Ölheizung: Wirtschaftlich und umweltschonend Heizen

Mehr als 35 Prozent aller Heizungen in Deutschland sind heute bereits 20 Jahre und älter, so das Ergebnis einer Untersuchung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW). Vor allem eine Ölheizung verbraucht dabei viel mehr Energie als eigentlich notwendig. Planen Hausbesitzer den Austausch der alten Anlage, können sie mit einem neuen Öl-Brennwertgerät nicht nur bares Geld sparen, sondern auch den Verbrauch fossiler Rohstoffe senken. Wie eine Ölheizung funktioniert, welche Arten es gibt und was eine effiziente Ölheizung kostet, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Die Themen im Überblick:

  1. Erklärung der Ölheizung
  2. Die Besonderheit einer Ölheizung
  3. Arten von Ölheizungen
  4. Brennstoffe für Ölheizungen
  5. Die Tankanlage
  6. Kosten einer Ölheizung
  7. Vor- und Nachteile
  8. Die Ölheizung in Alt- und Neubauten

Eine Ölheizung steht in einem Keller

Die Öl-Heizung – was ist das eigentlich?

Eine Ölheizung erzeugt Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung durch die Verbrennung von Heizöl – einem flüssigen Brennstoff, der in Tankanlagen vor Ort gelagert wird. Wie die Gasheizung gehört auch das Heizen mit Öl zu einer der meist genutzten Heiztechnologien. So versorgen Ölheizungen heute etwas mehr als ein Viertel aller deutschen Wohngebäude mit Wärme für Heizung und Warmwasser.

Was zeichnet eine Öl-Heizung aus?

Während alte Ölheizungen nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und häufig mehr Energie verbrauchen als nötig, sorgen moderne Öl-Brennwertkessel für eine hohe Effizienz. Denn zusätzlich zur Wärme, die direkt bei der Verbrennung gewonnen wird, nutzen sie auch im Abgas vorhandene Energie, die früher ungenutzt durch den Schornstein verschwand. Dieser sogenannte Brennwerteffekt macht es möglich, bis zu 98 Prozent der im Heizöl gespeicherten Energie zu nutzen. Das reduziert den Verbrauch, senkt die Heizkosten und hilft dazu, auch das Klima zu schützen. Hier finden Sie einen Überblick über weitere Heizungsarten.

Welche Arten der Öl-Heizungen gibt es?

Egal ob bei einer Modernisierung oder im Neubau ist das Heizen mit Öl heute in zwei Formen möglich. Diese sind:

  • die Öl-Brennwertheizung
  • die Öl-Solar Hybridheizung

Effizienter Standard: Die Öl-Brennwertheizung

Die Öl-Brennwertheizung ist heute Standard, wenn es um das Heizen mit Öl geht. Wie in den vorangegangenen Abschnitten beschrieben, arbeitet sie mit einem besonders hohen Wirkungsgrad und kann den eingesetzten Brennstoff bestmöglich ausnutzen. Vor allem bei dem Tausch einer alten Ölheizung führt sie durch den geringeren Verbrauch zu sinkenden Heizkosten und einer besseren Umweltbilanz. Die Systemtechnik ist langjährig erprobt und kann daher zuverlässig in jedem Haus eingesetzt werden, in dem es ausreichend Platz für die Öltanks gibt. Denn ja nach Energiebedarf können diese ein Volumen von 1.000 bis 3.000 Litern oder sogar größer einnehmen. Nachteilig am Heizen mit dem Brennstoff Öl ist die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern – auch dann, wenn diese bis zu 10 Prozent aus pflanzlichen Anteilen bestehen.

Klimaschonende Kombination: Ölheizung mit Solarthermie

Geht es darum, sowohl die Heizkosten als auch die Klimaauswirkungen einer Ölheizung zu senken, empfiehlt sich die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage. Denn diese fängt die kostenfreie Umweltenergie der Sonne auf und wandelt sie in Wärme um. Diese kann sowohl zur Warmwasserbereitung als auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Das senkt den Verbrauch und schont die Ölheizung, das Portemonnaie sowie die Umwelt. Kann die Solaranlage nicht genügend Energie in das System einbringen, schaltet die intelligente Regelung auf Heizen mit Öl um und stellt somit sicher, dass es im Haus zu jeder Zeit mollig warm wird.

Welche Brennstoffe können in Öl-Heizungen verwendet werden?

Ölheizungen werden mit flüssigen Brennstoffen betrieben, die meist als Jahresvorrat in Tankanlagen im eigenen Haus gelagert werden. Je nach Zusammensetzung und Qualität des Heizöls unterscheidet man dabei heute die Sorten:

  • Schwefelarmes Heizöl (EL)
  • Bio-Heizöl

Der Standard: Schwefelarmes Heizöl

Schwefelarmes Heizöl (EL) ist heute der Standard, wenn es um das Heizen mit Öl geht. Es hat einen Marktanteil von über 99 Prozent und ist bei allen Mineralstoffhändlern in Deutschland erhältlich. Es wird aus fossilem Erdöl gewonnen, hat einen besonders niedrigen Schwefelanteil und kann fast rückstandsfrei verbrannt werden. Durch die genormten Qualitätsanforderungen ermöglicht schwefelarmes Heizöl eine gleichbleibend hohe Energieausnutzung und sorgt außerdem für einen geringen Wartungsaufwand der Ölheizungen.

Unter der Bezeichnung Premium-Heizöl verkaufen einige Hersteller ein mit besonderen Additiven versetztes Heizöl. Die Zusatzstoffe sollen die Eigenschaften des Brennstoffs verbessern und so zum Beispiel für einen geringeren Verschleiß oder einen besseren Verbrauch beim Heizen mit Öl sorgen. Schwefelarmes Heizöl ist teilweise auch als klimaneutrales Heizöl erhältlich. Dabei wird ein Preisaufschlag genutzt, um Klimaschutzprojekte wie Aktionen zur Aufforstung zu finanzieren. Da Heizöl nie CO2-neutral verbrennt, besteht die Klimaneutralität jedoch nur virtuell, also auf dem Papier.

Ökologische Alternative: Bio-Heizöl

Gelbe Rapsfelder vor Windrädern die das Bio-Heizöl für Ölheizungen symbolisieren Eine ökologische Alternative zum konventionellen Brennstoff ist das Bio-Heizöl. Dabei handelt es sich um schwefelarmes Heizöl, dem ein Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen beigemischt wurde. Das verwendete Bio-Öl wird in der Regel aus Raps-, Soja- oder Sonnenblumenöl und Methanol hergestellt und hat insgesamt einen Anteil von 3 bis etwa 10 Prozent am Heizöl. Während der alternative Brennstoff in den meisten neuen Ölheizungen ohne Weiteres eingesetzt werden kann, sind bei älteren Öl-Anlagen unter Umständen besondere Maßnahmen erforderlich.

Die Tankanlage: Was ist bei Öltanks im Haus zu beachten?

Entscheiden sich Bauherren oder Hausbesitzer für das Heizen mit Öl, muss auch eine Tankanlage installiert werden. Wie viel des flüssigen Brennstoffs dabei gelagert werden muss, hängt von der energetischen Qualität des Gebäudes ab. Ist diese besonders hoch, reicht mitunter eine kleinere Tankanlage aus.

Soll das Heizöl im Gebäude untergebracht werden, kommen meist Batterie-Anlagen zum Einsatz. Diese bestehen aus einzelnen Kunststoff-Modulen und können auch im Altbau oft ohne Weiteres installiert werden. Da Heizöl ein entzündbarer Brennstoff ist, ist die Lagerung im Gebäude jedoch mit besonderen Anforderungen verbunden. Die Wichtigsten haben wir hier zusammengestellt:

  • Werden mehr als 5.000 Liter Heizöl gelagert, muss der Wärmeerzeuger in einem getrennten Raum untergebracht werden.
  • Zwischen Tank und Wärmeerzeuger gilt ein Mindestabstand von einem Meter. Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Blech als Strahlungsschutz einzusetzen.
  • Der Lagerraum darf kein Durchgangs-, Treppen- oder Dachraum sein.
  • Der Lagerraum muss mit einer selbstschließenden Tür versehen werden.
  • An mindestens zwei Seiten des Tanks muss ein Freiraum von 40 Zentimetern zur nächsten Wand eingeplant werden. Bei den übrigen Seiten reicht ein Abstand von 5 Zentimetern.
  • Mit Ausnahme doppelwandiger Tanks mit Leckage-Anzeige müssen die Behälter in einer wasserdichten Wanne aufgestellt werden. Diese wird in der Regel gemauert.
  • Je nach Bauordnung der Länder muss der Aufstellraum selbst hohe Brandschutzanforderungen erfüllen. Wände, Decken und Türen müssen dabei feuerhemmend (F30) sein.

Generell müssen die Tankanlagen von einem Fachbetrieb eingebaut und vor Inbetriebnahme bei der Wasserbehörde angezeigt werden. Darüber hinaus ist die Abnahme durch einen Sachverständigen in den meisten Fällen Pflicht.

Was kostet eine Öl-Heizung?

Die Kosten einer Ölheizung setzen sich aus drei Teilen zusammen. Diese sind:

  • die Ölheizung selbst
  • die Tankanlage zur Öllagerung
  • die Brennstoffkosten im Betrieb

Die Kosten der Ölheizung selbst

Effiziente Wärmeerzeuger zum Heizen mit Öl gibt es heute in vielen verschiedenen Leistungsklassen. Für einen Brennwertkessel zum Einsatz in einem typischen Einfamilienhaus etwa müssen Hausbesitzer dabei mit Kosten von 6.000-8.000 Euro rechnen. Soll außerdem auch eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung installiert werden, kommen noch einmal rund 4.000-5.000 Euro hinzu. Vor allem dann, wenn alte Heizkessel durch neue Brennwertgeräte ersetzt werden, können Bauherren und Hausbesitzer auch beim Heizen mit Öl von einer staatlichen Förderung für eine Ölheizung profitieren. Die Preise für eine Ölheizung variieren jedoch stark nach Region, Hersteller und Dienstleister und stellen damit nur eine grobe Kosteneinschätzung dar.

Ölheizung als Kompakteinheit aus Systemspeicher und Ölheizung

Eine Ölheizung in Kombination mit Solarthermie verbindet Sicherheit mit erneuerbaren Energien – hier eine Kompakteinheit aus Systemspeicher und Ölheizung.

Die Tankanlage zur Öllagerung

Die Kosten der Tanks für die Ölheizung richten sich nach dem energetischen Stand des Gebäudes. Ist diese besonders hoch, reicht schon eine kleinere Anlage aus. Als Richtwert können Einfamilienhausbesitzer hier mit etwa 2.000 Euro rechnen.

Die Brennstoffkosten einer Ölheizung

Vergleicht man die Werte der vergangenen 5 Jahre, befinden sich die Kosten für Heizöl heute auf einem sehr niedrigen Niveau. Wie viel Hausbesitzer beim Heizen mit Öl jedes Jahr ausgeben müssen, hängt neben dem Brennstoffpreis aber auch vom eigenen Verhalten und dem energetischen Gebäudestand ab. Eine zuverlässige Aussage kann dabei nur für jeden Fall einzeln ermittelt werden. Bei einem Heizölpreis von etwa 50 Cent je Liter kostet die Füllung eines 2.000 Liter-Tanks 1.000 Euro. Vor allem bei einer Sanierung führt eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik jedoch oft zu spürbaren Einsparungen der Heizkosten.

Welche Vor- und Nachteile hat das Heizen mit Öl?

Durch die Nutzung des Brennwerteffekts ist das Heizen mit Öl heute sehr effizient. Vor allem bei dem Austausch alter ölbasierter Heizkessel können dabei oft spürbare Einsparungen erzielt werden. Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile der Ölheizung noch einmal zusammengefasst.

Vorteile der Ölheizung: Nachteile einer Ölheizung:
geringe Heizkosten und hoher Wirkungsgrad durch Nutzung des Brennwert-Effekts trotz der Beimischung von Bio-Heizöl verbrauchen Ölheizungen überwiegend fossile Rohstoffe
zuverlässiger Heizbetrieb durch ausgereifte Technik für die Öllagerung wird ausreichend Platz benötigt
nachhaltig in Kombination mit erneuerbaren Energien
wie der Solarthermie
die Entwicklung der Ölpreise ist nicht vorhersehbar, tendiert aber zu steigenden Preisen
keine Kosten und laufende Gebühren für einen Gasanschluss
Bestandsgebäude verfügen oft bereits über einen Öllagerraum – daher geringe bis keine Umbaumaßnahmen im Keller

Die Ölheizung in Alt- und Neubauten

Eine Ölheizung ist im Altbau nach wie vor sehr beliebt. Sie ist in der Regel günstiger als andere Heizungsarten. Viele Bestandsgebäude verfügen bereits über einen Lagerraum und müssen daher nicht weiter ausgebaut werden, was einen zusätzlichen Vorteil für eine Ölheizung bedeutet. Auch für Neubauten kann eine Ölheizung eine wirtschaftliche Lösung sein. Vor allem in Kombination mit Solarthermie oder einem Holzkamin können die strengen Anforderungen für neu errichtete Gebäude durchaus erfüllt werden.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Ölheizungen erreichen dank des Brennwerteffekts heute hohe Wirkungsgrade und können die eingesetzten Brennstoffe gut ausnutzen. Allerdings verbrennen sie auch im Betrieb mit Bio-Heizöl überwiegend fossile, nicht nachwachsende Rohstoffe. Eine neue Ölheizung lohnt sich daher vor allem zum Austausch alter, ineffizienter Öl-Heizsysteme.

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