Abwrackprämie für Ölheizung: Abwarten oder handeln?

Die Abwrackprämie oder Umweltprämie ist den meisten vom Gebrauchtwagenkauf bekannt. Dass es so etwas auch für die Entsorgung alter Heizungen geben soll, wird seit der Veröffentlichung der Eckpunkte des Klimapakets heiß diskutiert. Mit der Abwrackprämie für Ölheizungen bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nun einen realen Anreiz für die Modernisierung alter Ölheizungen. Wir klären, ob sich das Warten auf die Abwrackprämie lohnt, oder ob Betreiber einer Ölheizung die Austauschprämie des BAFA nutzen sollten.

Marktanreizprogramm des BAFA versus regionale Abwrackprämien 

Bislang gab es Abwrackprämien für den Austausch alter Ölheizungen in bestimmten Bundesländern, beispielsweise dem Saarland, Sachsen, Nordrhein-Westfalen oder Berlin. Je nachdem, wie voll die Fördertöpfe waren, endeten solche Förderprogramme früher oder später, und zwar ohne zentrale Steuerung durch den Bund. 

  • Im Saarland erhalten weiterhin förderungswillige Hausbesitzer einen Zuschuss von 1.000 Euro je Haushalt, wenn sie ihre über 15 Jahre alten Heizkessel austauschen oder eine Solaranlage einbauen. 
  • Sachsen stellte eine Abwrackprämie für Heizungen im Jahr 2009 zur Verfügung. Hier betrug die Fördersumme jeweils 1.250 Euro. 
  • In Nordrhein-Westfalen erhielten Hausbesitzer bis Mitte 2019 eine Gutschrift von 200 Euro im Rahmen der Aktion “Kesseltausch NRW”, wenn sie ihren alten Kessel austauschten.
  • In Berlin gibt es über das Programm HeiztauschPLUS der Investitionsbank Berlin (IBB) Zuschüsse in Höhe von bis zu 4.500 Euro.

Ölheizung mit Austauschprämie entsorgen

Mit Ablauf des Jahres 2019 ist der erste Ansprechpartner für eine Ölheizungs Austauschprämie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Anlagenbetreiber, die auf eine Abwrackprämie für ihre alte Ölheizung hofften, können seit 01.01.2020 lohnende Förderprogramme über das BAFA ausschöpfen. Voraussetzung ist, dass Öl-Anlagenbetreiber zumindest teilweise auf erneuerbare Energien umsteigen und diese dann mit einer Gas-Brennwertheizung kombinieren. 

Alte Feuerungsanlage in einem düsteren Heizungskeller
© Mike – AdobeStock_209461592_stock.adobe.com

Förderung im Überblick

Mittels Abwrackprämie kann die alte Ölheizung gegen eine Hybridheizung, eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpenanlage ausgetauscht werden. Die Förderung von 30 beziehungsweise 35 Prozent, die auf die jeweiligen Systeme gewährt wird, erhöht sich dadurch um 10 Prozent auf 40 beziehungsweise 45 Prozent. Im Gegenzug entfällt die Förderung für neu eingebaute Öl-Brennwertheizungen. Sie können demnach keine Förderung beantragen, wenn Sie eine alte Ölheizung gegen eine neue mit Brennwert tauschen. Eine Ausnahme dabei bildet die Ergänzung einer neuen Ölheizung mit erneuerbaren Energien, also Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe. Genannte regenerative Wärmeerzeuger erhalten eine Förderung von bis 30 Prozent beziehungsweise 35 Prozent (Biomasse oder Wärmepumpe). Die Kosten für die Ölheizung werden dabei nicht berücksichtigt.  

Voraussetzungen und Antragstellung für die Abwrackprämie

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt für Ölheizungen die Austauschprämie in Bestandsgebäuden, in denen die betroffene Ölheizung seit mehr als zwei Jahren in Betrieb und/oder fest installiert ist. Die Förderung gilt für alle Privatpersonen, aber auch für Freiberufler, Kommunen, Unternehmen und dergleichen. Anträge müssen vor Beginn der Maßnahmen durchgeführt werden, das heißt also, bevor der Vertrag mit dem durchführenden Heizungsbauer abgeschlossen wird. Ausnahme bilden die notwendigen Planungen im Vorfeld.

Es ist möglich, die Beantragung durch eine bevollmächtigte Person oder direkt den Heizungsfachmann durchführen zu lassen. Mehr Informationen zu den Voraussetzungen und der Beantragung der Abwrackprämie für Ölheizungen finden Sie in unserem Beitrag "Förderung für eine Ölheizung".

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Fazit von André Taggeselle
Auch ohne beschlossene Abwrackprämie lohnt sich die Modernisierung alter Heizungsanlagen, seit das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sein Marktanreizprogramm im Januar 2020 um eine Austauschprämie für Ölheizungen erweitert hat. Obwohl alle Einzelmaßnahmen zur Förderung neuer Öl-Brennwertgeräte künftig entfallen, bietet die BAFA die Ölheizungs-Austauschprämie in Höhe von bis zu 45 Prozent beim Tausch alter Ölheizungen durch Erneuerbare Energieträger.
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