Rußzahl einer Ölheizung 

Dieser Artikel behandelt das Thema R wie Rußzahl.

Die Rußzahl (Rz) ist eine Kennziffer für Ölheizungsanlagen. Sie steht für die Konzentration staubförmiger Emissionen im Abgas und beschreibt, wie sauber eine Ölheizung arbeitet. Messen lässt sich die Kennziffer mit einer speziellen Rußpumpe. Dabei saugen Fachhandwerker einen Teil des Abgases über ein Filterpapier, bevor sie dessen Schwärzung bestimmen. Wir informieren über Pflichten sowie Grenzwerte der Rußzahl einer Ölfeuerungsanlage.

Wartung am Brenner mit Messung der Rußzahl
Reinigung und Einstellung des Brenners bei zu hohem Messwert / © rupbilder – stock.adobe.com 

Pflichten und Grenzwerte der Rußzahl einer Ölheizung 

Ist die Rußzahl sehr hoch, gibt eine Ölheizung mehr Schadstoffe an die Umwelt ab. Um das zu verhindern, müssen Anlagenbetreiber den Kennwert regelmäßig durch einen Schornsteinfeger überprüfen lassen. So fordert es die erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV oder Kleinfeuerungsanlagenverordnung), die auch bestimmte Grenzwerte festlegt. Letztere hängen von der Art des Ölbrenners ab und ergeben sich wie folgt:

Heizung/ Brenner Rußzahl (oberer Grenzwert)
Ölfeuerungsanlagen mit Verdampfungsbrenner2
Ölfeuerungsanlagen mit Verdampfungsbrenner und einer Leistung
von maximal 11 kW (Inbetriebnahme vor dem 1.11.1996)
3
Ölfeuerungsanlagen mit Zerstäubungsbrenner1
Ölfeuerungsanlagen mit Zerstäubungsbrenner (Inbetriebnahme
 bis 01.10.1988 bzw. 3.10.1990 in der ehem. DDR)
2

Wichtig zu wissen: Wurden alte Ölfeuerungsanlagen seit ihrer Inbetriebnahme wesentlich geändert, gelten nach erster BImSchV die Grenzwerte für Ölfeuerungsanlagen mit Verdampfungsbrenner (Rz = 2) und Zerstäubungsbrenner (Rz = 1). 

Bestimmung der Rußzahl mit einer Rußpumpe

Um die Kennziffer zu bestimmen, nutzen Heizungsmonteure und Schornsteinfeger eine spezielle Rußpumpe. Diese besitzt ein Ansaugstück, das sich in den Kernstrom des Abgases einführen lässt. Ist das erledigt, legen die Prüfer ein sauberes Filterpapier in die Pumpe ein. Anschließend saugen sie die Abgase mit mehreren gleichmäßigen Hüben über den Filter. Sie drehen diesen und wiederholen den Vorgang zweimal. Durch den Ruß im Abgasstrom entstehen dabei drei dunkel eingefärbte Punkte auf dem Testpapier. Gleichen Experten diese mit einer Schablone ab, können sie die Rußzahl bestimmen.

Wichtig zu wissen: Während die Arbeit mit der Rußpumpe direkt im Heizungskeller stattfindet, sollte die Auswertung im Freien erfolgen. Da ist das Licht besser und die Messwerte lassen sich unverfälscht ablesen.

Typische Gründe für eine zu hohe Rußzahl 

Ein zu hoher Messwert deutet in der Regel auf eine unvollständige Verbrennung hin. Dabei gelangt Kohlenstoff über das Abgas in die Umgebung. Das heißt: Die Anlage belastet die Umwelt mehr und die Heizkosten steigen. Typische Ursachen dafür sind:

  • Luftmangel bei der Verbrennung
  • Heizöl-Überversorgung des Ölbrenners
  • fehlender Auftrieb im Schornstein
  • verschmutzte oder verschlissene Öldüse
  • Wasser oder zähe Bestandteile im Heizöl
  • verstopfte Öl-Filter oder niedrige Ölqualität
  • Fehler bei der Ölvorwärmung

Tritt einer der genannten Fehler auf, müssen Hausbesitzer den Ölbrenner reinigen und neu einstellen lassen. Achtung: Arbeitet der Brenner zu lange mit einer hohen Rußzahl, lagern sich Verschmutzungen auch im Verbrennungsraum an. Hier mindern sie die Wärmeübertragung auf das Heizungswasser, was zu einer geringeren Leistung und höheren Heizkosten führt.

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