Hybridwärmepumpe heizt fossil und erneuerbar

Die Hybridwärmepumpe verbindet eine zuverlässige Gas- oder Ölbrennwertheizung mit einer umweltfreundlichen Wärmepumpe. Sie sorgt mit hohem Komfort für niedrige Heizkosten und entlastet die Umwelt. Wie eine Hybridwärmepumpe funktioniert, welche Energiequellen zur Auswahl stehen und wann sich die Technik lohnt, erklären wir in diesem Beitrag.

Außeneinheit einer Hybridwärmepumpe vor dem Haus

Die Funktion einer Hybridwärmepumpe

Eine Hybridwärmepumpe verbindet die langjährig erprobte Gas- oder Ölheiztechnik mit der besonders umweltverträglichen Wärmepumpe in einem Gerät. Beide Wärmeerzeuger arbeiten dabei bivalent. Das heißt, sie wechseln sich in Abhängigkeit der Witterungseinflüsse oder anderen Regelgrößen ab und sorgen so für dauerhaft niedrige Heizkosten.

Die Wärmepumpe, bei der meist ein Luft-Wasser-System zum Einsatz kommt, läuft überwiegend in der Übergangszeit sowie an milden Wintertagen. Hier nutzt sie die hohen Temperaturen der Umweltwärme aus und sorgt für niedrige Heizkosten. Ist es draußen so kalt, dass die Effizienz der Wärmepumpeneinheit abrutscht, schaltet sich die Öl- oder Gasheizung mit Brennwerttechnik zu. Sie sorgt auch bei niedrigen Außentemperaturen für mollige Wärme.

Wann welches Heizgerät zum Einsatz kommt, entscheidet die intelligente Regelung der Hybridwärmepumpe. Ohne zusätzlichen Aufwand für den Nutzer sorgt diese somit für ausreichend Wärme zu günstigen Preisen und entlastet dazu auch die Umwelt.

Energiequellen für die Hybridwärmepumpe

Eine Hybridwärmepumpe arbeitet gleichzeitig mit unterschiedlichen Energiequellen. Beispiele dafür sind:

  • Gas oder Heizöl aus fossilen Quellen
  • Umweltwärme für die Hybridwärmepumpe

Gas oder Heizöl aus fossilen Quellen

Erdgas und Heizöl sind fossile Rohstoffe, die endlich auf der Erde verfügbar sind. Beide werden aus unterirdischen Lagerstätten gewonnen, in denen sie sich seit ihrer Entstehung vor Millionen von Jahren abgesetzt haben.

Während Heizöl mit einem Anteil von zehn Prozent aus biologischen Anteil bestehen kann, lässt sich Gas zum Heizen auch komplett nachhaltig herstellten. Möglich ist das zum Beispiel in speziellen Biogas- oder Power-to-Gas-Anlagen.

In Biogasanlagen wird Biomasse aus Pflanzen, Lebensmittelresten oder landwirtschaftlichen Abfällen von aeroben Bakterien zersetzt, sodass ein methanhaltiges Gas entsteht. Dieses kann aufbereitet und in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist werden.

Power-to-Gas-Anlagen nutzen dagegen den überschüssigen Strom aus Wind- oder Solarkraftanlagen für die Elektrolyse von Wasser. Dabei entstehen Wasser und Sauerstoff. Während der Wasserstoff zu einem bestimmten Anteil direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden kann, ist auch die Herstellung von synthetischem Gas möglich.

Müssen sich Hausbesitzer zwischen einer Hybridwärmepumpe mit Öl oder Gas entscheiden, ist Gas langfristig die bessere Option, da es in Zukunft vermehrt auch als erneuerbarer Brennstoff verfügbar sein wird.

Umweltwärme für die Hybridwärmepumpe

Die Hybridwärmepumpe nutzt Wärme, die überall in der Umwelt gespeichert ist. Mögliche Quellen sind zum Beispiel die Luft, die Erde oder das Wasser. Da die thermische Energie dabei nur mit geringen Temperaturen gewonnen werden kann, müssen diese zum Einsatz in der Heizung technisch angehoben werden. Das funktioniert mit einem technischen Prozess und dem Einsatz von Strom. Besonders effizient arbeitet die Anlage bei einem kleinen Temperaturhub – also immer dann, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Umweltwärmequelle und Heizungsanlage niedrig ist.

Vergleicht man die unterschiedlichen Quellen, kann man feststellen, dass die Luft in der Heizsaison oft am kältesten ist. Während sie im Winter meist unter 0 Grad Celsius hat, liegt ihr Jahresmittel bei etwa 7 Grad Celsius.

Günstiger ist dagegen die Nutzung des Erdreichs als Wärmequelle. Denn über Sonden oder Flachkollektoren kann hier ganzjährig Wärme mit einer Temperatur von 5 bis 10 Grad Celsius gewonnen werden – die Differenz zur Heizungsanlage moderner Häuser ist dabei klein, wodurch die Heizkosten sinken.

Eine weitere Option bietet das Wasser. Zapft die Wärmepumpeneinheit zum Beispiel das Grundwasser an, können regional noch höhere Temperaturen genutzt werden.

Paket- oder Modul-Lösung

Hybridwärmepumpen werden von vielen Herstellern als Kompaktgeräte angeboten. Alternativ haben Hausbesitzer die Möglichkeit, die Anlagen individuell zusammenzustellen. Dabei werden Wärmepumpe und Gasbrennwertheizung zum Beispiel über einen Pufferspeicher miteinander verbunden.

Im Vergleich der beiden Varianten bieten Kompaktgeräte eine einfache Installation, da beide Geräte bereits optimal miteinander verbunden sind. Auch die integrierte Regelung funktioniert zuverlässig und sorgt automatisch für niedrige Heizkosten.

Während die individuelle Planung – zum Beispiel durch einen Installateur – mehr Freiheiten lässt, empfiehlt sich vor allem für Hausbesitzer auf der Suche nach einer einfachen und effizienten Lösung, ein Kombigerät.

Wann sich eine Hybridwärmepumpe lohnt

Sowohl die Wärmepumpentechnik als auch Brennwertgeräte funktionieren immer dann besonders effizient, wenn die Temperaturen im Heizsystem niedrig sind. Während das bei einer Wärmepumpenanlage einen geringen Temperaturhub ermöglicht, sorgt es in der Brennwertheizung für die Kondensation von Wasser im Abgas – nötigt, um verborgene Wärme gewinnen zu können.

Die Hybridwärmepumpe lohnt sich daher meist in energiesparenden Neu- oder Altbauten, die im besten Falle mit großen Heizflächen oder einer Flächenheizung ausgestattet sind.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine Hybridwärmepumpe verbindet die fossile mit der erneuerbaren Heizung und sorgt für niedrige Heizkosten und hohe Umweltverträglichkeit ohne Einbußen im Komfort. Sinnvoll einsetzbar ist die Technik in energiesparenden Gebäuden mit großen Heizflächen.

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