Ist die Förderung einer Ölheizung möglich?

Mit Öl zu heizen, hat sich über viele Jahre bewährt. In etwa einem Viertel der deutschen Haushalte sorgt diese sichere und erprobte Heiztechnologie für Wärme und Warmwasser. Doch gibt es auch zukünftig eine Förderung für die Ölheizung? Vor allem die Klimadebatte 2019 und das daran anschließende Klimapaket haben bei vielen Menschen Fragen hinterlassen. Der folgende Artikel zeigt Ihnen, was es zu beachten gilt, wenn Sie eine Förderung für die Ölheizung beantragen möchten. 

Ist die Förderung der Ölheizung noch gültig?

Um der Frage nachzugehen, ob neue Öl-Brennwertheizungen noch gefördert werden oder nicht, ist herauszustellen, dass das Klimapaket der Bundesregierung kein generelles Verbot der Ölheizung beschlossen hat. Bestehende Kessel dürfen weiter betrieben werden, bis sie unter die Austauschpflicht (Paragraph 10 der Energieeinsparverordnung) fallen. So müssen 2020 beispielsweise alle alten Ölkessel raus, die mit dem Baujahr 1990 gekennzeichnet sind. Zumindest dann, wenn sie noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Weitere Ausnahmen finden Sie in unserem Beitrag zur Austauschpflicht von alten Ölheizungen.

Darüber hinaus dürfen noch bis Ende 2025 herkömmliche Ölheizungen mit Brennwerttechnik eingebaut werden. Danach ist dies untersagt, sofern Gasheizungen, Wärmepumpen oder der Anschluss an Wärmenetze möglich ist.

Sparschwein Thermostat Geldscheine und Geldmünzen liegen auf einem Tisch zur Symbolisierung der Förderung der Ölheizung

Können Sie sich eine neue Ölheizung fördern lassen?

Eine Förderung für die Ölheizung oder den Ölofen gibt es seit dem 01.01.2020 in der Form nicht mehr. Grundsätzlich ist die Heizungsförderung als Einzelmaßnahmen überwiegend vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernommen worden. Eine Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist nicht mehr möglich. Alle Anträge für eine Förderung, die vor dem 31.12.2019 erfolgten, werden entsprechend der alten Förderbedingungen bearbeitet.

Konkret heißt das für die Ölheizung-Förderung bei der KfW: Die Förderung für Öl-Brennwertheizungen entfällt als Einzelmaßnahme und als Heizungspaket (KfW-Programm 152 und 430). Darüber hinaus wird sie auch nicht mehr bei den Kosten für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus berücksichtigt (Programm 151 und 430). Dennoch fließt ihre Leistung in die energetische Berechnung mit ein. Anders im Neubau: Hier erreichen Sie den KfW-Effizienzhausstandard mit einer Öl-Brennwertheizung nicht mehr. 

Fördert das BAFA eine neue Ölheizung?

Der Ölheizkessel selbst und allein lässt sich auch über das BAFA nicht mehr fördern. Das Bundesamt betont hier, dass alle Heizungen, die Öl als Brennstoff nutzen, von der Förderung ausgeschlossen sind. Das betrifft sowohl Brennwertkessel als auch Öl-Hybridheizungen. Die einzige Möglichkeit, die sich hier bietet, ist die Ölheizung um einen Wärmeerzeuger für erneuerbare Energie wie eine Solarthermie oder Wärmepumpe zu ergänzen. Für diese Komponente können Sie einen BAFA-Antrag stellen. Dabei gilt, dass die überwiegend thermische Energie vom neuen Wärmeerzeuger kommen muss. Die Ölheizung kann damit nur noch als Spitzenlastkessel dienen, zum Beispiel wenn es im Winter besonders kalt wird.

Wichtig: Alle Anträge, die vor dem 31.12.2019 eingereicht wurden, werden entsprechend der Richtlinien vom 11.03.2015 bearbeitet. Eine Rücknahme von bereits gestellten Anträgen ist zudem ausgeschlossen.

Von der Austauschprämie profitieren

Früher hieß Ölheizung erneuern erst einmal, auf eine Öl-Brennwertheizung umzusteigen. Zwar wird der Einbau einer neuen Öl-Brennwertheizung nicht mehr gefördert, alternativ können Sie die bestehende Ölheizung aber ersetzen. Das hat den Vorteil, dass sich der Fördersatz des BAFA um zusätzliche zehn Prozent erhöht. Ersetzen Sie die Ölheizung durch ein Hybridsystem, kombinieren Sie zukünftig Technologien auf Basis erneuerbarer Energien und bekommen Sie einen Zuschuss von bis zu 45 Prozent. Für den Wechsel auf eine Gas-Hybridheizung erhalten Sie eine Förderung von bis zu 40 Prozent. Für den Austausch der Ölheizung gegen eine Wärmepumpe oder Biomasseanlage wie eine Pelletheizung oder einen Holzvergaserkessel können Sie mit einer Förderung von bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen. 

Steuerbonus für die neue Ölheizung?

Mit der Einführung des Paragraphen 35 c des Einkommenssteuergesetzes können für die nächsten zehn Jahre energetische Sanierungen geltend gemacht werden. Zu den Maßnahmen zählen: die Wärmedämmung von Wänden und Decken, die Erneuerung von Fenstern sowie die Erneuerung der Heizungsanlage und die Optimierung bestehender Anlagen.

Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen:

  • Es handelt sich um selbstgenutzten Wohnraum.
  • Die Wohnung ist älter als zehn Jahre.
  • Es wurde ein Fachunternehmen beauftragt.

Achtung: Bezüglich der Heizungsanlagen gelten die gleichen Bedingungen wie für die BAFA-Förderung. Das heißt, auch hier wird es nur für den Austausch der Ölheizung gegen einen Wärmeerzeuger mit erneuerbaren Energien einen Steuerbonus geben; nicht für eine neue Öl-Brennwertheizung allein.

Handwerkerkosten von der Steuer absetzen

Grundsätzlich können Sie jedoch die Handwerkerkosten für den Einbau einer neuen Ölheizung geltend machen. Dabei ist die Höchstsumme auf 6.000 Euro für die Maßnahmen beziehungsweise Leistungen begrenzt. Davon können Sie bis zu 20 Prozent (also 1.200 Euro) bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Achten Sie darauf, dass Technik und Arbeitsleistung getrennt auf der Rechnung abgebildet werden.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Der Einbau neuer Ölheizungen ist nur noch bis 2026 zulässig. Die Förderung für den reinen Ölkessel gibt es nicht mehr. Dennoch bietet das BAFA eine Reihe Alternativen an, insbesondere wenn Sie sich für ein System mit erneuerbaren Energien entscheiden. Damit können Sie nicht nur die Anschaffungskosten merklich reduzieren, Sie investieren zudem in die Zukunft und schonen die Umwelt. 
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