Die vorteilhaften Arten der Heizungskombination

Sie möchten die Vorteile einer Heizungskombination nutzen und suchen Informationen, welche Heizungskombinationen sinnvoll sind? Oftmals bietet sich die Kombination aus einem Heizsystem mit konventioneller Wärmeerzeugung wie eine Öl- oder Gasheizung mit einer umweltfreundlichen Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien an. Ziel einer solchen Heizungskombination ist es, die Vorteile der einzelnen Heizungsarten geschickt miteinander zu verbinden.

Welche Heizungsarten lassen sich kombinieren?

Prinzipiell lassen sich sehr viele verschiedene Arten der Wärmeerzeugung in Kombination nutzen. Auch die Anzahl der Heizungsarten ist nicht auf zwei beschränkt. Der Nutzen verschiedener Heizungskombinationen ist aber sehr unterschiedlich. Und auch beim Installationsaufwand gibt es große Differenzen. Aufwand und Nutzen müssen dabei in einem günstigen Verhältnis stehen, damit sich die Heizungskombination rechnet und auch einen ökologischen Mehrwert bietet.

Verschiedene Arten von Holz für die Heizungskombination

Die Vergleichsmatrix der Heizungskombinationen

In der Praxis relevant ist die Kombination einer Heizung mit folgenden Hauptenergieträgern beziehungsweise -komponenten:

  • Gas-Brennwertkessel
  • Öl-Brennwertkessel
  • Holzpellets
  • Stück- oder Scheitholz
  • Erd- oder Grundwasserwärmepumpe
  • Luft-Wärmepumpe (bei Niedrig-, Null- oder Plusenergiehäusern)

Als ergänzende Wärmelieferanten kommen grundsätzlich folgende Komponenten in Betracht:

  • Solarthermie
  • Photovoltaik
  • Luft-Wärmepumpe
  • Erd- oder Grundwasserwärmepumpe
  • Holzpelletofen
  • Scheit- und Stückholzofen
  • Kaminofen mit Wassertasche

Insgesamt ergeben sich daraus theoretisch 40 verschiedene Möglichkeiten, wenn Sie allein die Kombination einer Heizung mit einem einzelnen System für die Heizungsunterstützung betrachten. Sinnvoll kann aber zum Beispiel auch die dreiteilige Kombination aus Wärmepumpe, Unterstützung durch Solarthermie und Betrieb mit Strom aus eigenen Solarmodulen sein. Aufgrund der großen Zahl der theoretischen Möglichkeiten für die Heizungskombination beschränkt sich die detaillierte Analyse im folgenden auf die vorteilhaftesten Möglichkeiten. Hierbei können manche Komponenten wie Gas- und Öl-Brennwertkessel oder Wärmepumpen zum Teil gemeinsam betrachtet werden.

Heizungskombination 1: Brennwertkessel und Solarthermie

Die Kombination einer Heizung mit Öl- oder Gasfeuerung und einer solaren Wärmeerzeugung ist besonders attraktiv. Denn der Brennwertkessel bietet eine energiesparende und umweltfreundliche Wärmeerzeugung, die außerdem langfristig erprobt sowie unabhängig von Wetter- und Jahreszeit ist. Die Solarthermie lässt sich besonders bei Neubauten mit relativ wenig Aufwand für die Heizungsunterstützung nutzen. Die eingefangene Sonnenwärme reduziert direkt den Primärenergiebedarf der konventionellen Heizanlage, selbst wenn ihr Beitrag aufgrund von Jahreszeit oder Wetter nur gering ist. Bei geeigneten baulichen Bedingungen punktet die Heizungskombination Brennwertkessel mit Solarthermie daher bei der Zuverlässigkeit, den Installationskosten sowie dem ökologischen Nutzen und Energiespareffekt. Außerdem gibt es staatliche Fördermaßnahmen für die Installation dieser Heizungskombination.

Heizungskombination 2: Brennwertkessel und Kaminofen

Für die Heizungskombination Brennwertkessel und Kaminofen mit Wassertasche spricht vor allem der Gewinn an Wohnkomfort, wenn Sie die Atmosphäre einer Kaminheizung mögen. Der gas- oder ölgefeuerte Brennwertkessel stellt auch hierbei die Wärmegrundversorgung bereit, die Sie nach Bedarf durch das Feuer im Kaminofen ersetzen.

Heizungskombination 3: Holzheizung kombiniert mit Solarthermie

Die Heizungskombination Stückholzheizung oder Pelletofen mit Solarthermie hat ähnliche Eigenschaften wie die Hybridheizung aus Brennwertkessel und solarer Wärmeerzeugung. Sie unterscheidet sich aber darin, dass ein Holzofen weniger schnell auf einen geänderten Wärmebedarf reagieren kann. Besonders dann, wenn er mit Stück- oder Scheitholz befeuert wird. Diesem Umstand sollte gegebenenfalls durch größer dimensionierte Wärmespeicher Rechnung getragen werden.

Heizungskombination 4: Wärmepumpe und Solarenergie

Eine Heizungskombination mit einer Luft-Wärmepumpe als Hauptkomponente eignet sich nur für Effizienzhäuser. Zudem ist eine Erd- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe mit vertretbarem Aufwand in der Regel nur bei einem Neubau realisierbar. Wärmepumpen lassen sich aber besonders gut mit Solarenergie kombinieren, sowohl mit Photovoltaik als auch mit Solarthermie. Die Solarzellen liefern dabei den Strom für den Betrieb der Wärmepumpe und ersetzen teuren Strombezug vom Energieversorger. Ein solcher Eigenverbrauch gewinnt bei sinkenden Vergütungssätzen für die Energieeinspeisung ins Stromnetz zunehmend an Bedeutung, da Sie Ihren Strombezugspreis als Einnahme gegenrechnen können. Die Solarthermie kann den Wirkungsgrad einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe erhöhen und die jährliche Nutzungsdauer verlängern, indem sie ihr eine Wärmequelle mit höherer Temperatur zur Verfügung stellt.

Heizungskombination 5: Wärmepumpe und Kaminofen mit Wassertasche

Vor allem Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind ebenfalls mit Kaminöfen gut kombinierbar. Dabei liefert die Wärmepumpe den Grundenergiebedarf und der Kaminofen springt ein, wenn die Leistung der Wärmepumpe bei niedrigen Außentemperaturen nicht ausreicht. Luft-Wärmepumpen eignen sich weniger gut, weil sie bei Minusgraden nicht mehr effizient arbeiten und Sie daher häufiger auf die Kaminöfen angewiesen sind.

Heizungskombination 6: Photovoltaik als Heizungsunterstützung

Der von einer Solaranlage erzeugte Strom kann prinzipiell auch als elektrische Heizungsunterstützung, zum Beispiel in Kombination mit einer Gasheizung, eingesetzt werden. Das ist durch den Einbau eines elektrischen Heizelements in den Warmwasserspeicher möglich. Der Aufwand für die Herstellung einer Photovoltaikanlage ist aber größer als bei der Solarthermie. Daher ist bei einer solchen Heizungskombination zu prüfen, ob sich der Umweg über den Strom lohnt.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die Kombination verschiedener Heizsysteme ist in zahlreichen Varianten mit unterschiedlicher Kombination von Heizung und ergänzendem Wärmelieferanten möglich. Für den praktischen Einsatz eignet sich aber nur ein Teil, bei manchen ist der Aufwand im Vergleich zum Nutzen zu hoch, bei anderen ergeben sich zu wenig Synergieeffekte aus den Eigenschaften der einzelnen Komponenten. Besonders vorteilhaft stellt sich im Allgemeinen die Heizungskombination aus Brennwertkessel und Solarthermie dar.

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