Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen

Fossile Rohstoffe, wie Öl oder Gas sind nicht unendlich auf unserer Erde verfügbar. Sie werden über kurz oder lang zur Neige gehen und können nur im begrenzten Maße regenerativ erzeugt werden. Um die Ressourcen der Rohstoffe zu schonen und in Zukunft eine sichere Energieversorgung gewährleisten zu können, regelt die EnEV eine Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen. Diese betrifft alte Geräte, die deutlich mehr Energie verbrauchen als nötig.

Die Themen im Überblick:

EnEV regelt Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden. Sie gilt für alte sowie neue Häuser und regelt die Qualität ihrer Hüllflächen genau wie die der Anlagentechnik. Mit dem energiepolitischen Ziel, den CO2-Ausstoß in Deutschland drastisch zu reduzieren, enthält die Verordnung dabei auch eine Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen. So heißt es in § 10, dass alte Heizkessel für flüssige und gasförmige Brennstoffe nicht mehr betrieben werden dürfen. Das gilt immer dann, wenn die Anlagen bereits älter als 30 Jahren sind und nicht auf Niedertemperatur oder Brennwerttechnik basieren. Ausgenommen sind außerdem Heizgeräte:

  • mit einer Heizleistung von weniger als vier und mehr als 400 Kilowatt
  • die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen
  • die als Küchenherde ausschließlich der Beheizung des Aufstellraumes dienen

Gesetzgeber regelt Austauschpflicht für Ölheizungen

Alter des Wärmeübertragers ist entscheidend

Entscheidend für die Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen ist dabei das Alter des Wärmeübertragers. Dieses entspricht in der Regel dem Kesselalter und kann am Typenschild der Heizung abgelesen werden. Eine neue Anlage müssen Hausbesitzer also auch dann installieren, wenn sie den Brenner zwischenzeitlich ersetzt haben. Grund dafür ist, dass sehr alte Wärmeerzeuger bei Kondensat im Gerät korrodieren. Das könnte passieren, wenn die Heizwassertemperaturen in Konstanttemperaturkesseln ab und an recht niedrig sind.

Ausnahme von der Austauschpflicht für Ölheizung und Gasheizungen

Von der Pflicht zum Heizungstausch ausgenommen sind Hausbesitzer, die eine Immobilie mit maximal zwei Wohnungen schon seit 01. Februar 2002 als Eigentümer bewohnen. Während diese auch weiterhin mit der alten Technik heizen dürfen, müssen neue Eigentümer die Anforderungen der EnEV erfüllen. Was viele nicht wissen, ist, dass das neben Käufern auch Erben betrifft, die schon lange im Haus leben, bisher jedoch keine Eigentümer waren. All jene Personen haben nach dem Eigentumsübergang zwei Jahre Zeit, eine neue Heizungsanlage zu installieren.

Gesetz zum Hochwasserschutz verbietet Ölheizungen

Unter dem kurzen Namen „Hochwasserschutzgesetz II“ veröffentlichte die Regierung im Januar 2017 einen Gesetzesentwurf für einen vereinfachten Hochwasserschutz. Dieses Gesetz regelt Änderungen am Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und fordert unter anderem ein Verbot für neue Ölheizungen in Überschwemmungsgebieten. Zumindest dann, wenn es keine günstigen Alternativen dazu gibt. Das Gesetz zielt damit auf einen besseren Umweltschutz und die Reduzierung der Schäden bei Überschwemmungen. Denn diese sind vor allem durch auslaufendes Heizöl besonders hoch.

Nachrüst- oder Austauschpflicht für Ölheizungen

Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, dass Hausbesitzer alte Heizungen in Überschwemmungsgebieten innerhalb von fünf Jahren hochwassersicher machen müssen. Verbraucher außerhalb der Risikogebiete haben dazu 15 Jahre Zeit.

Alternativen für alte Heizungsanlagen

Sind Verbraucher von der Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen betroffen, entscheiden sie sich neben Öl oft auch für einen anderen Energieträger. Neben dem Heizen mit Gas kommt dabei zum Beispiel auch die Holzheizung infrage.

Öl- oder Gasbrennwertheizung als effiziente Alternative

Eine neue Öl- oder Gasheizung nutzt dabei den Brennwerteffekt. Sie kühlt die heißen Verbrennungsabgase und kann so fast 100 Prozent der Energie der eingesetzten Rohstoffe gewinnen. Die Technik ist darüber hinaus platzsparend, über lange Zeit erprobt und aktuell sogar mit hohen Fördermitteln zu haben.

Holzkessel bei der Austauschpflicht für Ölheizungen

Eine weitere Alternative zur Ölheizung ist die Holzheizung. Hier haben Hausbesitzer die Wahl zwischen energiesparenden Holzvergasern oder einer automatisch arbeitenden Pelletheizung. Beide Systeme setzen auf einen heimischen sowie nachwachsenden Rohstoff und gelten daher als besonders umweltfreundlich. Während Holzvergaserkessel regelmäßig von Hand beschickt werden müssen, genügt es bei Pelletkesseln nur die Asche regelmäßig auszutragen.

Solarthermie für Heizung und/oder Warmwasser

Geht es um eine umweltfreundliche Heizungsalternative, kann auch die Solarthermie eine interessante Lösung darstellen. Die Technik nutzt die Energie der Sonne, um Heizungswasser zu erwärmen und versorgt dabei Räume und Trinkwasser mit thermischer Energie. Während Warmwassersolaranlagen kompakt und günstig sind, kann die Solarheizung für hohe Einsparungen sorgen.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Austauschpflicht für Ölheizungen und Gasheizungen soll den CO2-Ausstoß in Deutschland senken und die Umwelt schützen. So gilt sie vor allem für Anlagen, die älter als 30 Jahre sind und mehr Energie als nötig verbrauchen. Während vor allem langjährige Gebäudeeigentümer durch den Bestandsschutz ausgenommen sind, müssen Käufer und Erben alter Häuser mit zusätzlichen Kosten für eine neue Heizung rechnen. Zur Auswahl steht dabei zum Beispiel die Öl- oder Gas-Brennwerttechnik, sowie die Holz- oder Solartechnik.

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