Aktuelle Heizölpreise und ihre Preisentwicklung

Um eine Ölheizung zu betreiben, ist auch das dazugehörige Heizöl notwendig. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Heizölpreise zusammensetzen und auf welche Weise sich der Preis des Heizöls in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert hat. Außerdem klärt dieser Artikel, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um neues Heizöl zu kaufen.

Berechnung des Heizölpreises

Der Heizölpreis setzt sich aus vier Faktoren zusammen:

  • Der Brennstoff Öl, also das Rohöl selbst, das Unternehmen aus der Erde fördern, macht mit 62 % den Löwenanteil des letztendlichen Verbraucherpreises aus.
  • Weitere 16 % entfallen auf die bekannte Mehrwertsteuer.
  • Noch einmal 12 % sind für die Mineralölsteuer fällig.
  • Die letzten 10 % beschreiben den Deckungsbeitrag: Darin enthalten sind beispielsweise die Kosten für den Transport und die Lagerung, aber auch Verwaltung und Vertrieb des fertigen Öls spielen in diesen Preis hinein.

Über die Heizölpreise, die letztendlich beim Verbraucher ankommen, sagt diese Verteilung jedoch noch nichts aus. Im folgenden Abschnitt folgt eine Betrachtung der Heizölpreise über die letzten Jahrzehnte, um daraus Trends zu erkennen.

Schild mit den Worten Heizöl - Heizölpreise

Die Entwicklung der Heizölpreise

Im Jahr 1970 erreichte der Heizölpreis seinen bisher absoluten Tiefpunkt. In diesem Jahr gab es einen einzigen Liter Heizöl für 8,2 Cent (und somit 100 Liter für 8,20 Euro). Anschließend kletterten die Preise rapide. Bereits 1985 war Öl nur noch für mindestens 40,5 Cent pro Liter zu bekommen. Nach einem kurzen Zusammenbruch des weltweiten Ölpreises in den 1990ern erholte sich der Preis für Öl wieder. Die Heizölpreise stiegen kontinuierlich und erreichten 2012 mit 88,1 Cent pro Liter (oder 88,10 Euro für 100 Liter) ihren vorläufigen Höhepunkt. Im Vergleich zum Preis von 1970 verzehnfachte sich der Preis somit, wenngleich ein damaliger Cent bedingt durch die Inflation auch mehr wert war. Dennoch: Die Zeit um 2012 war für den Heizölpreis aus Sicht des Verbrauchers keine gute Zeit für den Kauf von Heizöl.

In den letzten Jahren sanken die Heizölpreise wieder sehr stark – zur Freude der Verbraucher und zum Leid von ölfördernden Staaten wie Saudi-Arabien oder Venezuela. Aktuell gibt es einen Liter Heizöl für etwa 49 Cent zu kaufen (Stand: September 2016), womit der Preis fast wieder auf dem Stand von 1985 angekommen ist.

Der optimale Zeitpunkt, um Heizöl zu kaufen

Einen perfekten Zeitpunkt, um Heizöl günstig zu kaufen, gibt es nicht. Man könnte annehmen, dass die Heizölpreise beispielsweise im Sommer fallen, da weniger Menschen heizen und die Unternehmen ihr Heizöl durch Rabatte verkaufen möchten. Es handelt sich bei Rohöl, aus dem letztendlich das Heizöl gewonnen wird, jedoch um ein globales Gut. Irgendwo auf der Welt ist immer Winter, Heizöl wird permanent benötigt. Daher sinken die Preise jahreszeitlich bedingt nicht wesentlich. Der Preis für Öl unterliegt zahlreichen, vor allem politischen Faktoren auf der ganzen Welt. Durch die vielen Variablen ist es nicht möglich, den Heizölpreis für die kommenden Monate oder Jahre vorauszusagen. Auch ein Trend muss nichts bedeuten. Zwischen 1995 und 2008 stiegen die Heizölpreise kontinuierlich an, ein Jahr später brachen sie plötzlich ein. Jeder Trend hat irgendwann ein Ende – und leider kann niemand voraussagen, wann dies passieren wird.

Setzen Sie sich daher am besten ein persönliches Limit. Liegt der Heizölpreis gerade unter Ihrer persönlichen Grenze – von vielleicht 60 Cent pro Liter – kaufen Sie am besten Heizöl auf Vorrat. Steigen die Preise dann in den nächsten Jahren, müssen Sie nicht zwangsläufig zuschlagen. Fallen die Preise, können Sie das Öl vielleicht wieder verkaufen und Ihr Verlust hält sich in Grenzen.

Entwicklung der Heizölpreise in der Zukunft

Wie bereits erwähnt, ist es kaum möglich, verlässliche Aussagen zu treffen. Allerdings lässt sich seit 2012 ein Muster der sinkenden Ölpreise erkennen – was jedoch voraussichtlich nicht ewig so bleiben wird. Die Förderkosten für Rohöl beispielsweise müssen, ebenso wie die Preise für den Transport und die Lagerung, gedeckt werden. Es ist nicht möglich, Öl zu einem Spottpreis von 8,2 Cent pro Liter wie im Jahr 1970 zu verkaufen. Daher wird die extreme Talfahrt der vergangenen Jahre nicht ewig anhalten. Sie wird wahrscheinlich in absehbarer Zeit stagnieren oder wieder leicht steigen. Eine Zeit wie um 2012, als die Verbraucher kopfschüttelnd vor den Zapfsäulen an Tankstellen standen, ist jedoch auch nicht wieder zu erwarten.

Ohnehin sind die Heizölpreise nur ein einziger Faktor beim Betrieb einer Heizung: Dazu kommen die Anschaffungskosten, laufende Wartungs- und Reparaturkosten, Gelder für den Schornsteinfeger und dergleichen mehr. Um Kosten zu senken, ist auch die Nutzung eines Öl-Brennwertkessel wichtig: Er arbeitet wesentlich effizienter und holt, laienhaft ausgedrückt, mehr Wärme aus jedem Liter Öl.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Jetzt Heizöl einzukaufen, ist kein Fehler. Die Heizölpreise unterliegen enormen Schwankungen, die sich kaum vorhersagen lassen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten befindet sich der Heizölpreis auf einem durchschnittlichen Niveau - und viel günstiger wird er voraussichtlich erst einmal nicht mehr.

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