Gebäudeenergieausweis

Dieser Artikel behandelt das Thema G wie Gebäudeenergieausweis.

Mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen Eigentümer strengere Vorschriften für Wohngebäude beachten. So schreibt die Verordnung seit 2007 einen sogenannten Gebäudeenergieausweis für Bestandsgebäude vor. Das Dokument enthält allgemeine Angaben zum energetischen Zustand des Gebäudes im Hinblick auf seinen Energieverbrauch. Neuere Gebäudeenergieausweise haben darüber hinaus eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H. Außerdem gilt seit Mai 2014, dass Vermieter und Verkäufer den Energieeffizienz-Standard bereits in der Immobilien-Anzeige nennen müssen. 

Ein Wärmebild eines Hauses mit einem Gebäudeenergieausweis im Hintergrund
© Gina Sanders / Fotolia

Prinzipiell soll der Gebäudeenergieausweis einen Vergleich der energetischen Beschaffenheit von Gebäuden ermöglichen und ist damit eine Art Steckbrief für Wohngebäude. Alle Details sind durch die Energieeinsparverordnung geregelt. 

Gebäudeenergieausweis: Energiebedarf und -verbrauch

Viele Kritiker sind der Meinung, dass der Ausweis keinen unmittelbaren Rückschluss auf den zu erwartenden Energieverbrauch und die Kosten erlauben kann. Grund dafür sind die vielen Einflussfaktoren, die sich im Ausweis nicht abbilden lassen. Außerdem wurde der Gebäudeenergieausweis im Laufe der Zeit immer wieder verändert - zum Teil stark. Liegt ein Wohngebäude, dessen Energieausweis bereits 2009 erstellt wurde, zum Zeitpunkt der Erstellung noch im gelbgrünen Bereich, würde es sich nach der aktuellen Bewertung im roten Bereich wiederfinden. Da der Ausweis eine Gültigkeit von "nur" zehn Jahren hat.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass es zwei Arten des Gebäudeenergieausweises gibt. Sie unterscheiden sich in der Datengrundlage, die genutzt wird - der eher berechnete Energiebedarf oder der tatsächliche Energieverbrauch. 

Beim Bedarfsausweis handelt es sich um Daten und Werte, die ein Experte via Untersuchung des Gebäudes rechnerisch ermittelt. Dabei spielen unter anderem Faktoren wie Größe des Gebäudes, Art und Stärke der Wärmedämmung sowie Gebäudehülle ebenso eine Rolle wie das Vorhandensein einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Wie hoch der tatsächliche Verbrauch in der Vergangenheit war wird dabei nicht berücksichtigt, ebenso wie andere externe Umstände. 

Liegt der Energiebedarf hingegen zugrunde, bezieht sich die Aussage des Gebäudeenergieausweises auf den gemessenen Verbrauch der letzten Jahre. Dabei bildet die Heizkostenabrechnung die hauptsächliche Datenquelle. Eine eingehende Untersuchung des Gebäudes wird damit überflüssig. 

Das zeigt, dass beide Arten eines Gebäudeenergieausweises immer im Kontext zu betrachten sind und die Daten nur als Richtwerte dienen sollten. 

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