Ölheizung austauschen - Worauf sollten Sie achten?

Klimadebatte und das Klimapaket bewegen aktuell viele Hausbesitzer zum Handeln, nämlich die Ölheizung auszutauschen. Doch sind alle Ölheizungen demnächst tatsächlich verboten und muss jede veraltete Ölheizung modernisiert werden? Diesbezüglich gibt es zahlreiche Eckpunkte, die es zu beachten gilt. Worauf Sie als Anlagenbesitzer achten sollten, erfahren Sie im nachstehenden Artikel. 

Müssen Sie Ihre Ölheizung austauschen?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich sieht das aktuelle Klimapaket der Bundesregierung vor, dass eine herkömmliche Ölheizung ab 2026 nicht mehr eingebaut werden darf. Das heißt aber nicht, dass diese Art des Heizens komplett verschwindet, denn es ist danach immer noch möglich, eine Ölheizung zu installieren. Das geht dann jedoch nur in Kombination, das heißt in einem Hybridsystem; zum Beispiel mit einer Solarthermie zusammen. Darüber hinaus sind Ausnahmen angedacht für Gebäude, bei denen es keine Alternativen gibt. Diese wurden bislang aber noch nicht konkretisiert. 

Gesetzgeber verlangt Austauschpflicht für Ölheizungen

Darüber hinaus besteht seit einigen Jahren eine Austauschpflicht für Ölheizungen. Diese betrifft Kessel, die älter als 30 Jahre sind. Grundlage bildet hierfür die Energieeinsparverordnung, konkret § 10, wonach alle alte Heizungen für flüssige oder gasförmige Brennstoffe nicht mehr betrieben werden dürfen. Vorrangig betrifft dies sogenannte Konstanttemperaturkessel mit einer Leistung zwischen vier und 400 Kilowatt. Diese gelten als besonders ineffizient, da sich ihre Heizleistung nur schlecht an die Bedürfnisse anpassen lässt. Sollten Sie demnach einen solchen Ölkessel besitzen, der vor 1989 eingebaut wurde, muss dieser noch in diesem Jahr ausgetauscht werden. 

Thermostat, Heizstäbe und Bauplan sind wichtig, wenn man eine Ölheizung austauschen möchte
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Freiwillig Ölheizung jetzt austauschen - was spricht dafür?

Doch nicht nur Verbote sollten Anreiz sein, um zu handeln. Denn mit einer Heizungsmodernisierung lässt sich nicht nur die eingesetzte Menge des Brennstoffes reduzieren, sondern auch die CO2-Emissionen sowie letztlich die Heizkosten. So können Sie zum Beispiel mit moderner Brennwerttechnik 15 Prozent des Heizölbedarfs senken oder mit dem Umstieg auf eine Pelletheizung auf ein System mit erneuerbaren Energien setzen, welches weitestgehend CO2-neutral heizt. 

Ölheizung austauschen mit Kosten verbunden

Wenn Anlagenbesitzer ihre alte Ölheizung austauschen lassen, stehen sie vor einer großen Auswahl an Heizsystemen. Je nachdem, für welche Technologie sie sich entscheiden, verursacht der Heizungstausch Kosten in unterschiedlicher Höhe. 

Alte gegen neue Ölheizung austauschen

Eine naheliegende Lösung ist die Heizungsmodernisierung. Anstatt auf ein anderes Heizsystem umzustellen, können Anlagenbesitzer ihre alte Ölheizung einfach gegen eine neuere austauschen und den vorhandenen Tank weiterhin nutzen. Im Sinne der Austauschpflicht sollte es sich dabei um einen Ölkessel mit Brennwerttechnik handeln. Mit Blick auf das aktuelle Klimapaket ist dies dann nur noch bis Ende 2025 möglich. Ein neuer Ölbrennwertkessel von namhaften Herstellern kostet zwischen 4.000 und 7.000 Euro. Für die Nutzung der Brennwerttechnik ist häufig eine neue Verrohrung des Schornsteins nötig. Ein wirtschaftlicher Betrieb lässt sich ferner nur mit einem Pufferspeicher realisieren. Diese zusätzlichen Kosten sollten im Vorhinein auf jeden Fall mit bedacht werden. 

Ölheizung austauschen und auf erneuerbare Energien setzen

Eine weitere, in der Praxis beliebte Möglichkeit ist der Wechsel von einer Ölheizung zu einer Pelletheizung. Dies hat den Vorteil, da die Pelletheizung ohnehin ein Brennstofflager voraussetzt. Dieses lässt sich in den meisten Fällen mit dem vorhandenen Öltank problemlos realisieren und reduziert die Investitionskosten. Grundsätzlich ist die Pelletheizung ziemlich kostenintensiv. das sollten Sie im Vorfeld eines Heizungstauschs bedenken. Dafür arbeitet sie vollautomatisch und dank niedrigem Brennstoffpreis auf lange Sicht sehr wirtschaftlich. Auch ihre äußerst positive Ökobilanz spricht für den Kauf einer Pelletheizung. Wie hoch die Kosten am Ende ausfallen, lassen sich aufgrund zahlreicher Einflussfaktoren kaum wiedergeben. Genauere Angaben kann in der Regel ein erfahrener Installateur machen, der bei einer Fachberatung auch weitere Möglichkeiten aufzeigt.

Alternativen für die Ölheizung

Theoretisch können Anlagenbesitzer, nachdem sie ihre alte Ölheizung ausgetauscht haben, jedes Heizsystem zur Wärmeerzeugung nutzen. Wirtschaftlich ist eine willkürliche Entscheidung aber nicht. Schließlich muss die neue Heizung finanziell und leistungstechnisch passen. Eine informative Übersicht liefert unser Heizungsüberblick, der die Vor- und Nachteile jedes einzelnen Systems übersichtlich darstellt. Darüber hinaus sollte ein Fachmann vor Ort mit Ihnen zusammen die Einzelheiten besprechen. 

Wird ein Ölheizungstausch gefördert?

Aus finanzieller und ökologischer Sicht ist ein schneller und gut durchgeplanter Wechsel sinnvoll. Denn mit der neuen Heiztechnik senken Anlagenbesitzer langfristig die Heizkosten und entlasten dazu die Umwelt. Welche Förderung dabei für Sie relevant sein kann, hängt vom neuen Heizsystem ab. Aktuell gibt es noch die Förderung für den Wechsel auf eine Öl-Brennwertheizung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Es ist im Zuge der Klimadebatte aber eine Förderung in Höhe von 40 Prozent angedacht, wenn Sie den alten Ölkessel austauschen. Das ist bislang aber noch unklar. Für weitere Informationen schauen Sie in unseren Artikel: Förderung der Ölheizung nutzen und Geld sparen.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Wer seine alte Ölheizung austauschen möchte, dem stehen mehrere Heizsysteme zur Auswahl. Damit der Wechsel auch reibungslos läuft und ein wirtschaftlicher Betrieb sichergestellt wird, sollte der Zeitpunkt gut ausgewählt sein.
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