Den Abgasverlust der Ölheizung bestimmen

Der Abgasverlust der Ölheizung ist eine Kennzahl für die Effizienz einer Feuerstätte. Er zeigt an, wie viel der Verbrennungsenergie ungenutzt über den Schornstein verschwindet und ist somit auch ein Indikator für das Einsparpotenzial einer Heizung. Aber wie lässt sich der Abgasverlust der Ölheizung messen, welche Grenzwerte sind zulässig und was passiert, wenn diese überschritten sind?

Bedeutung vom Abgasverlust der Ölheizung

Ist ein Brenner in Betrieb, verheizt er zum Beispiel Erdgas oder Heizöl EL. Dabei entsteht Wärme, die für wohlige Temperaturen im gesamten Haus oder angenehm temperiertes Trinkwasser sorgt. Ist die Abgastemperatur sehr hoch, geht jedoch ein großer Teil der Verbrennungsenergie über den Schornstein verloren. Experten sprechen dabei vom Abgasverlust der Ölheizung. Ist dieser, meist in Prozent angegebene Wert, klein, arbeitet die Ölheizung effizient. Sie nutzt die eingesetzten Brennstoffe gut aus, schont den Geldbeutel und darüber hinaus auch die Umwelt.

Qualmender Schornstein zeigt den Abgasverlust der Ölheizung
© marko okjan | Fotolia

Grenzwerte für neue und alte Heizungen

Grenzwerte für den Abgasverlust der Ölheizung gibt in Deutschland die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV). Sie dient dem Schutz der Umwelt und gibt die Maximalwerte abhängig von der Nennwärmeleistung der Kessel vor. Bei Heizgeräten mit einer Leistung von:

  • 4 bis 25 kW ist dabei ein Wert von 11 Prozent zulässig
  • mehr als 25 bis 50 kW gilt ein Grenzwert von 10 Prozent
  • über 50 kW ist ein Wert von 9 Prozent zulässig

Während alte Standardkessel die Vorgaben nicht immer einhalten, arbeiten Niedertemperaturkessel oder Brennwertkessel deutlich effizienter. So liegt der Abgasverlust der Ölheizung bei diesen meist unter den vorgeschriebenen Werten.

Ausnahmen von gesetzlichen Vorgaben

Von den gesetzlichen Vorgaben ausgenommen sind Einzelfeuerungsanlagen mit einer Leistung von höchstens 11 kW. Gleiches gilt auch für Heizgeräte, die ausschließlich Trinkwasser erhitzen und eine Leistung von 28 kW oder weniger haben.

Messen vom Abgasverlust der Ölheizung

Experten ermitteln den Kennwert über die Beziehung verschiedener Faktoren. Neben der Abgastemperatur und der Temperatur der Verbrennungsluft müssen sie dabei auch die Sauerstoff- oder Kohlendioxidkonzentration im Abgas messen. Die Berechnung erfolgt dann über die sogenannte Siegert'sche Formel:

  • für CO2: qA = (ta - tL) * (A1 / CO2 + B) oder
  • für O2: qA = (ta - tL) * (A2 / 21 - O2 + B)

Die Konstanten A1, A2 und B stehen dabei für brennstoffabhängige Konstanten, die sich wie folgt ergeben:

Heizöl EL Propan, Flüssiggas Erdgas
A1 0,5 0,42 0,37
A2 0,68 0,63 0,66
B 0,007 0,008 0,009

ta: Abgastemperatur der Heizungsanlage

Die Abgastemperatur lässt sich am Übergang vom Kessel zum Schornstein messen. Während sie bei Gaskesseln rund 60 bis 140 °C betragen kann, liegt sie bei Ölheizgeräten oft bei 120 bis 180 °C. Moderne Brennwertgeräte entziehen dem Abgas zusätzlich Wärme und arbeiten in der Regel mit Temperaturen von 40 bis 50 °C.

Bei sehr hohen Temperaturen geht zu wenig der Verbrennungswärme auf das Heizsystem über und der Abgasverlust der Ölheizung ist hoch. Ein Grund dafür können zum Beispiel Rußablagerungen im Kessel sein. Sie verschlechtern die Qualität der Wärmeübertrager und sind Indiz dafür, dass Hausbesitzer die Ölheizung reinigen sollten.

tl: Temperatur der Verbrennungsluft

Die Zuluft oder Verbrennungsluft hat bei raumluftabhängigen Heizgeräten die Temperatur des Aufstellraumes. Denn aus diesem beziehen sie die nötigen Luftmassen. Arbeitet die Heizung raumluftunabhängig, bezieht sie die Luft in der Regel über ein sogenanntes Luft-Abgas-System von außen. Die Verbrennungslufttemperatur entspricht dabei der Temperatur der vorgewärmten Luft.

O2 oder CO2: Sauerstoff- oder Kohlendioxidgehalt

Genau wie die Abgastemperatur lassen sich auch der CO2- und der O2-Gehalt im Abgassystem messen. Die Heizung arbeitet dabei effizient, wenn der Kohlendioxidgehalt hoch und der Sauerstoffgehalt niedrig ist.

Lösungen für einen zu hohen Abgasverlust der Ölheizung

Stellt der Schornsteinfeger bei der jährlichen Überprüfung einen zu hohen Kennwert fest, beanstandet er die Heizungsanlage und fordert die Hausbesitzer zur Nachbesserung auf. Daraufhin erfolgt die Wartung durch einen Installateur. Dieser kann die Heizung reinigen, ihre Einstellwerte optimieren oder wesentliche Bauteile, wie den Brenner, austauschen. Innerhalb von sechs Wochen erfolgt dann eine Nachmessung durch den Schornsteinfeger, die in der Regel ohne Beanstandungen ausfallen sollte.

Ist der zulässige Abgasverlust der Ölheizung weiterhin überschritten, wird das Umweltschutzamt informiert.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der Abgasverlust der Ölheizung ist ein Kennzeichen für die Effizienz der Heizung. Ein kleiner Wert steht dabei für einen niedrigen Brennstoffbedarf, geringe Heizkosten und einen umweltschonenden Betrieb. Zur Kontrolle der Grenzwerte der 1. BImSchV müssen Schornsteinfeger die Abgastemperatur, die Zulufttemperatur und den CO2-/O2-Gehalt der Heizung messen. Sind die zulässigen Werte überschritten, kann das Reinigen der Ölheizung helfen.

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