Brennwertheizung mit Öl – Funktionsweise und Besonderheit

Erdöl ist ein fossiler Energieträger, dessen Ursprung auf Jahrmillionen vor unserer Zeit zurückgeht. Abgestorbene Kleinstlebewesen wie Plankton bildeten die Grundlage zur Entstehung des Öls. Darüber lagerten sich Gesteinsschichten ab. Hohe Druck- und Temperaturverhältnisse taten ihr Übriges. Doch die entstandenen Lagerstätten sind endlich. Umso wichtiger ist es, dass der Brennstoff effizient genutzt wird. Eine Möglichkeit, dies aktuell zu bewerkstelligen, ist die Brennwertheizung mit Öl.

Was zeichnet die Brennwertheizung für Öl aus?

Ein Großteil der Heizungen in Deutschland ist veraltet. Viele Haushalte nutzen fossile Energieträger. Das heißt, oft stehen in den Gebäuden noch alte Gas- oder Ölheizkessel, die nicht sehr effizient arbeiten. Das ist nicht nur kostenintensiv, sondern begünstigt auch den Klimawandel. Brennwertheizungen sind eine hervorragende Alternative, vor allem wenn Verbraucher nicht vollkommen auf erneuerbare Energien umsteigen können oder wollen. Die Brennwerttechnik ist aktuell der technische Stand der Dinge.

Bereits seit den 80er Jahren, als der erste Brennwertkessel entwickelt wurde, ist die Technologie auf dem Vormarsch. Seit 1996 besteht für Brennwertheizungen mit Öl auch eine DIN-Norm. Schließlich ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass laut § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV 2015) Heizkessel, die 30 Jahre und älter sind, ausgewechselt werden müssen. Es bestehen jedoch Ausnahmen. Ob Hauseigentümer den Heizkessel austauschen müssen, hängt davon ab, wie alt der Kessel genau ist und welche Leistung er aufweist.

Das Bild zeigt eine Lieferung für die Brennwertheizung mit Öl.
© Bill Ernest / Fotolia

Wie funktioniert eine Brennwertheizung mit Öl?

Grundlegend muss das Heizöl zunächst vom Tank in den Kessel transportiert werden. Dort ist die erste Station der Brenner, wo das Öl entzündet wird. Über Wärmetauscher wird das Heizwasser erwärmt und über das Rohrsystem in sämtliche Heizkörper geleitet. Die Funktionsweise trifft auf alle Heizkessel mit Öl zu. Die Besonderheit der Brennwertheizung mit Öl liegt in der Nutzung der latenten Wärme aus Abgasen.

Beim Verbrennungsprozess entsteht Wasserdampf. In alten Kesseln wurde überwiegend korrodierendes Material verbaut. Das heißt, der Wasserdampf musste in hohen Temperaturen abgeführt werden, damit es eben nicht zur Kondensation kommt. Hier funktioniert ein Brennwertkessel genau gegensätzlich. Er macht sich die Wärme des Wasserdampfs als Heizenergie zunutze. Die Rücklauftemperatur des Heizwassers muss dabei unter dem Taupunkt von 47° C liegen.

Öl – das Problem mit dem Schwefelgehalt

Die Kondensation in einer Brennwertheizung für Öl birgt das Problem, dass dieses Kondensat sehr sauer ist. Ursache ist der Schwefelgehalt des Heizöls. Umso höher er ist, desto saurer das Ergebnis. Dagegen hilft nur eine Neutralisationseinheit oder der Einsatz von schwefelarmem Heizöl, welches mittlerweile flächendeckend in Deutschland erhältlich ist. Letzteres hat den Vorteil, dass das Kondensat direkt in die Abwasserleitung geführt werden kann.

Wirkungsgrad einer Brennwertheizung mit Öl

Grundsätzlich ist im Hinblick auf ökologische und ökonomische Aspekte der Wirkungsgrad einer Heizungsanlage entscheidend. Dieser beschreibt das Maß für die Güte der Energieumwandlung. Genauer gesagt drückt der Wert das Verhältnis zwischen aufgewendeter Leistung und nutzbar gemachter Energie aus. Was bedeutet das nun für unsere Heizung? Der Wert beantwortet die Frage, wie viel Brennstoff eingesetzt werden muss, um ein bestimmtes Maß an Wärme zu erreichen. Der Wirkungsgrad sollte so hoch wie möglich sein. Für die energetische Bewertung ist zudem der Nutzungsgrad hinzuzuziehen. Denn durch ihn werden auch Wärmeverluste berücksichtigt, die nach dem laufenden Betrieb auftreten. 

Bei einer Brennwertheizung für Öl liegt die effektive Ausnutzung des Brennstoffs unter günstigen Bedingungen bei über 95 Prozent. Manchmal finden sich auch Angaben für einen Wirkungsgrad von über 100 Prozent. Dabei bildet der sogenannte Heizwert die Grundlage. Dieser berücksichtigt im Vergleich zum Brennwert jedoch nicht die Kondensation. Auch die bereits angesprochenen Wärmeverluste werden hier außen vorgelassen.

Was muss vor der Installation einer Brennwertheizung für Öl beachtet werden?

Wie gezeigt, lässt sich mit dem Einsatz der Brennwerttechnik eine große Menge Heizöl sparen. Das ist nicht nur umweltschonend, sondern auch ökonomisch von Vorteil. Zudem sind die Anlagen kompakt und arbeiten vergleichsweise leise. Wenn die Wahl auf eine Brennwertheizung mit Öl gefallen ist, sollten jedoch einige Punkte beachtet werden. Aufgrund der Kondensation ist der alte Schornstein nicht mehr geeignet. Die Abgasleitung muss aus korrosionsbeständigem Material bestehen. Der Durchmesser dieser Rohre kann vergleichsweise gering sein und kann ohne Weiteres in den alten Schornstein geschoben werden.

Soll die Brennwertheizung für Öl auch für die Warmwasserbereitung genutzt werden, ist dies durch das Aufstellen eines separaten Warmwasserspeichers möglich. Schließlich ist zu berücksichtigen, dass die Rücklauftemperatur bei dieser Technik gering sein muss. Deshalb eignen sich in erster Linie überdimensionierte Heizkörper im Altbau oder Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen. Sie geben großflächig Wärme ab.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Die Brennwertheizung mit Öl arbeitet unter Ausnutzung latenter Wärme, die im Abgas enthalten ist. Beim Verbrennen von Heizöl entsteht Wasserdampf. Das Wasser kondensiert und die freigewordene Wärmeenergie kann zusätzlich in die Heizungsanlage eingespeist werden. Der Wirkungsgrad liegt damit bei nahezu 100 Prozent. Vor allem Verbraucher mit Ölheizkesseln, die älter als 20 Jahre sind, sollten über eine Modernisierung nachdenken und auf eine Brennwertheizung für Öl umsteigen.
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