Verbot von Ölheizungen? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Sie heizen mit Öl? Dann haben die Neuigkeiten rund um CO2-Steuer, Austauschpflicht für alte Ölheizungen und Ölheizungs-Verbot in Deutschland Sie möglicherweise verunsichert oder beunruhigt. Höchste Zeit, Klarheit zu schaffen. In dieser Zusammenfassung finden Sie alles, was Sie als Eigentümer von Ölheizungen wissen sollten. 

Verbot von Ölheizungen: Wie ist der aktuelle Stand?

Nach langer Klimadebatte verabschiedete die Bundesregierung in diesem Jahr das Klimaschutzpaket 2030. Ein elementarer Aspekt sind die Ölheizungen und deren Verbot beziehungsweise deren zukünftige Förderung. Grundsätzlich geht es darum, den Ausstoß von Treibhausgasen maßgeblich zu reduzieren. Sind deshalb jetzt alle Ölheizungen verboten?

Ölkessel im Heizungskeller.
© panthermedia.net / DenBoma

Werden bestehende Ölheizungen verboten?

Nein, ein generelles Verbot, mit Öl zu heizen, ist im aktuellen Klimapaket nicht geplant. Verbaute Ölheizungen können weiterhin betrieben werden. Für Standard-Ölkessel allerdings, die älter als 30 Jahre sind, und bei denen es sich nicht um Brennwert- bzw. Niedertemperaturkessel handelt, gilt: Ölheizung austauschen. Nicht zuletzt hinsichtlich Heizkosten lohnt sich nach dieser Zeit ein Umstieg ohnehin. 

Dürfen weiterhin Ölheizungen eingebaut werden?

Ja, aber ab 2026 nur noch als Hybridsysteme, die erneuerbare Energien einbinden, zum Beispiel mit einer Solaranlage oder Wärmepumpe. Vorher lohnt sich weiterhin der Austausch alter Öl-Heizkessel gegen moderne Öl-Brennwertgeräte. Diese Maßnahme reduziert den Heizölbedarf bereits jetzt um ungefähr 15 Prozent.

Auch wer eine neue Gasheizung bezuschussen lassen will, muss sich für die hybride Technik entscheiden und erneuerbare Energieträger mit nutzen. Dafür hat er im Falle einer Gasheizung allerdings zwei Jahre Zeit. Voraussetzung: Die Gasheizung ist schon jetzt eine "Renewable-ready-Gasheizung". 

Welche Ausnahmen gibt es?

Ausnahmen gibt es für Hybridheizungen und Gebäude, in denen technisch gesehen keine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Diese sind von dem ab 2026 geltenden Verbot für Ölheizungen ausgenommen. Die Ausnahmen werden im Gebäudeenergiegesetz (GEG) genauer definiert.

Was müssen Sie jetzt beachten? - Austauschpflicht und Förderung

Eigentümer von Heizsystemen für Öl müssen ihre Anlage jetzt nicht sofort austauschen. Konkreter Handlungsbedarf besteht allerdings für Betreiber veralteter Heizsysteme; vor allem, wenn diese älter als 30 Jahre sind. Denn hier greift die Austauschpflicht nach Paragraph 72 des GEG (Gebäudeenergiegesetz). 

Betreiben Sie zurzeit einen Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel für Öl, besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Denn nach dem genannten GEG dürfen unter anderem Öl-Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel weiterhin betrieben werden. Es ist sogar gestattet, Brennwerttechnik in Verbindung mit hybrider Nutzung Erneuerbarer neu einbauen zu lassen.

Darüber hinaus lohnt sich vor allem im Hinblick der neuen Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM) ein Wechsel zu einem Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien. So bekommen Sie zehn Prozent extra, wenn Sie Ihren alten Ölkessel gegen einen neuen regenerativen Wärmeerzeuger oder gegen eine Hybridheizung tauschen. Das gilt unter anderem für den Einbau einer Gas-Hybridheizung, einer Wärmepumpe oder einer neuen Biomasseanlage. Die im Rahmen des Klimaschutzpakets diskutierte Abwrackprämie für alte Ölheizungen mündete so praktisch in eine Austauschprämie. 

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Fazit von André Taggeselle
Im Rahmen der Eckpunkte des neuen Klimapakets müssen Eigentümer, die mit Öl heizen wollen, Folgendes beachten: Ein grundlegender Neueinbau von Ölkesseln ist ab 2026 nur noch in hybrider Form gestattet, das heißt unter Einbindung erneuerbarer Energien. Auf Basis einer Ölbrennwertheizung kann hier beispielsweise eine Kombination mit Solaranlage oder Wärmepumpe vorgenommen werden. Dasselbe gilt für einen Austausch veralteter Anlagen. Bereits verbaute Ölheizungen sind nicht betroffen. Sie können über 2026 hinaus in Betrieb bleiben, sofern sie nicht von der Austauschpflicht betroffen sind. 
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