Heizöl für die Ölheizung: Alle Arten im Überblick

Geht es um Heizöl, stehen Verbrauchern heute verschiedenste Brennstoffarten zur Auswahl. Die Heizölsorten unterscheiden sich dabei aber nicht nur in ihrer Qualität, sondern auch in ihrer Umweltwirkung. Während einige Arten komplett aus fossilen Rohstoffen bestehen, enthalten andere biologische Anteile. Was aber sind die einzelnen Qualitätsmerkmale und wodurch unterscheiden sie sich?

Normen regeln Anforderungen an verschiedene Arten von Heizöl 

Heizöl unterliegt in Deutschland strikten Regularien. Diese legen fest, welche Eigenschaften die Flüssigkeiten haben müssen oder welche Zusätze sie enthalten dürfen. Ausschlaggebend dafür sind die Normen DIN 51603-1 und DIN SPEC 51603-6. Während die erste Anforderungen an Heizöl EL Standard und schwefelarm enthält, geht es in der zweiten Norm um alternative Produkte wie das Bioheizöl. Genau wie die moderne Ölheiztechnik entwickeln sich auch die Anforderungen an die Heizölsorten kontinuierlich weiter.

Heizölsorten: Verschiedene Arten von Heizöl und ihre Eigenschaften 

Hausbesitzer tanken heute überwiegen Heizöl EL schwefelarm oder Heizölsorten, die auf diesem basieren. Das sind zum Beispiel Premiumheizöl oder Bioheizöl. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften der verschiedenen Heizölarten.

Übrigens: Das EL in der Heizölbezeichnung steht für extra leichtflüssig und beschreibt Produkte, die aufgrund ihrer Dichte und Zusammensetzung besonders leichtflüssig sind. Während diese vor allem zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden, nutzen Schiffe oder Industrieanlagen auch schwere Brennstoffe.

Heizöl-Tanker vor einem Gebäude zum Nachfüllen des Heizöls für die Ölheizung
© Jürgen Fälchle / Fotolia

Standardheizöl ist heute kein Standard mehr 

Standardheizöl war vor einigen Jahren noch die preisgünstigste Variante. So wurde es in vielen Ölheizungen als Brennstoff eingesetzt. Es ist die in der DIN 51603-1 definierte, nicht schwefelarme Variante des flüssigen Brennstoffs. Damit sind die Anforderungen weit gefasst: Der Schwefelgehalt darf zwischen 50 und maximal 1000 Milligramm pro Kilogramm betragen und der Mindestbrennwert liegt bei 45,4 Megajoule pro Kilogramm. 

Mit der Entwicklung der Öl-Brennwerttherme stiegen allerdings die Anforderungen an den flüssigen Brennstoff und das schwefelarme Heizöl EL löste das Standardheizöl ab. 

Schwefelarmes Heizöl - Eigenschaften und Vorteile

Schwefelarme Heizöle gehören der Gruppe der extra leichten Heizöle an und werden auch als HEL schwefelarm oder Heizöl EL bezeichnet. 2003 wurde es in die Norm DIN 51603-1 integriert, die diese Eigenschaften verlangt: Der Schwefelgehalt darf maximal 50 Milligramm pro Kilogramm betragen, und der Brennwert muss bei mindestens 45,4 MegaJoule pro Kilogramm liegen. Da der Preis zu klassischem Heizöl EL deutlich höher lag, wird schwefelarmes Heizöl seit 2009 steuerlich begünstigt. Das hat nicht nur zu einer Preissenkung geführt, sondern auch dazu, dass schwefelarme Brennstoffe gegenüber Standardheizöl auf dem Heizölmarkt dominieren.

Das liegt vor allem auch an diesen Vorteilen:

  • Schwefelarmes Heizöl reduziert den Ausstoß an umweltschädlichem Schwefeldioxid.
  • Es verbrennt fast ohne Rückstände. Die Heizungsanlage wird geschont und der Wartungsaufwand reduziert.
  • Es kann in allen Ölheizungen verwendet werden, wobei es in einigen neuen Brennwertgeräten zwingend vorgeschrieben ist.
  • Schwefelarmes Heizöl wird auch in Premiumqualität angeboten und enthält Additive, die die Eigenschaften optimieren.
Übrigens: Ob schwefelarme Heizölsorten erforderlich sind, sehen Verbraucher am grünen Deckel des Öl-Einfüllstutzens am Haus.

Heizöl in Bioqualität - Eigenschaften und Vorteile

Bioheizöl ist vergleichsweise neu auf dem Heizölmarkt, gewinnt jedoch, abhängig vom regionalen Angebot, immer mehr an Bedeutung. Es beinhaltet Komponenten aus nachwachsenden Rohstoffen, deren Qualitätsanforderungen in DIN-V 51603-6 festgeschrieben sind. Insoweit ist Bioheizöl eine Kombination aus schwefelarmem Heizöl EL und nachwachsenden Rohstoffen, deren Anteil je nach Händler variiert. Herstellen lässt sich der Bioanteil in der Regel aus ölhaltigen Pflanzen wie Raps oder Sonnenblumen. Möchten Verbraucher Bio-Heizöl kaufen, erkennen sie dieses an der Bezeichnung Heizöl EL A (für alternativ) und einer Ziffer. Die hinten angestellte Zahl steht dabei für den biologischen Anteil im Brennstoff. 

Ob Ihre Heizanlage mit Bioheizöl befeuert werden kann, hängt von ihrer Beschaffenheit ab und vom Anteil der nachwachsenden Rohstoffe. Drei Prozent Biobrennstoff reichen aus, um Heizöl als Bioheizöl zu klassifizieren, das folgende Vorteile bietet:

  • Mit Bioheizöl können Sie einen Schritt in Richtung nachhaltiges Heizen machen, ohne in eine neue Anlage investieren zu müssen.
  • Die ökologische Komponente wird auch bei den Anbauflächen berücksichtigt. Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Biokraftindustrie e.V. (VDB) wird darauf geachtet, dass die Anbauflächen für die Gewinnung von Bioheizöl nicht die Anbauflächen für Nahrungsmittel verdrängen.
  • Laut VDB kann Bioheizöl mit einem maximalen Bioanteil von 5,9 Prozent in Ölheizungen verwendet werden, ohne dass die Technik angepasst werden muss.

Klimaneutrales Heizöl fördert Klimaschutzprojekte

Eine Sonderstellung unter den Heizölarten nehmen klimaneutrale Brennstoffe ein. Diese verbrennen zwar nicht CO2-frei, erreichen aber durch Ausgleichsmaßnahmen der Hersteller zumindest theoretisch eine ausgeglichene Bilanz. So geht ein Teil der Heizölpreise in Projekte zur Vermeidung von CO2.

Heizöl in Premiumqualität - Eigenschaften und Vorteile

Heizöl in Premiumqualität wird manchmal auch als Super- oder Sparheizöl bezeichnet. Spezielle Zusätze intensivieren die Produkteigenschaften, zum Beispiel die Qualität und Stabilität des Verbrennungsprozesses, was sich in einem höheren Preis niederschlägt. Allerdings bietet die Premiumqualität einige Vorteile, die eine Kostenersparnis mit sich bringen können:

  • Heizöl in Premiumqualität sichert eine problemlose Verwendung auch noch nach längerer Lagerzeit.
  • Es verlängert die Lebensdauer der Heizanlage sowie ihre Betriebssicherheit.
  • Premiumheizöl reduziert die Rußbildung sowie die Geruchsbildung.
  • Die Premiumqualität kann Einsparungen von bis zu sieben Prozent bringen.

Die Beimischung der sogenannten Additive (Zusätze) wird oftmals erst beim Kunden vorgenommen, wenn das Heizöl in den Öltank gepumpt wird. Für Sie als Kunde heißt es aufpassen und genau auf die genannten Vorteile und ihren Wahrheitsgehalt zu achten. Manches Premiumheizöl wird mit einer nahezu schadstofffreien Verbrennung beworben. Tatsächlich ist das eine Eigenschaft, die Sie bereits bei einfachem HEL schwefelarm ohne Additive erhalten.

Welche Art von Heizöl für die Ölheizung?

Mit der großen Auswahl an unterschiedlichen Produkten sind viele Hausbesitzer erst einmal ratlos. Während sich schwefelarme Brennstoffe generell in neuen und alten Ölheizungen einsetzen lassen, sollten Hausbesitzer vor der Umstellung einen Installateur zurate ziehen. Dieser reinigt Kessel und Brenner und gewährleistet so einen energiesparenden und zuverlässigen Betrieb, auch wird er den Ölbrenner einstellen. Ähnlich verhält es sich bei Premiumheizöl sowie klimaneutralen Heizölarten.

Geht es um die Verwendung von Bioheizöl, so kommen neue und alte Heizgeräte mit einem Anteil von fünf Prozent problemlos zurecht. Für Heizöl EL A 10 oder Heizölsorten mit höherem Bioanteil können dagegen Umrüstarbeiten nötig sein. Auskunft erhalten Hausbesitzer hier von ihrem Gerätehersteller.

Wie gut kennen Sie sich mit Heizöl aus? Machen Sie unser Heizöl-Quiz und testen Sie ihr Wissen!

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Heizöl ist nicht einfach nur ein fossiler Brennstoff. Es ist moderner und umweltfreundlicher geworden, was durch DIN Normen festgeschrieben ist. Auch die Verbraucher entscheiden mit, die bevorzugt schwefelarme Varianten kaufen. Abhängig von regionalen Anbietern gewinnt auch Bio- und Premiumheizöl an Bedeutung.

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