Schwarzstartfähigkeit 

Dieser Artikel behandelt das Thema S wie Schwarzstartfähigkeit.

Kommt es zu einem Stromausfall, benötigen viele Energieerzeuger Strom, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Mit der Schwarzstartfähigkeit bezeichnen Versorger die Eigenschaft von Kraftwerken, Blockheizkraftwerken oder auch Batteriespeichern, autark hochzufahren. Der sogenannte Schwarzstart ist damit wichtig, um nach einem Blackout wieder Strom erzeugen zu können. 

Schwarzstartfähigkeit der Photovoltaikanlage im Haus
© Slavun / Shutterstock.com

Blackout: Schwarzstart und Inselbetrieb sorgen für Energie

Steigt der Anteil regenerativer Energien im Stromnetz, geht das zulasten der Netzstabilität. Zumindest teilweise, denn Sonnen- und Windstrom sind fluktuierend. Sie lassen sich nur dann nutzen, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Kommt es zu einem Blackout, also einem flächendeckenden Stromausfall, müssen alternative Anlagen in Betrieb gehen. In der Praxis ist das aber gar nicht so einfach. Denn zum Start von Kraftwerken, BHKWs und anderen Stromerzeugern ist meist selbst elektrische Energie nötig.

Schwarzstartfähigkeit ist wichtig für Netzstabilität und Energieversorgung 

Verfügen Stromerzeuger und Batteriespeicher über die Schwarzstartfähigkeit, nehmen sie auch ohne Strom aus dem Netz den Betrieb auf. Sie versorgen Gebäude, Quartiere oder ganze Städte autark im Inselbetrieb – während Verbraucher oftmals nichts davon mitbekommen. Der Schwarzstart eines Batteriespeichers sorgt also für viel Stabilität im Netz. Er hilft, die Versorgung nach einer Störung schnell wieder aufzubauen und Schadenssummen in großer Höhe zu vermeiden.

Große Batteriespeicher effektiver als herkömmliche Technologien

Vor dem Ausbau der regenerativen Energien und der damit verbundenen Speichertechnologien sorgten vor allem Druckluft- sowie Pumpspeicher oder Gasturbinen-Anlagen für den nötigen Schwarzstart nach einem Blackout. Während Erstere aufwendig zu betreiben sind, lassen sich Pumpspeicherkraftwerke nicht ohne Mindestgefälle installieren. Kraftwerke auf Basis von Gasturbinen benötigen hingegen eine gewisse Anfahrzeit.

Günstiger sind hier große Batteriespeicher, die in sekundenschnelle viel Strom liefern. Sie lassen sich einfacher steuern und nahezu überall installieren. Beides sind Gründe, aus denen Energieversorger und Netzbetreiber in Zukunft vermehrt auf den Schwarzstart mit Batteriespeichern setzen, um Netze nach Störungen und Blackouts wieder hochzufahren.

Photovoltaik und Wechselrichter: Schwarzstartfähigkeit auch ohne Speicher

Während Energieversorger im Sinne der Netzstabilität auf große Batteriekraftwerke setzen, profitieren Hausbesitzer von Stromspeichern und Wechselrichtern mit Schwarzstartfähigkeit. Sind Erstere geladen, liefern sie ausreichend Energie, um zumindest die wichtigsten Geräte im Haushalt zu versorgen. Hält der Blackout länger an, wird es spätestens in der Nacht schwierig. Denn dann sind die Akkus meist leer. Durch einen Wechselrichter mit Schwarzstartfähigkeit gelingt der Schwarzstart mit der Photovoltaik allein. Denn diese erzeugt nach Sonnenaufgang wieder Strom für die angeschlossenen Verbraucher im Haus.

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