Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs)

Dieser Artikel behandelt das Thema J wie jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz.

Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ηs (ETAs) ist auch häufig unter dem Begriff Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad zu finden und wurde in der europäischen Öko-Design-Richtlinie festgelegt. Diese Kennzahl gibt eine Orientierung für echte Energieeffizienz und berücksichtigt den tatsächlichen Betrieb von Heizungsanlagen. 

Definition und Bedeutung

Die europäische Öko-Design-Richtlinie (oder ErP-Richtlinie) ist der europäische Rechtsrahmen für die umweltgerechte Gestaltung von energieverbrauchsrelevanten Produkten. Das heißt, seit Einführung der Richtlinie müssen Produkte beziehungsweise Systeme mit einem Energieeffizienzlabel versehen werden. Das betrifft auch Heizungsanlagen. Für ein solches Label und damit für die bessere Vergleichbarkeit müssen Effizienzwerte standardisiert werden. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz festzulegen. Diese beschreibt, wie viel Primärenergie tatsächlich für eine Kilowattstunde Wärme benötigt wird. Dabei berücksichtigt die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz neben der Umwandlung des primär eingesetzten Energieträgers in thermische Energie ebenso die Hilfsenergie, die für die Heizgeräte aufgewendet werden muss.

Übrigens: Ausschlaggebend beim Vergleich von Heizgeräten war zunächst der Normnutzungsgrad, fortan ist ETAs entscheidend. Der Wirkungsgrad der Anlagen wird nun anhand dieser Kennzahl berechnet und bezieht nicht mehr nur einen optimierten Zeitraum mit ein. 

Das Bild zeigt einen Taschenrechner neben den Effizienzklassen, für deren Bestimmung unter anderem die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz notwendig ist.
Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ist ein Faktor unter vielen, die über die Energieeffizienzklasse bestimmen. (© New Africa / Shutterstock.com)

Warum “jahreszeitbedingt”?

Der Begriff deutet bereits darauf hin, dass verschiedene Faktoren, vor allem wenn es um die Klimabedingungen geht, berücksichtigt werden. Der Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad bezieht das gesamte Jahr mit ein. Fortan wird mit dieser Kennzahl berücksichtigt, dass eine Heizung 85 Prozent im Teillastbetrieb (in den Übergangszeiten) arbeitet und nur zu etwa 15 im Volllastbetrieb. Das lässt eine realistische Einschätzung der Effizienz einer bestimmten Anlage zu.

Wie wird die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz berechnet?

Der Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad beziehungsweise die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz bildet den Quotienten aus dem gedeckten Raumheizungsbedarf durch ein Raumheizgerät, ein Kombiheizgerät oder durch eine Verbundanlange und aus dem jährlichen Energieverbrauch, der zur Deckung dieses Bedarfs notwendig ist. Die Angabe erfolgt in Prozent.

Als Besonderheit der Wärmepumpe ist hervorzuheben, dass sich dabei ETAs aus der Division des SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) durch 2,5 ergibt. Die Berechnung erfolgt mit der Annahme, dass der Primärenergiefaktor für Strom in Europa bei 2,5 liegt.

Wann sollten Sie auf die Kennzahl ETAs achten?

ETAs gewinnt vor allem seit Einführung der neuen Förderbedingungen an Bedeutung. Sie ist nicht nur bei Wärmepumpen ausschlaggebend, sondern ebenfalls bei Gas-Hybridheizungen, Biomasseheizungen und Lüftungsanlagen.

  • Möchten Sie eine Förderung für die Erstinstallation oder Erneuerung einer Lüftungsanlage beantragen, sollten Sie berücksichtigen, dass der Wert ETAs bei 140 Prozent und mehr liegt (bei 35 Grad Celsius). Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Förderung der Wohnraumlüftung.
  • Bei Gas-Hybridheizungen sollte die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz bei 92 Prozent liegen, handelt es sich bei dem Gerät mit einer Nennwärmeleistung von bis zu 70 Kilowatt. Hat Ihre neue Gasheizung eine höhere Leistung, sollte ETAs mindestens bei 87 Prozent sein, um staatliche Fördermittel entsprechend beantragen zu können. Weitere Informationen unter Förderung für eine Gasheizung.
  • Für Biomasseheizungen gilt ein Mindestwert von 78 Prozent bei durchschnittlichen Klimaverhältnissen. Weiterführende Informationen finden Sie unter Förderung der Holzheizung.
  • Bei Wärmepumpen wird je nach Betriebsart (elektrisch oder Gas) sowie nach Wärmequelle unterschieden. Darüber hinaus sind zwei Temperaturen entscheidend: bei 35 und bei 55 Grad Celsius ist die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz zu beachten. Für eine elektrisch betrieben Luft-Wasser-Wärmepumpe gilt zum Beispiel bei 35 Grad Celsius, dass ETAs mindestens bei 135 Prozent liegen muss. Weitere Angaben finden Sie im Beitrag zur Förderung einer Wärmepumpe
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