Spreizung der Heizung

Dieser Artikel behandelt das Thema S wie Spreizung der Heizung.

Die Spreizung einer Heizung lässt sich ganz einfach am Thermometer ablesen. Denn sie beschreibt die Differenz, zwischen Vorlauf und Rücklauf des Heizungswassers. Je höher die Temperaturspreizung des Heizungswassers bei gleichem Massenstrom ist, umso mehr Wärme gibt es über die Heizflächen an das Haus ab. Ist die Spreizung konstant, steigt die Leistung hingegen mit dem Massenstrom. 

Thermometer zeigen Spreizung der Heizung
© Matthias Buehner – stock.adobe.com

Einfach erklärt: Die Spreizung der Heizung 

Bei der Spreizung handelt es sich um einen Temperaturwert. Er wird in Kelvin (K) angegeben und steht für die Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur der Heizung. Arbeitet ein System mit einer Vorlauftemperatur von 60 Grad Celsius und einer Rücklauftemperatur von 50 Grad Celsius, beträgt die Temperaturspreizung 10 Kelvin. Es gilt also:

  • TVorlauf [in °C] – TRücklauf [in °C] = Spreizung [in K]

Die Höhe der Temperaturdifferenz wirkt sich dabei direkt auf die Energieeffizienz einer Heizung aus. Ist die Temperaturspreizung hoch, kann das Heizungswasser bei gleichem Massenstrom mehr Energie transportieren. Das sorgt bei der Heizungspumpe zwar für einen geringeren Stromverbrauch, erhöht dafür aber die Wärmeverluste in der Verteilung.

Typische Spreizungen von Heizungsanlagen 

Moderne Heizkörpersysteme arbeiten in der Regel mit einer Temperaturdifferenz von zehn bis 15 Kelvin. Kommen stattdessen Fußbodenheizungen zum Einsatz, genügt auch eine Differenz von nur fünf Kelvin. Der Grund: Eine Fußbodenheizung nutzt sehr große Flächen, um thermische Energie an den Raum zu übertragen. Die sogenannte Übertemperatur (ergibt sich aus Vorlauf-, Rücklauf- und Raumtemperatur) lässt sich daher geringer wählen. Bei der Nah- oder Fernwärme liegen Vor- und Rücklauftemperaturen hingegen deutlich weiter auseinander. Denn hier ist viel Wärme über weite Strecken zu transportieren. Indem Betreiber die Spreizung höher wählen, muss die Pumpe weniger leisten. Sie verbraucht demzufolge auch weniger Strom.

Die Temperaturspreizung messtechnisch erfassen

Das Messen der Spreizung lässt sich in der Praxis einfach bewerkstelligen. Denn dazu versehen Experten den Vorlauf und den Rücklauf mit einem Temperaturfühler. Die Differenz der Messwerte ist die Temperaturspreizung. Technisch nutzbar ist der Wert übrigens in einem Wärmezähler. Denn dieser multipliziert die Differenz aus Vor- und Rücklauftemperatur mit dem Massenstrom des Heizungswassers, um die transportierte Wärmemenge zu bestimmen.

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