaum vorhersehbaren Faktoren. Diese können sich gewissermaßen über Nacht verändern und enormen Einfluss auf die Heizölpreisentwicklung nehmen.

Damit sind langfristige Heizölpreis-Prognosen von unzähligen Faktoren abhängig. Das macht sie auch besonders unpräzise. Kurzfristige Tendenzen leiten Analysten meist aus der Entwicklung des Gasölpreises oder aus den Kursverhältnissen an der Börse ab. Grundsätzlich ist dabei aber festzuhalten, dass langfristig mit steigenden Preisen zu rechnen ist. Das bedingt vor allem die Endlichkeit dieses Energieträgers. Denn er ist kaum erneuerbar herstellbar. Damit spielen die vorher genannten Faktoren noch eine viel größere Rolle. Öl ist ein Machtfaktor, der immer öfter dazu benutzt wird, politischen Druck auszuüben. Das führt letztlich auch zu steigenden Preisen auf dem Heizölmarkt.

Tendenzen sind nur ein Mittelwert

Weiterhin ist die Heizölpreise-Prognose insgesamt immer eher als ein Mittelwert zu verstehen. Hier geht es nicht darum, einen exakten Preis zu beziffern. Zudem sind Preisspitzen oder -rutschen immer möglich. Vor allem der Sommer, idealerweise in der Ferienzeit, wird bezüglich des Heizöls mit vergleichsweise niedrigen Kosten verbunden. Das macht diese Jahreszeit besonders attraktiv für vorausschauende Besteller. Mehr dazu finden Sie im Beitrag zu Heizöl und Pellets im Sommer bestellen

Der Faktor Regionalität bei der Heizölpreisentwicklung

Regionale Unterschiede müssen ebenfalls von einer allgemeinen Heizölpreise-Prognose ausgenommen werden. Denn sie lassen sich nicht exakt bestimmen. Die Distanz zum Lieferant oder schlicht dessen regionale Nachfrage sind Variablen, welche bei einer übergeordneten Betrachtung nicht berücksichtigt werden können.

Die allgemeinen Tendenzen bleiben oft aber erhalten, vor allem in Deutschland. Selbst regionale Differenzen und deren Prognosen bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine für Heizölpreise passende Prognose aufzustellen, ist gar nicht so einfach. Denn viele Faktoren sind dabei zu berücksichtigen. Darunter fallen auch Umstände, auf welche die Konzerne oder kleinen Lieferanten wenig Einfluss haben, wie zum Beispiel politische Beziehungen oder angedrohte Sanktionen gegenüber Ländern mit Ölvorrat. Grundsätzlich gilt für den gemeinen Abnehmer von Heizöl, dieses rechtzeitig und bestenfalls azyklisch zu bestellen. So kann nicht nur Geld gespart werden, sondern die Möglichkeit von Lieferengpässen ist weitestgehend minimiert.

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