Nachhaltigkeits-Klasse der BEG-Förderung 

Dieser Artikel behandelt das Thema N wie Nachhaltigkeits-Klasse. 

Klimaschädliches CO2 entsteht nicht nur beim Heizen oder Kühlen von Gebäuden. Auch vorgelagerte Produktionsprozesse stoßen das Treibhausgas aus. Mit der Nachhaltigkeits-Klasse der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG NH-Klasse) soll es gelingen, diese Emissionen maßgebend zu verringern. Möglich ist das durch bessere Förderbedingungen für Bauherren, die ein Nachhaltigkeitszertifikat für Ihr Gebäude erhalten. Sie profitieren von einer um 2,5 Prozent höheren Förderrate und können pro Wohneinheit 150.000 statt 120.000 Euro an Kosten anrechnen.

Nachhaltigkeits-Klasse beim Bau eines Effizienzhauses
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Für wen gibt es die Extra-Förderung der BEG?

Die Nachhaltigkeits-Klasse (kurz: NH-Klasse) ist ein Bonus, welcher im Programmteil „Wohngebäude“ der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG) vergeben wird. Erhältlich ist er für Bauherren, die beim Bau besonders auf nachhaltige Materialien sowie Rohstoffe setzen und ein Nachhaltigkeitszertifikat für ihr Gebäude erhalten. Sanierer, Nutzer der Erneuerbare-Energien-Klasse und Bauherren eines Effizienzhaus 40 Plus profitieren aktuell noch nicht von den Vorteilen der NH-Klasse. Der Bund prüft allerdings, ob sich der Bonus in Zukunft auf bestehende Gebäude übertragen und mit der EE-Klasse kumulieren lässt.

Höhere Förderung für mehr Umweltschutz

Nachhaltig errichtete Gebäude schonen die Umwelt. Sie setzen auf nachwachsende oder wiederverwendbare Materialien und bieten ihren Nutzern eine wohngesunde Umgebung. Mit der Nachhaltigkeits-Klasse für neue Effizienzhäuser unterstützt der Staat entsprechende Mehrinvestitionen. Der Zuschuss beziehungsweise Tilgungszuschuss steigt um 2,5 Prozent an und Bauherren können 150.0000 statt 120.000 Euro an Kosten pro Wohneinheit anrechnen. 


Effizienzhaus
40 
Effizienzhaus
40 – NH 
Effizienzhaus
40 Plus
Förderrate20 % 22,5 % 25 %
Kosten/ Kredithöhe
pro Wohneinheit 
120.000 Euro 150.000 Euro 150.000 Euro
Förderung maximal 24.000 Euro 33.750 Euro 37.500 Euro

Wichtiger Hinweis: Mit dem Förderstopp vom 24. Januar 2022 stehen die BEG-Fördermittel der KfW vorübergehend nicht mehr zur Verfügung. Während die Bundesregierung die KfW-55-Neubauförderung grundsätzlich gestrichen hat (Ausnahme: Hochwasser-Opfer), wird der Fortbestand der KfW-40-Förderung im Neubau aktuell diskutiert. Nach Aussagen von Wirtschaftsminister Habeck soll die EH-40-Förderung im Neubau sowie die zugehörige NH-Klasse voraussichtlich ab März/April 2022 wieder verfügbar sein. Dann allerdings mit geringeren Förderraten und gedeckelt auf eine Milliarde Euro bis zum Ende des Jahres 2022. Mit dem Ziel, das Effizienzhaus 40 bis 2025 zum Neubaustandard zu machen, richtet der Staat die Förderung für Effizienzhäuser in Zukunft vermutlich stärker an den CO2-Einsparpotenzialen aus. Ob die NH-Klasse dann weiterhin mit einer attraktiven Förderung verbunden sein wird, bleibt abzuwarten. 

Voraussetzung zum Erreichen der NH-Klasse

Damit Bauherren von den Vorzügen der Nachhaltigkeits-Klasse profitieren, muss eine akkreditierte Zertifizierungsstelle ein entsprechendes Zertifikat ausstellen. Ein Beispiel dafür ist die DGNB-Zertifizierung, welche die Einhaltung der Anforderungen des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) bescheinigt. Auf der Internetseite www.nachhaltigesbauen.de veröffentlicht das Ministerium zahlreiche Informationen und Leitfäden zum Qualitätssiegel sowie zum nachhaltigen Bauen.

Berater-Kosten der Nachhaltigkeits-Klasse ebenfalls förderbar 

Neben den Mehrinvestitionen in das Gebäude selbst entstehen beim nachhaltigen Bauen auch zusätzliche Planungs- und Zertifizierungskosten. Um die Hürden möglichst gering zu halten, fördert der Staat diese mit Zuschüssen oder Darlehen und Teilschuldenerlässen in Höhe von bis zu 50 Prozent. Erhältlich sind die Mittel im Rahmen der Förderung von Baubegleitungs- und Planungsleistungen des BEG, wo sie zusammen mit der eigentlichen Effizienzhaus-Förderung beantragt werden. Die anrechenbaren Kosten sind bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf 10.000 Euro pro Vorhaben begrenzt. In Mehrfamilienhäusern lassen sich 4.000 Euro pro Wohneinheit, maximal jedoch nicht mehr als 40.000 Euro pro Vorhaben anrechnen. Wichtig zu wissen ist, dass Bauherren die Kosten der Nachhaltigkeits-Zertifizierung parallel zu den Ausgaben für Baubegleitungs- und Planungsleistungen in voller Höhe ansetzen können.

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