Ist die Förderung einer Ölheizung möglich?

Mit Öl zu heizen, hat sich über viele Jahre bewährt. In etwa einem Viertel der deutschen Haushalte sorgt diese sichere und erprobte Heiztechnologie für Wärme und Warmwasser. Doch gibt es auch zukünftig eine Förderung für die Ölheizung? Vor allem die Klimadebatte 2019 und das daran anschließende Klimapaket haben bei vielen Menschen Fragen hinterlassen. Der folgende Artikel zeigt Ihnen, was es zu beachten gilt, wenn Sie eine Förderung für die Ölheizung beantragen möchten. 

Ist die Förderung der Ölheizung noch gültig?

Um der Frage nachzugehen, ob neue Öl-Brennwertheizungen noch gefördert werden oder nicht, ist herauszustellen, dass das Klimapaket der Bundesregierung kein generelles Verbot der Ölheizung beschlossen hat. Bestehende Kessel dürfen weiter betrieben werden, bis sie unter die Austauschpflicht (Paragraph 72 des Gebäudeenergiegesetzes, GEG) fallen. So müssen 2021 beispielsweise alle alten Ölkessel raus, die mit dem Baujahr 1991 gekennzeichnet sind. Zumindest dann, wenn sie noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Weitere Ausnahmen finden Sie in unserem Beitrag zur Austauschpflicht von alten Ölheizungen.

Darüber hinaus dürfen noch bis Ende 2025 herkömmliche Ölheizungen mit Brennwerttechnik eingebaut werden. Danach ist dies untersagt, sofern Gasheizungen, Wärmepumpen oder der Anschluss an Wärmenetze möglich ist. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag "Verbot von Ölheizungen? Die wichtigsten Fragen und Antworten".

Das Bild zeigt ein Schild mit Förderung auf einem Tisch mit Teilen einer Heizungsanlage. 
©  Marco2811 – stock.adobe.com

Keine Förderung von Ölheizung

Die Heizungsförderung als Einzelmaßnahme, also der Austausch einer Heizung beziehungsweise die Heizungsmodernisierung, ist mit dem Jahresbeginn 2021 in die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) übergegangen. Über diese gibt es eine Förderung der Ölheizung nicht mehr. Weder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) noch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die Ölheizung förderfähig. Das gilt nicht nur bei der Einzelmaßnahme im Bestand, sondern greift auch im Neubau. Darüber hinaus gilt: Die Kosten werden beim Erreichen des sogenannten KfW-Effizienzhaus-Standards im Zuge einer Sanierung nicht mehr berücksichtigt. Für den Neubau heißt das, dass der Standard mit dem Einbau einer Öl-Brennwertheizung auch nicht mehr erreicht werden kann. 

Von der Austauschprämie profitieren

Zwar wird der Einbau einer neuen Öl-Brennwertheizung nicht mehr gefördert, Sie können die bestehende Ölheizung dennoch ersetzen. Das hat den Vorteil, dass sich der Fördersatz des BAFA für Gas-Hybridheizungen und Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien um zusätzliche zehn Prozent erhöht. Sie bekommen einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent. Für den Wechsel auf eine Gas-Hybridheizung erhalten Sie immerhin noch eine Förderung von bis zu 45 Prozent. Für den Austausch der Ölheizung gegen eine Wärmepumpe oder Biomasseanlage wie eine Pelletheizung oder einen Holzvergaserkessel können Sie mit einer Förderung von bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen. 

Gibt es nicht doch eine Option auf Fördermittel?

Die einzige Möglichkeit ist die Ölheizung um einen Wärmeerzeuger für erneuerbare Energie wie eine Solarthermie oder eine Wärmepumpe zu ergänzen. Für diese Komponente können Sie einen Förderantrag stellen. Dabei gilt, dass die überwiegend thermische Energie vom neuen Wärmeerzeuger kommen muss. Die Ölheizung kann damit nur noch als Spitzenlastkessel dienen, zum Beispiel wenn es im Winter besonders kalt wird.

Steuerbonus für die neue Ölheizung?

Mit der Einführung des Paragraphen 35 c des Einkommenssteuergesetzes können für die nächsten zehn Jahre energetische Sanierungen geltend gemacht werden. Zu den Maßnahmen zählen: die Wärmedämmung von Wänden und Decken, die Erneuerung von Fenstern sowie die Erneuerung der Heizungsanlage und die Optimierung bestehender Anlagen.

Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen:

  • Es handelt sich um selbst genutzten Wohnraum.
  • Die Wohnung ist älter als zehn Jahre.
  • Es wurde ein Fachunternehmen beauftragt.

Bitte beachten: Dadurch dass sich der Steuerbonus nach den Richtlinien von 2020 richtet und seitdem eine Ölheizung auch nicht mehr gefördert wird, ist auch hier die finanzielle Entlastung nach Einbau einer Ölheizung nicht mehr möglich. Nur für den Austausch der alten Ölheizung gegen einen Wärmeerzeuger mit erneuerbaren Energien gibt es einen Steuerbonus.

Handwerkerkosten von der Steuer absetzen

Grundsätzlich können Sie jedoch die Handwerkerkosten für den Einbau einer neuen Ölheizung geltend machen. Dabei ist die Höchstsumme auf 6.000 Euro für die Maßnahmen beziehungsweise Leistungen begrenzt. Davon können Sie bis zu 20 Prozent (also 1.200 Euro) bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Achten Sie darauf, dass Technik und Arbeitsleistung getrennt auf der Rechnung abgebildet werden.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Die Förderung für den reinen Ölkessel gibt es nicht mehr. Dennoch können Sie ergänzende Systeme fördern lassen. Hierbei ist entscheidend, dass der Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien zu einem Großteil den Wärmebedarf abdeckt. Damit können Sie nicht nur die Anschaffungskosten merklich reduzieren, Sie investieren zudem in die Zukunft und schonen die Umwelt. Daneben können Sie die Kosten für eine alleinige Ölheizung nur noch als Handwerkerkosten von der Steuer absetzen.
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