Tipp: Sicher heizen mit Kaminen und Öfen

Holz ist ein Brennstoff, den Menschen bereits seit Urzeiten zum Heizen, Kochen und Beleuchten nutzten. Während die lodernden Flammen von Kaminen und Öfen auch heute noch für wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden sorgen, ist im Betrieb einiges zu beachten. Wir erklären, worauf es dabei ankommt und wie Verbraucher sicher heizen können.  

Öfen und Kamine fachmännisch aufstellen lassen  

Öfen oder Kamine stehen in der Regel in Wohnzimmern oder Küchen und sorgen für wohlige Wärme im Aufstellraum. Denn sie verbrennen Holz, Pellets oder Briketts hinter einer transparenten Scheibe an Ort und Stelle. Um sicher heizen zu können, sind dabei einige Punkte zu beachten. Diese beziehen sich vor allem auf eine sichere Aufstellung. Auch wer Kamin und Lüftung gemeinsam betreibt, muss Vorsicht walten lassen.

Mindestabstände einhalten und sicher heizen  

Öfen und Kamine entwickeln eine große Hitze, die sie auch über ihre Außenhaut abstrahlen. Liegen brennbare Materialien zu nah am Heizgerät, könnten diese im Ernstfall Feuer fangen. Damit das nicht passiert, sind bei der Aufstellung ausreichende Sicherheitsabstände einzuhalten. Sicher heizen können Hausbesitzer dabei nur, wenn sie das Heizgerät auf eine feuerfeste Unterlage stellen. Platten aus Glas oder Metall sollten dabei nach vorn 50 und zu den Seiten je 30 Zentimeter überstehen. Das schützt vor allem vor Funken und Glut, die beim Einlegen der Scheite austreten können und ist überflüssig, wenn der Bodenbelag ohnehin nicht brennbar ist. Zur Wand hinter dem Ofen ist ein Abstand von 20 Zentimetern einzuhalten, während Hitzeschilde brennbare Wandverkleidungen schützen. In einem Umkreis von 80 Zentimetern um die Tür zum Feuerraum dürfen außerdem keine brennbaren Materialien liegen.

Die Sicherheitsabstände im Überblick:

  • feuerfeste Unterlage bei brennbaren Böden (Mindestüberstand von 50 Zentimetern nach vorn und 30 Zentimetern zu den Seiten)
  • Sicherheitsabstand von 20 Zentimetern zur Aufstellwand inklusive Hitzeschild bei brennbaren Wandverkleidungen
  • Sicherheitsabstand von 80 Zentimetern im Umkreis um die Tür zum Feuerraum
  • Mindestabstand von 20 Zentimetern zu nicht brennbaren Decken (45 Zentimeter bei brennbaren Decken)

Die wichtigsten Informationen zur sicheren Aufstellung haben wir im Beitrag Holzofen installieren zusammengestellt.

Ethanol-Kamine auf ebene Unterlage stellen

Auch bei Ethanol-Kaminen ist einiges zu beachten. So müssen die Lichter unbedingt auf einer festen Unterlage stehen. Sicher heizen ist darüber hinaus nur mit ausreichender Belüftung möglich. Denn bei der Verbrennung von Ethanol entsteht Kohlenstoffdioxid, der die Atemwege reizen könnte. Kippt der Indoor-Kamin einmal um, dürfen Hausbesitzer nicht mit Wasser löschen. Denn das vermischt sich mit dem flüssigen Brennstoff und sorgt dafür, dass sich die Flammen schneller ausbreiten.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Ethanol-Kamin auf stabilen und festen Untergrund stellen
  • im Betrieb für eine gute Belüftung sorgen
  • Feuer durch umgekippte Öfen nicht mit Wasser löschen (besser: Decken oder Schaumlöscher)

Um sicher heizen zu können, sollten Verbraucher den Ofen nicht unbeaufsichtigt lassen und kein Ethanol während des Betriebs nachzufüllen. Zum Anmachen und Löschen der Flammen sind außerdem die Herstellerangaben zu beachten.

Sicher heizen mit Kaminofen
© Chris | Fotolia

Sicher heizen mit Kamin und Lüftungsanlage  

Lüftungsanlagen sorgen für einen kontinuierlichen Luftaustausch im Haus. Sie führen verbrauchte Luft und Schadstoffe nach außen und lassen frische, sauerstoffreiche Luft hinein. In Kombination mit einem Kamin sind dabei jedoch besondere Vorkehrungen zu treffen. Zumindest dann, wenn dieser raumluftabhängig arbeitet und die Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum zieht. Gleiches betrifft auch Dunstabzugshauben, die mit Außenluftanschluss arbeiten. Spezielle Sicherheitseinrichtungen verhindern einen gefährlichen Unterdruck, durch den Abgase aus dem Ofen in den Aufstellraum gelangen könnten. Welche das sind und wie diese wirken, erklären wir im Beitrag Wohnraumlüftung und Kaminofen.

Sicher heizen mit ausreichend trockenem Holz

Holz ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff. Für eine effiziente und sichere Verbrennung sollte dieser aber möglichst trocken sein. Denn zu viel Wasser verbraucht wichtige Verbrennungsenergie, hält die Temperatur im Ofen tief und verursacht höhere Emissionen. Außerdem steigen mit dem Brennstoffverbrauch auch die Heizkosten. Optimal sind Werte von 15 bis 20 Prozent Restfeuchte. Erreichen lassen sich diese mit der richtigen Brennholzlagerung.

Schnell anheizen und für Sauerstoff sorgen  

Neben optimalen Eigenschaften der eingesetzten Brennstoffe kommt es auch auf den richtigen Betrieb an, um sicher heizen zu können. Hier geht es vor allem darum, das Feuer mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und schnell hohe Temperaturen zu erreichen. Denn bei diesen verbrennt das Holz sauber und zuverlässig. Entfachen lässt sich ein Holzfeuer dabei am besten von oben. Hausbesitzer legen dazu etwa zwei Scheite auf den Rost. Darüber stapeln sie dünne Anmachhölzer, die sie dann mit einem geeigneten Anzünder entzünden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Brennholz sollte ausreichend trocken sein (Restfeuchte bei 15 bis 20 Prozent)
  • zum Anzünden etwa zwei Scheite in den Ofen einlegen
  • Kaminanzünder sowie kleines Anmachholz darüber stapeln und entzünden
  • vor allem zu Beginn für viel Sauerstoff und gute Belüftung sorgen

Während vor allem zu Beginn des Brennvorgangs viel Sauerstoff nötig ist, können Verbraucher die Luftzufuhr im laufenden Betrieb etwas drosseln. Informationen zum sicheren Heizen geben dabei auch die Herstellerunterlagen.

Bei Rauch und Feuer die Feuerwehr alarmieren

Kommt es zu einem Feuer, ist schnelles Handeln wichtig. Kleine Flammen sollten dabei sofort mit Schaumlöscher oder Löschdecke erstickt werden. Ist beides nicht zur Hand, hilft auch eine schwere Baumwolldecke. Nicht ratsam ist hingegen der Einsatz von Wasser. Denn das verdampft im heißen Feuer und könnte bei einem Kaminbrand im Extremfall sogar zur Explosion führen. Hat sich das Feuer bereits ausgebreitet oder brennt das Innere des Schornsteins, hilft nur noch die Feuerwehr. Verbraucher sollten das Gebäude sofort verlassen und auch Mitbewohner und Tiere herausbringen. Ist bereits viel Rauch in der Luft, schützt ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase vor einer drohenden Vergiftung.

Sicher heizen mit Warnmeldern für CO oder Rauch

Auch wenn moderne Heizgeräte besonders sicher sind, lassen sich Probleme durch falsche Bedienung nicht immer ausschließen. Experten empfehlen dabei die Installation spezieller Rauch- oder CO-Melder. Diese detektieren gefährliche Gase in der Luft und schlagen gut hörbar Alarm. Hausbesitzer erkennen Feuer frühzeitig und haben mehr Zeit, auf diese zu reagieren. In einigen Bundesländern sind vor allem die Rauchwarnmelder sogar Pflicht. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Sicher heizen mit Holz funktioniert, indem Hausbesitzer auf eine fachmännische Installation und den optimalen Betrieb der Feuerstätten achten. Neben dem Einsatz von trockenem Holz kommt es dabei auch auf das richtige Anzünden des Feuers an. Kommt es zu einem Unfall, hilft oft nur die Feuerwehr. CO- oder Rauchmelder alarmieren Hausbesitzer jedoch frühzeitig und schaffen mehr Zeit zum Reagieren. So bekommen sie kleine Feuer mit Löschdecke oder Schaumlöscher oft schon selbst in den Griff.

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