Aktuelle Heizölpreise, Preisentwicklung und Kauftipps

Wie hoch sind die aktuellen Heizölpreise? Welche Faktoren beeinflussen sie und wann sind die Ölpreise am niedrigsten? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie in diesem Artikel. Verschaffen Sie sich außerdem einen Überblick über die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre in unserem Heizöl-Preisvergleich.  

Aktuelle Heizölpreise: Was kosten 100 Liter Heizöl heute?

Wer noch mit einer Ölheizung heizt, interessiert sich in der Regel auch für die aktuellen Heizölpreise. Zumindest dann, wenn der Vorrat an Heizöl zur Neige geht und die nächste Heizsaison sich langsam aber sicher zeigt. Da der aktuelle Heizölpreis von mehreren Faktoren beeinflusst wird, lässt er sich nicht pauschal beziffern. Die folgenden Angaben geben daher nur den durchschnittlichen Preis für Heizöl in Standardqualität und bei einer Bestellmenge von 3.000 Litern wider.

So erfahren Sie, wie hoch der aktuelle Heizöl-Preis ist

Mithilfe dem nachfolgenden, interaktiven Chart haben Sie die Möglichkeit, den Heizölpreis aktuell zu ermitteln. Fahren Sie dazu mit dem Mauszeiger (auf dem Smartphone und Tablet mit dem Finger) über die Linien. Die verschiedenen Farben stehen für die letzten 5 Jahre. Auf diese Weise können Sie zu jedem entsprechenden Zeitpunkt die Heizölpreise vergleichen. Der tagesaktuelle Preis wird am Ende der Linie angezeigt. Momentan beträgt er 66,81 Euro pro 100 Liter (Stand: 02.06.2018). Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Angaben um Ölpreise, die in Deutschland durchschnittlich verlangt wurden. Je nach Einflussfaktoren können sie leicht davon abweichen. 

Grundsätzlich lässt sich hier jedoch feststellen, dass die Ölpreise sinken, vor allem mit Beginn des Monats Juni. In den ersten Monaten des Jahres lagen die durchschnittlichen Preise noch bei etwa 70 Cent je Liter. 

Quelle: www.fastenergy.de

Einflussfaktoren auf den aktuellen Ölpreis

Wie eingangs erwähnt gibt es mehrere beeinflussbare und unbeeinflussbare Faktoren, die den endgültigen Heizöl-Preis massiv beeinflussen. Dazu gehören unter anderem die Art des Heizöls, die Kostenverteilung und nicht zuletzt der Zeitpunkt der Bestellung. Auf diese Faktoren sollten Sie achten, wenn Sie Heizöl kaufen. 

Unterschiedliche Heizöle haben unterschiedliche Ölpreise

Schild mit den Worten Heizöl - Heizölpreise
© animaflora / Fotolia

Ein entscheidender Einflussfaktor auf den Heizöl-Preis ist die Art des Heizöls selbst. Denn dieses ist im Aufbau keinesfalls identisch. Heizöl wird zu großen Teilen aus destilliertem Erdöl gewonnen. Im Hinblick auf die Dichte und die exakte Zusammensetzung existieren insgesamt fünf Gruppen, in die das Heizöl unterteilt wird:

  • EL: extra leicht
  • L: leicht
  • M: mittel/medium
  • S: schwer
  • ES: extra schwer

Die eher schwereren Heizöle mit einer hohen Dichte spielen für den Privatverbraucher kaum eine Rolle, sie kommen vor allem im Gewerbe, der Industrie oder in der Schifffahrt zum Einsatz. Leichte und mittlere Heizöle gelten in der Praxis als Auslaufmodelle, da der private Verbrauch nahezu vollständig durch die extra leichten Heizöle gedeckt wird. Eine Unterart hiervon ist das Heizöl extra leicht schwefelarm, kurz HEL. Dieses arbeitet etwas umweltfreundlicher, dafür tritt es mit einem höheren Heizöl-Preis pro Liter in Erscheinung. Die extra leichte Variante kommt sowohl in modernen Brennwerttechnikkesseln als auch bei einer Heizung mit Nieder- oder Hochtemperatur zum Einsatz. Bio-Heizöl ist eine weitere Variante mit besonders hohem Heizöl-Preis, da sie zusätzliche nachwachsende Rohstoffe zum Auffüllen benutzt - welche wiederum sehr teuer sind.

Kostenverteilung beim aktuellen Heizölpreis

Verbraucher zahlen in Deutschland nicht nur ausschließlich für das Heizöl selbst, wobei der Grundpreis den größten Anteil der Gesamtkosten einnimmt. Sie müssen sich unter anderem an verschiedenen Steuern und Gebühren direkt und indirekt beteiligen. Dazu gehören Mehrwertsteuer, Energiesteuer und der Deckungsbeitrag.

  • Den zweitgrößten Bestandteil des Heizöl-Preises bildet die Mehrwertsteuer mit 16 Prozent
  • Danach kommt die gesetzlich festgelegte Energiesteuer. Sie beträgt 6,14 pro Liter und entspricht etwa neun Prozent des Gesamtpreises
  • Als letzter Bestandteil des Heizöl-Preises ist der Deckungsbeitrag zu nennen. Darin enthalten sind beispielsweise die Kosten für Transport und Lagerung sowie für Vertrieb und Verwaltung

Ölpreise sind volatil, das heißt, sie sind unbeständig und unterliegen politischen und wirtschaftlichen Schwankungen. Währungsschwankungen spielen ebenfalls eine große Rolle, weil der Heizöl Preis vor allem gegen den Dollar gehandelt wird. Zudem verändert sich über die Jahre auch die Nachfrage. Auf diese Faktoren haben Sie als Endverbraucher keinen Einfluss. Vor allem Naturkatastrophen in den Förderländern und globale politische Ereignisse können zu einer komplizierteren Ausfuhr oder zu einem temporären Mangel seitens der Händler führen. Diese Faktoren spielen vor allem im großen Gesamtbild eine Rolle und sind ein weiterer Grund, warum der Heizölpreis aktuell einer Berg- und Talfahrt gleicht. 

Die Entwicklung im Heizöl Preisvergleich 

Abbildung eines Heizöl-LKW - Aktueller Heizölpreis
© panthermedia.net / deyangeorgiev2

Im Heizöl Preisvergleich der vergangenen fünf Jahre tun sich die Jahre 2014 und 2016 hervor. Vor allem die ersten Monate im Jahre 2014 trafen Endverbraucher hart. Denn zwischenzeitlich mussten sie 83,62 Euro für 100 Liter Heizöl zahlen. Zwar beruhigte sich der Preis im Laufe des Jahres wieder. Eine spürbare Entlastung trat aber erst zu Beginn der Heizsaison 2014/2015 ein. Anders sah es in den ersten Monaten des Jahres 2016 aus. Der Heizöl Preis lag zwischenzeitlich unter 40 Euro pro 100 Liter. Zum Ende des Jahres bewegte er sich aber in Richtung 60 Euro pro 100 Liter.

Eine extreme Entwicklung verzeichnete sich im Herbst 2018. Da die Wassertransportwege wegen der anhaltenden Trockenheit nur noch teilweise befahrbar waren, stieg der Heizölpreis im November auf 90,57 Euro an, entspannte sich aber zum Jahresende wieder und sank auf 65,56 Euro. 

Der optimale Zeitpunkt, um Heizöl zu kaufen

Ist der Tank im Winter leer, haben Hausbesitzer keine Wahl: Sie müssen Heizöl kaufen – und zwar zu jedem Preis. Planen sie dagegen vor, besteht die Möglichkeit besonders günstige Konditionen zu ergattern. Wie der aktuelle Füllstand ist, erfahren sie durch einen Blick auf die Öltankanzeige. Vor allem bei dem flüssigen Brennstoff kann der richtige Zeitpunkt aber nur schwer vorhergesehen werden. Denn neben einem schwankenden Angebot im Sommer und im Winter hängt der Preis auch stark von weltpolitischen Ereignissen ab.

Am besten ist es daher, die Preisentwicklungen das ganze Jahr über im Auge zu behalten und wenn nötig antizyklisch zu kaufen. So lautet unter anderem auch die Empfehlung des Bayrischen Brennstoff- und Mineralölhandelsverbandes (BBMV).

Heizöl bestellen: Unbedingt im Sommer?

Anders als bei anderen Brennstoffen gilt für Heizöl nicht mehr die Faustregel, dass der Kauf unbedingt im Sommer erfolgen muss. Gemäß den Statistiken ist der Preis für Heizöl zu Beginn der Heizsaison sehr hoch und zum Ende niedriger. Doch das heißt im Umkehrschluss nicht, dass Heizöl im Sommer bestellt und dann für den gesamten Winter bevorratet werden sollte. Da Erdöl an der internationalen Rohstoffbörse gehandelt wird, unterliegt der Heizölpreis folgenden Faktoren:

  • weltweites Angebot
  • internationale Nachfrage
  • Förder- und Verarbeitungskapazitäten
  • Entwicklungen des Dollarkurses
  • Einflüsse der Finanzmärkte

Heizöl kaufen: Die Tipps der Experten

Neben dem richtigen Zeitpunkt geben Experten immer wieder Tipps, mit denen Hausbesitzer bares Geld sparen können. Die Wichtigsten sind dabei:

  • Brennstoffe in Gemeinschaft kaufen
  • Festpreise vereinbaren beim Heizöl kaufen
  • Heizöllieferung genau beobachten

Brennstoffe in Gemeinschaft kaufen

Wie in vielen anderen Bereichen, gilt auch beim Heizöl kaufen: Je größer die Menge, desto niedriger der Preis. Günstig ist es dabei, das Heizöl bei Lieferanten gemeinsam mit den Nachbarn zu kaufen. Damit das problemlos funktioniert, sollten die Lieferstellen nah beieinander liegen und die Kosten von jedem direkt bei Anlieferung entrichtet werden.

Heizöl kaufen und auf Festpreise setzen

Die Heizölpreise schwanken täglich. Wer dabei böse Überraschungen vermeiden will, sollte schon bei der Bestellung einen Festpreis vereinbaren. Denn dann gibt es die günstigen Konditionen auch, wenn der Preis zwischen Bestellung und Lieferung gestiegen ist. Das Problem: Sinkt der Heizölpreis in dieser Zeit, profitieren Hausbesitzer nicht von den Einsparungen.

Heizöllieferung genau beobachten

Damit Hausbesitzer beim Heizöl kaufen nur für die Menge bezahlen, die sie auch tatsächlich bekommen, sollten sie den Liefervorgang beobachten. Wichtig dabei ist, dass der Zähler zu Beginn auf null steht und während des Betankens ständig Öl am Schauglas vorbeiströmt. Ist zum Beispiel Schaum sichtbar, muss die Messung gestoppt und neu begonnen werden, um eine zu geringe Liefermenge ausschließen zu können.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Heizölpreise unterliegen enormen Schwankungen, die sich kaum vorhersagen lassen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten befindet sich der Heizölpreis auf einem durchschnittlich hohen Niveau. Wer günstig Heizöl kaufen möchte, sollte zum einen auf den Zeitpunkt achten, zum anderen darauf, Sammelbestellungen aufzugeben. 
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