Alternative zur Ölheizung: Ein Überblick 

Steigende Brennstoffkosten, hoher Platzbedarf oder attraktive staatliche Förderung: Aktuell sprechen viele Gründe für einen Austausch der Ölheizung. Geht es um die Auswahl der neuen Heiztechnik, sind viele Hausbesitzer unsicher. Denn nicht jede Heizung passt zu jedem Gebäude. Wir zeigen sinnvolle Alternativen zur Ölheizung und helfen, die passende Technik zu finden.

Bis zu 55 Prozent Förderung für Alternativen zur Ölheiztechnik

Ölheizanlagen verbrauchen viel Platz im Haus. Der Brennstoff ist wassergefährdend und nur begrenzt auf unsere Erde verfügbar. Da beim Verfeuern von Heizöl auch viel CO2 entsteht, erhalten Sie aktuell eine besonders hohe Förderung für den Austausch. Entscheiden Sie sich für eine Alternative zu Ölheizung, übernimmt der Staat dabei 40 bis 55 Prozent der Kosten. Die Mittel sind über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhältlich und in Form von Darlehen oder einmaligen Zuschüssen zu beantragen. Voraussetzung für die hohe Förderung: Sie ersetzen die Ölheiztechnik mindestens durch eine Hybridheizung, die teilweise auf regenerative Energien setzt.

Alternative zur Ölheizung im Altbau: Möglichkeiten im Überblick

Während die Ölheiztechnik im Neubau eine untergeordnete Rolle spielt (2019 entschieden sich 0,9 Prozent der Bauherren dafür), denken viele Hausbesitzer über einen Austausch nach. Welche Heizung als Ersatz für die Ölheizung infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem:

  • Ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse
  • der energetische Zustand Ihres Gebäudes
  • die Versorgungssituation in Ihrer Region

Sanierer entscheiden sich häufig für eine neue Gasheizung

Wer seine Ölheizung austauschen möchte und nach Alternativen sucht, entscheidet sich in den meisten Fällen für eine neue Gasheizung. Das belegt die BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland 2019“, die das Wechselverhalten der letzten zehn Jahre aufzeigt. Die Technik ist vergleichsweise günstig, platzsparend und besonders flexibel. Sie lässt sich nahezu überall in Betrieb nehmen, sofern ein Gasanschluss oder ein Flüssiggastank infrage kommt. Kombinieren Sie eine Gas-Brennwerttherme mit Solarthermie, einem wasserführenden Pelletkamin oder einer anderen Umweltheizung, gibt es dafür sogar hohe Fördermittel.

Alternative zur Ölheizung einbauen lassen
© Noel V Baebler  / Shutterstock.com

In vielen Regionen ist Fernwärme eine Alternative zur Ölheizung

In der Nähe von Biogasanlagen oder in Ballungsgebieten steht häufig Fernwärme zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Wärmenetze, über die Sie thermische Energie unkompliziert beziehen können. Erforderlich ist dazu lediglich eine Übergabestation, die sich platzsparend in Ihrem Haus installieren lässt. Abhängig von der Art der Wärmeerzeugung ist Fernwärme besonders effizient und umweltfreundlich, weshalb Gemeinden nach § 109 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) auch Anschluss- und Benutzungszwänge einführen können.

Wärmepumpe ersetzt die Ölheiztechnik nach der Sanierung 

Wer nach einer Alternative zur Ölheizung ohne Gasanschluss sucht, findet unter anderem die Wärmepumpe. Dabei handelt es sich um eine Umweltheizung, die Raumwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser gewinnt. Die Technik arbeitet besonders energiesparend, lohnt sich allerdings nur dann, wenn Ihr Haus gut gedämmt und/oder mit großen Heizflächen ausgestattet ist. Im unsanierten Altbau kommt die Wärmepumpe als Hybridlösung infrage. Dabei wird sie an kalten Tagen beispielsweise von einer Gasheizung unterstützt, um Wärme ausreichend und günstig zur Verfügung zu stellen.

Holz und Pellets als Alternative zur Ölheizung auf dem Land

Wer eine besonders nachhaltige Alternative zur Ölheizung sucht, kann eine Holzheizung einbauen. Infrage kommen manuell zu beschickende Scheitholzvergaser oder automatisch arbeitende Pelletheizkessel. Während Erstere viel Zeit zum manuellen Nachlegen der Scheite voraussetzen, benötigen Pelletheizungen ausreichend Platz, der nach der Demontage von Öltank und Ölkessel jedoch meist verfügbar ist. Entscheiden Sie sich für eine Holzheizung, ist mit bis zu 55 Prozent die höchste Förderung möglich. Diese gibt es für Kessel, die besonders emissionsarm arbeiten.

Stromerzeugende Heizung mit BHKW oder Brennstoffzelle 

Eine interessante Alternative zur Ölheizung im Altbau ist auch die stromerzeugende Heizung. Infrage kommen Blockheizkraftwerke oder Brennstoffzellen, die neben thermischer Energie auch Strom erzeugen. Letzteren können Sie direkt im eigenen Haus verbrauchen, um von einer zunehmenden Unabhängigkeit zu profitieren und Energiekosten zu sparen. Da stromerzeugende Heizungen elektrische Energie nur produzieren, wenn sie im Heizbetrieb arbeiten, lohnt sich die Technik vor allem in Altbauten mit ganzjährig hohem Wärmebedarf.

Unser Tipp: Individuelle Beratung nutzen 

Planen Sie einen Heizungstausch und suchen nach einer Alternative zur Ölheizung, stehen zahlreiche Lösungen zur Auswahl. Die beste finden Sie bei einer individuellen Beratung von Ihrem Heizungsbauer oder Energieberater. Die Experten prüfen zunächst, welche Technik zu Ihrem Haus passt. Sie stellen Kosten, Einsparungen sowie mögliche Fördermittel zusammen und liefern eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Beauftragen Sie einen Energieberater damit, einen individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen, bekommen Sie außerdem einen fünfprozentigen Bonus bei der Förderung der neuen Heizung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Eine der beliebtesten Alternativen zur Ölheizung ist die Gasheizung, die sich durch ihre platzsparende Bauweise nahezu überall installieren lässt. Zum Einsatz kommt außerdem die Fernwärme, welche durch Anschlusszwänge häufig sogar verpflichtend ist. Haben Sie ein gut gedämmtes Haus mit großen Heizflächen, spielt die Wärmepumpe all ihre Vorteile aus. In ländlichen Regionen sind auch Holz- und Pelletheizungen gefragt.
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