Fremdstromanode zum Korrosionsschutz

Dieser Artikel behandelt das Thema F wie Fremdstromanode.

Die Fremdstromanode dient dem Schutz vor Korrosion an metallischen Werkstoffen. Sie kommt zum Beispiel in Warmwasserspeichern zum Einsatz und ist hier eine interessante Alternative zu Opferanoden, die sich mit der Zeit verbrauchen. Aber wie funktioniert die Technik genau und welche Kosten entstehen? 

Fremdstromanode schützt vor Korrosion
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Funktionsweise der Fremdstromanode 

Sorgt die Heizungsanlage auch für die Warmwasserbereitung, ist sie häufig mit einem emaillierten Stahlbehälter als Wärmespeicher ausgestattet. Durch den im Wasser enthaltenen Sauerstoff und die erhöhten Temperaturen im Speicher kann es jedoch zur Korrosion kommen. Dabei gibt das Eisen über Fehlstellen der schützenden Emailleschicht Elektronen ab. Es bildet sich Rost – Experten sprechen davon, dass sich das Material allmählich verzehrt.

Um das zu verhindern, kommen unter anderem Fremdstromanoden zum Einsatz. Diese sind mit einer externen Stromquelle verbunden, wodurch ein geringer Stromfluss entsteht. Dieser sorgt für einen Elektronenüberschuss an den Fehlstellen der Behälterwand und schützt diese wirksam vor der Korrosion. Das Besondere daran: Weder Speicherwandungen noch Anode lösen sich dabei auf. Voraussetzung für die Funktion ist eine Gleichspannung, die zwischen der Anode (positiver Pol) und dem zu schützenden Metall (negativer Pol) anliegt.

Einsatzbereiche und Betriebskosten der Fremdstromanode

Die Lösungen kommen in vielen Bereichen der Technik zum Einsatz. Neben den bereits beschriebenen Trinkwasserspeichern schützen sie dabei auch Rohrleitungen, Erdtanks, Bauwerke oder sogar Schiffsrümpfe wirksam vor der Korrosion. Die Betriebskosten halten sich dabei in Grenzen. Denn mit einer Leistungsaufnahme von drei bis vier Watt verbraucht die Fremdstromanode zwischen 25 und 35 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem Strompreis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich dabei Betriebskosten von 7,50 bis 10,50 Euro im Jahr.

Das Besondere daran: Da sich die Fremdstromanode anders als eine Opfer- oder Verzehranode nicht verbraucht, lässt sie sich wartungsfrei nutzen. Das sorgt für eine höhere Sicherheit und sinkende Wartungs- und Instandhaltungskosten.  

Auch Opferanoden schützen vor Korrosion 

Eine Alternative zu den wartungsfreien Lösungen sind Opferanoden (auch Verzehranoden). Diese bestehen aus einem gegenüber Stahl unedleren Metall (in der Regel Magnesium), das schneller in Lösung geht. Es gibt Elektronen über eine leitfähige Verbindung zum Stahlbehälter ab und verhindert so die Entstehung von Rost. Da sich die Opferanoden mit der Zeit auflösen oder verzehren, sind sie in regelmäßigen Abständen auszutauschen.

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