Abwrackprämie für Ölheizung: Abwarten oder handeln?

Die Abwrackprämie oder Umweltprämie ist den meisten vom Gebrauchtwagenkauf bekannt. Dass es so etwas auch für die Entsorgung alter Heizungen geben soll, ist nicht erst seit Veröffentlichung der Eckpunkte des Klimapakets denkbar. Nach einem Vorstoß der Politik ist eine Prämie für die Modernisierung veralteter Heizungsanlagen nun wieder verstärkt im Gespräch. Meist geht es dabei um alte Ölheizungen. In diesem Artikel finden Sie alles Wissenswerte rund ums Thema. Wir klären, ob sich das Warten auf die Abwrackprämie für Ölheizung lohnt, und wie Eigentümer schon jetzt aktiv werden können. 

Alte Feuerungsanlage in einem düsteren Heizungskeller
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Welche Bundesländer zahlen Abwrackprämie für Ölheizung?

Bislang gab es Prämien für den Austausch alter Ölheizungen nur in bestimmten Bundesländern. Je nachdem, wie voll die Fördertöpfe sind, enden solche Förderprogramme früher oder später. Darüber hinaus laufen sie ohne zentrale Steuerung durch den Bund. Beschlossene Lösungen für Eigentümer existieren in Sachsen, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Der aktuelle Vorstoß der Politik harrt einer konkreten Ausarbeitung. Anlagenbetreiber sollten nicht vergessen, dass sich eine Modernisierung alter Heizungen auch ohne beschlossene Abwrackprämie lohnt. Denn bereits jetzt existieren zahlreiche Fördermöglichkeiten.

Konkret: Diese Abwrackprämien gibt es in Deutschland

Im Saarland erhalten förderungswillige Hausbesitzer einen Zuschuss von 1.000 Euro je Haushalt, wenn sie ihre über 15 Jahre alten Heizkessel austauschen oder eine Solaranlage einbauen. Sachsen stellte eine Abwrackprämie für Heizungen im Jahr 2009 zur Verfügung. Hier betrug die Fördersumme jeweils 1.250 Euro. Das aktuellste Beispiel ist Berlin: Der Senat will eine Kesseltauschprämie in Höhe von 5.000 Euro zahlen, wenn Wohneigentümer ihre alte Ölheizung oder Gasheizung modernisieren. Noch ist diese Abwrackprämie nicht eingeführt. Kleiner lässt es Nordrhein-Westfalen angehen. Hier erhalten Besitzer veralteter Heizkessel bereits jetzt eine Gutschrift von 200 Euro im Rahmen der Aktion “Kesseltausch NRW”.

Wann lohnt sich die Modernisierung einer Ölheizung?

Anlagenbetreiber, die auf eine Abwrackprämie für ihre alte Öl- oder Gasheizung hoffen, können bereits jetzt lohnende Förderprogramme ausschöpfen. Gerade bei Heizwert-Anlagen, die älter als 20 Jahre sind, lohnt sich zum Beispiel der Wechsel zur Brennwerttechnik. Diese senkt den Energieverbrauch merklich und ist eine gute Möglichkeit, um Kosten zu senken. Darüber hinaus lassen sich hier erheblich CO2-Emissionen reduzieren.

Voraussetzungen und Beantragung 

Eine deutschlandweite Abwrackprämie wird politisch noch diskutiert. Deshalb lässt sich über die Formalien eines Antrags zum jetzigen Zeitpunkt kaum etwas sagen. Die Umsetzung ist ebenfalls nicht entschieden. Wird es einen einmaligen Zuschuss geben? Können Anlagenbetreiber eher mit steuerlichen Vergünstigungen rechnen? Als Anreiz für Eigentümer – und um die generell niedrige Sanierungsquote zu heben – wird die Abwrackprämie für Ölheizung die politischen Gemüter aber vermutlich weiter beschäftigen. Bis zur endgültigen Klärung gibt es die Möglichkeit, auf die bekannten Förderprogramme von KfW und BAFA zurückzugreifen.

Fördermöglichkeiten im Überblick

Die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördern den Austausch alter Heizsysteme. Die Förderung der Heizung über die KfW-Bank in Höhe von bis zu 15 Prozent der Investitionssumme ist eine Handhabe für Eigentümer, das Klima und den Geldbeutel zu schonen - und zwar unabhängig von der geplanten Abwrackprämie für Ölheizung. Zur Bewilligung ist hier das Gutachten eines unabhängigen Energieberaters nötig. Wählen Hausbesitzer einen Experten aus der Region, kann dieser im Idealfall auch über regionale Fördermittel aufklären, die Gemeinden, Städte und Energieversorger bereitstellen. Wer auf die überregionalen Programme zurückgreifen möchte, hat folgende Optionen: Er kann entweder bei der KfW ein Darlehen oder einen einmaligen Zuschuss für den Austausch alter Öl- und Gasheizungen bekommen. Oder er nutzt die BAFA-Zuschüsse zur Förderung von Solaranlagen, Holzheizungen und Wärmepumpen.

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Fazit von André Taggeselle
Die Abwrackprämie für veraltete Öl- und Gasheizungen ist bislang nur ein Vorschlag. Hinsichtlich der Eckpunkte des Klimapakets bleibt das Thema sicherlich auf der politischen Tagesordnung. Eigentümer alter Öl- und Gasheizungen sollten unabhängig davon prüfen, welche bestehenden Fördermöglichkeiten es aktuell gibt. Insbesondere bei Anlagen, die älter als 20 Jahre sind, lohnt sich der Umstieg auf die kostensparende Brennwerttechnik. Diese wird mit bis zu 15 Prozent der Investitionssumme von der KfW-Bank gefördert.
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