Vor- und Nachteile einer Hybridheizung

Ein hybrides Heizsystem ist umweltschonend, zuverlässig und sorgt für zunehmende Unabhängigkeit vom Energieversorger. Wer sich für den Betrieb eines solchen Systems interessiert, sollte die Vor- und Nachteile einer Hybridheizung kennen. Welche das sind und für wen eine Hybridheizung infrage kommt, darum geht es in den folgenden Abschnitten. 

Die Hybridheizung kombiniert verschiedene Energieträger

Die Hybridheizung kombiniert verschiedene Wärmeerzeuger. Klassischerweise werden dabei konventionelle Energieträger wie Öl oder Gas mit regenerativen Energien wie Holz, Umweltwärme oder Solarenergie miteinander verknüpft. Möglich und vor allem förderbar (mit bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten) sind auch Kombinationen aus Wärmeerzeugern, die beide regenerative Energien nutzen. Eine Hybridheizung vereint somit die Stärken zweier Heizsysteme. In manchen Fällen ist auch von einer bivalenten Heizung die Rede. Per Definition müssen in diesem Fall zwei unterschiedliche Energieträger genutzt werden, um als bivalentes Heizsystem zu gelten. Unabhängig von der Begrifflichkeit hängen die Vor- und Nachteile einer Hybridheizung vor allem davon ab, welche Heizsysteme miteinander kombiniert werden und ob sie zum Gebäude, Heizverhalten sowie Wärmebedarf passen.

Das Bild zeigt eine Hand, die sich Notizen macht zu den Vor- und Nachteilen der Hybridheizung.
©  jannoon028  / Fotolia

Welche Kombinationsmöglichkeiten gibt es?

Eine beliebte Variante der Hybridheizung ist die Kombination Wärmepumpe mit Gas-Brennwertgerät. In diesem bivalenten Betrieb übernimmt die Wärmepumpe fast das ganze Jahr über die Beheizung der Räume sowie die Warmwasserbereitung. Nur bei einem unerwartet hohen Wärmebedarf oder bei sehr niedrigen Außentemperaturen wird der Gaskessel zugeschaltet. Anstelle des Gas-Brennwertgeräts lässt sich auch ein Öl-Brennwertgerät mit einer Wärmepumpe betreiben. 

Neben dieser eher klassischen Kombination sind auch andere Varianten möglich und realisierbar. Dabei gibt es nicht die eine Lösung. Eine Hybridheizung ist generell flexibel und individuell einsetzbar. Das heißt, die verschiedenen Gegebenheiten sind entscheidend. So spielen die individuellen Voraussetzungen, das Platzangebot und Heizverhalten ebenso eine Rolle wie die Energieeinsparziele und das verfügbare Budget. Dementsprechend sind folgende Kombinationen neben der Wärmepumpe in Verbindung mit der Brennwertheizung möglich:

  • Brennwertkessel + Solarthermie
  • Brennwertkessel + Kamin mit Wassertasche
  • Wärmepumpe + Solarthermie
  • Scheitholzkessel + Brennwertkessel (Gas, oder Öl)
  • Scheitholzkessel + Pelletkessel
  • KWK-Anlage + Spitzenlastkessel (auf Basis von Gas, Öl oder Holz)

Wichtig: Darüber hinaus sind natürlich noch andere Kombinationen möglich. Welche zum Gebäude und zum Heizverhalten sowie generell zum Wärmebedarf passt, erörtern Sie am besten mit Ihrem Installateur. Eventuell lohnt es sich auch eine bestehende Anlage zu ergänzen. Falls Sie noch keinen Experten vor Ort haben, fordern Sie gern eine Beratung an. 

Nähere Informationen zum Zusammenwirken der Komponenten erfahren Sie übrigens in unserem Beitrag zur Funktion der Hybridheizung

Die Vor- und Nachteile einer Hybridheizung im Überblick

Vorteile der HybridheizungNachteile der Hybridheizung
effizienterer Betrieb möglichhöhere Anschaffungskosten
hohe Fördermittel vom Staat
gleichzeitig müssen mehr Voraussetzungen erfüllt sein
hohe Versorgungssicherheit
meist höherer Platzbedarf
auf individuelle Gegebenheiten anpassbar-

Sowohl die Vor- als auch Nachteile einer Hybridheizung lassen sich in zwei Bereiche kategorisieren: ökonomisch und ökologisch. Der ökonomische Aspekt bezieht sich überwiegend auf die Wirtschaftlichkeit einer Hybridheizung, während der ökologische die Umweltfreundlichkeit des Systems in den Vordergrund stellt. 

Die Vorteile der Hybridheizung

Wie bereits erwähnt, hängen die Vor- und Nachteile einer Hybridheizung stark von den beiden eingesetzten Heizsystemen ab. Geht es um die ökonomischen Vorteile, so ist die intelligente Regelung hervorzuheben. Denn erst diese ermöglicht einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb. Und so funktioniert es: Die intelligente Heizungsregelung passt sich nicht nur dem Wärmebedarf an, sie erkennt auch, bis wann dieser durch ein System (in der Regel die Umweltheizung) gedeckt werden kann. Wird die Grenze überschritten, schaltet sich das zweite System automatisch zu. Auf diese Weise sorgt immer das Heizsystem für Wärme und Warmwasser, das gerade am wirtschaftlichsten arbeitet. So reduzieren Sie den Einsatz fossiler Brennstoffe und sparen langfristig Kosten, da Sie unter anderem von der kostenlosen Umweltenergie (Sonne, Luft, Erde) profitieren. 

Nicht zuletzt sorgen zwei unterschiedliche Heizsysteme in einem Gerät für eine sehr hohe Versorgungssicherheit. Ein plötzlicher Ausfall mitten im Winter ist nahezu ausgeschlossen.

Hohe Fördermittel nutzen

Doch nicht nur im Betrieb lassen sich Kosten sparen. Selbst bei der Anschaffung können Sie Ihre Investition in ein hybrides Heizsystem merklich reduzieren. Im Zuge der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es mittlerweile hohe staatliche Förderungen für hybride Systeme. So gibt es bei einer Kombination von Wärmeerzeugern auf Basis erneuerbarer Energien bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder als Kredit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ersetzt die Hybridheizung eine alte Ölheizung, erhöht sich der Fördersatz durch die sogenannte Austauschprämie sogar um zehn Prozentpunkte. Einen Bonus von zusätzlich fünf Prozent gibt es, wenn der Heizungstausch als Maßnahme eines individuellen Sanierungsfahrplans durchgeführt wird. Mit einer Förderung können Sie demnach die Investition in eine Hybridheizung erheblich reduzieren – ein absolutes Plus. 

Bedenken Sie hier, dass bei einer Kombination einer Gasheizung mit einem Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien die Förderung geringer ausfällt. Je nach Durch- und Ausführung liegt sie bei 20 bis 30 Prozent. Ausführliche Informationen finden Sie unter Förderung für Gasheizungen. Entscheiden Sie sich hingegen für eine Ölheizung im hybriden System, bezieht sich die Förderung lediglich auf die Heizung, welche mit erneuerbaren Energien arbeitet, da es für die mit Öl betriebene Anlage seit 2020 keine Fördermittel mehr gibt. 

Wie umweltfreundlich ist eine Hybridheizung? – Die ökologischen Vorteile

Die positiven Auswirkungen einer Hybridheizung auf die Umwelt liegen auf der Hand. Dadurch, dass weniger fossile Energieträger wie Erdgas oder Heizöl verbrannt werden, wird die Umwelt entlastet. Damit das der Fall ist, müssen die Komponenten gut aufeinander abgestimmt sein. Daneben ist es ebenso wichtig, das Heizverhalten entsprechend anzupassen, um möglichst wenig Heizenergie zu verschwenden. Den positiven ökologischen Effekt können Sie außerdem durch passende Maßnahmen wie Dämmung noch mal verstärken. 

Die Nachteile einer Hybridheizung

Sieht man sich die Vor- und Nachteile einer Hybridheizung genauer an, dann erkennt man schnell: Obwohl die Vorteile überwiegen, weist ein hybrides Heizsystem natürlich auch Nachteile auf. So ist der Einbau einer Hybridheizung mit relativ hohen Investitionskosten verbunden. Da die Heizanlage aus mehreren Komponenten besteht, sind zudem der Raumbedarf und der Aufwand für die Wartung recht hoch. 

Eine Hybridheizung ist nicht überall einsetzbar

Bei der Frage nach den Vor- und Nachteilen einer Hybridheizung darf die Machbarkeit nicht fehlen. Denn nicht immer lässt sich ein Heizsystem problemlos installieren. Bei der Gasheizung etwa ist der Gasanschluss Voraussetzung. Bei der Ölheizung darf hingegen der Öltank nicht fehlen. Für den Betrieb einer Wärmepumpe muss die Wärmequelle (Luft, Wasser, Erdreich) verfügbar und anzapfbar sein. Bei einer Luft-Wärmepumpe sind zudem bestimmte Schallemissionen einzuhalten. Weitere Details dazu finden Sie unter: Aufstellort der Wärmepumpe. Bezüglich der Nutzung von Solarthermie ergibt sich noch ein weiterer Nachteil. Nachts oder in den Wintermonaten ist bei dieser Komponente nur sehr wenig Leistung zu verzeichnen. Hier ist ein Warmwasserspeicher zu empfehlen. Um die richtige Speichergröße herauszufinden, hilft Ihnen auch der Installateur vor Ort. 

Gewisse Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen bleibt

Wie eingangs erwähnt, arbeitet eine Hybridheizung mit erneuerbaren und fossilen Energieträgern. Letzteres zählt auch zu den Nachteilen einer solchen Heizung. Verhindern können Anlagenbesitzer diesen Nachteil, indem sie zum Beispiel auf Biogas oder komplett auf eine Kombination von regenerativen Wärmeerzeugern setzen. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Berücksichtigung erneuerbarer Energien macht die Hybridheizung zu einer zukunftsfähigen Heizlösung, die sowohl für Neubauten als auch im Rahmen der Sanierung in Betracht gezogen werden kann. Welche Kombination man dabei wählt, ist von vielen Faktoren abhängig und sollte in Rücksprache mit einem Experten erfolgen. Grundsätzlich kann ein hybrides System auf verschiedene Gegebenheiten flexibel reagieren. 
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung
news-icon
Neueste Artikel
Keine Artikel gefunden!