Nachhaltigkeits-Klasse der BEG-Förderung 

Dieser Artikel behandelt das Thema N wie Nachhaltigkeits-Klasse. 

Klimaschädliches CO2 entsteht nicht nur beim Heizen oder Kühlen von Gebäuden. Auch vorgelagerte Produktionsprozesse stoßen das Treibhausgas aus. Mit der Nachhaltigkeits-Klasse der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG NH-Klasse) soll es gelingen, diese Emissionen maßgebend zu verringern. Möglich ist das durch bessere Förderbedingungen für Bauherren, die ein Nachhaltigkeitszertifikat für Ihr Gebäude erhalten. Sie profitieren von einer um 2,5 Prozent höheren Förderrate und können pro Wohneinheit 150.000 statt 120.000 Euro an Kosten anrechnen.

Nachhaltigkeits-Klasse beim Bau eines Effizienzhauses
© fendyrodzi – stock.adobe.com

Für wen gibt es die Extra-Förderung der BEG?

Die Nachhaltigkeits-Klasse (kurz: NH-Klasse) ist ein Bonus, welcher im Programmteil „Wohngebäude“ der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG) vergeben wird. Erhältlich ist er für Bauherren, die beim Bau besonders auf nachhaltige Materialien sowie Rohstoffe setzen und ein Nachhaltigkeitszertifikat für ihr Gebäude erhalten. Sanierer, Nutzer der Erneuerbare-Energien-Klasse und Bauherren eines Effizienzhaus 40 Plus profitieren aktuell noch nicht von den Vorteilen der NH-Klasse. Der Bund prüft allerdings, ob sich der Bonus in Zukunft auf bestehende Gebäude übertragen und mit der EE-Klasse kumulieren lässt.

Höhere Förderung für mehr Umweltschutz

Nachhaltig errichtete Gebäude schonen die Umwelt. Sie setzen auf nachwachsende oder wiederverwendbare Materialien und bieten ihren Nutzern eine wohngesunde Umgebung. Mit der Nachhaltigkeits-Klasse für neue Effizienzhäuser unterstützt der Staat entsprechende Mehrinvestitionen. Der Zuschuss beziehungsweise Tilgungszuschuss steigt um 2,5 Prozent an und Bauherren können 150.0000 statt 120.000 Euro an Kosten pro Wohneinheit anrechnen. Im Falle eines Effizienzhaus 55 ermöglicht die Nachhaltigkeits-Klasse ein Förderplus von bis zu 8.250 Euro pro Wohneinheit. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.


Effizienzhaus
55 
Effizienzhaus
55 – NH 
Effizienzhaus
40 
Effizienzhaus
40 – NH 
Effizienzhaus
40 Plus
Förderrate 15 % 17,5 % 20 % 22,5 % 25 %
Kosten/ Kredithöhe
pro Wohneinheit 
120.000 Euro 150.000 Euro 120.000 Euro 150.000 Euro 150.000 Euro
Förderung maximal 18.000 Euro 26.250 Euro 24.000 Euro 33.750 Euro 37.500 Euro

Voraussetzung zum Erreichen der NH-Klasse

Damit Bauherren von den Vorzügen der Nachhaltigkeits-Klasse profitieren, muss eine akkreditierte Zertifizierungsstelle ein entsprechendes Zertifikat ausstellen. Dieses bescheinigt die Einhaltung der Anforderungen des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Auf der Internetseite www.nachhaltigesbauen.de veröffentlicht das Ministerium zahlreiche Informationen und Leitfäden zum Qualitätssiegel sowie zum nachhaltigen Bauen.

Berater-Kosten der Nachhaltigkeits-Klasse ebenfalls förderbar 

Neben den Mehrinvestitionen in das Gebäude selbst, entstehen beim nachhaltigen Bauen auch zusätzliche Planungs- und Zertifizierungskosten. Um die Hürden möglichst gering zu halten, fördert der Staat diese mit Zuschüssen oder Darlehen und Teilschuldenerlässen in Höhe von bis zu 50 Prozent. Erhältlich sind die Mittel im Rahmen der Förderung von Baubegleitungs- und Planungsleistungen des BEG, wo sie zusammen mit der eigentlichen Effizienzhaus-Förderung beantragt werden. Die anrechenbaren Kosten sind bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf 10.000 Euro pro Vorhaben begrenzt. In Mehrfamilienhäusern lassen sich 4.000 Euro pro Wohneinheit, maximal jedoch nicht mehr als 40.000 Euro pro Vorhaben anrechnen. Wichtig zu wissen ist, dass Bauherren die Kosten der Nachhaltigkeits-Zertifizierung parallel zu den Ausgaben für Baubegleitungs- und Planungsleistungen in voller Höhe ansetzen können.

news-icon
Artikelbewertung