Rauchgasthermostat

Dieser Artikel behandelt das Thema R wie Rauchgasthermostat.

Der Rauchgasthermostat ist ein kleines Bauteil zur Erfassung der Rauchgastemperatur von Heizungsanlagen. Liegen diese über oder unter einem voreingestellten Schwellenwert, kann der Thermostat weitere Geräte zu- oder abschalten. Typisch ist der Einsatz zum Beispiel dann, wenn Festbrennstoffkessel den gleichen Schornsteinzug nutzen wie Öl- oder Gasheizungen. Denn auf diese Weise lassen sich die Wärmeerzeuger für Gas oder Öl einfach abschalten, wenn die Holzheizung in Betrieb geht.

Rauchrohrthermostat sitzt am Rauchrohr von Kaminen oder Kesseln
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Rauchgasthermostat: Funktion und Aufbau

Der Rauchgasthermostat ist ein Regler, der andere Geräte abhängig von der gemessenen Temperatur ein- oder ausschalten kann. Er besteht aus einem stabilen Installationsgehäuse, das mit einem Rohr- oder einem Anlagefühler verbunden ist. Bei den Temperaturaufnehmern handelt es sich meist um PTC Widerstände. Die sogenannten Kaltleiter haben einen positiven Temperaturkoeffizienten und leiten Strom in kühleren Umgebungen besser. Das hat zur Folge, dass mit der Temperatur auch der Widerstand der Elemente steigt. Diese Veränderung lässt sich regelungstechnisch auswerten und auf eine konkrete Temperatur ummünzen. Wann ein Rauchgasthermostat andere Geräte zu- oder abschaltet, hängt vom voreingestellten Grenzwert ab. Dieser lässt sich von erfahrenen Monteuren in einem breiten Bereich an den individuellen Einsatzort anpassen.

Typische Einsatzbereiche für die Thermostate 

Rauchgasthermostate kommen heute in verschiedensten Bereichen zum Einsatz. Ein Beispiel dafür ist die bereits beschriebene Kombination einer Öl- oder Gasheizung mit einem Festbrennstoffkessel. Da Letzterer kaum regelbar ist, setzt der Thermostat die Wärmeerzeuger für Öl oder Gas außer Betrieb, wenn die Holzheizung ihren Betrieb aufnimmt. So lässt sich sicherstellen, dass die fossilen Heizanlagen nicht mehr Energie verbrauchen als nötig.

Rauchgasthermostat für Festbrennstoffkessel

Holzvergaserkessel sind meist mit einem Verbrennungsluftgebläse ausgestattet. Dieses drückt die heißen Holzgase aus der ersten Brennkammer in eine zweite, in der sie dann sauber verbrennen. Während der Aufheiz- oder Abkühlphase muss das Gebläse allerdings nicht laufen, da es hier unnötig viel Energie verbraucht. Um das zu verhindern, lässt sich ein Rauchgasthermostat am Rauchrohr des Festbrennstoffkessels anbringen. Das Gerät überwacht die Abgastemperaturen und schaltet das Gebläse erst ein, wenn diese eine voreingestellte Temperatur überschritten haben.

Thermostat zur Verriegelung von Lüftungsanlagen

Arbeiten raumluftabhängige Kamine zusammen mit Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben mit Außenluft, kann es in dichten Gebäuden zu riskanten Situationen kommen. Möglich ist das, wenn beide Geräte gleichzeitig laufen und den Sauerstoff aus dem Aufenthaltsraum ziehen. Ein Thermostat am Rauchrohr kann das sicher verhindern. So verriegelt es die Lüftungstechnik, wenn der Kaminofen in Betrieb ist.

Rauchgasthermostat zum Steuern von Speicherladepumpen

Eine Speicherladepumpe schickt die thermische Energie des Kessels direkt in einen Pufferspeicher. Anspringen darf sie dabei nur, wenn der Wärmeerzeuger auch in Betrieb ist. Mit einem Thermostat am Rauchrohr lässt sich das einfach feststellen. So kann dieser die Pumpe zum Beispiel freigeben, wenn die Abgastemperatur einen Schwellenwert überschreitet. Fällt sie wieder ab, schaltet der Thermostat die Speicherladepumpe hingegen aus. Das Gerät verbraucht dabei nie mehr Energie als nötig und überflüssige Wärmeverluste lassen sich ausschließen.

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