Nachheizkasten: Funktion, Einsatz und Kosten

Der Nachheizkasten (auch Nachheizregister) ist ein zusätzlicher Wärmeübertrager für Heizeinsätze in Kachel- und Grundöfen. Er wird von den heißen Abgasen der Verbrennung durchströmt, kühlt diese ab und leitet die gewonnene Wärme an den Ofen. Dieser kann die eingesetzten Brennstoffe somit besser ausnutzen und arbeitet sparsamer. Im Beitrag erklären wir, wie ein Nachheizkasten funktioniert, wie er aufgebaut ist und was die Geräte kosten. 

Aufbau und Funktion der Nachheizkästen

Der Nachheizkasten befindet sich im Abgaszug eines Ofens. Er wird von den heißen Verbrennungsgasen durchströmt und leitet diese über mehrere Umlenkungen durch sein Inneres. Die Rauchgase geben dabei einen Teil ihrer Energie an die Wandungen ab und strömen dann mit niedrigeren Temperaturen über den Schornstein nach draußen. Die rückgewonnene thermische Energie geht auf den Ofen und über diesen auch an den Aufstellraum über. Im Vergleich zu einem Kachel- oder Grundofen ohne Nachheizkasten, sorgt die Technik für eine höhere Energieausbeute und damit auch für sinkende Heizkosten.  

Unterschiedliche Materialien sind möglich  

Der Nachheizkasten selbst kann dabei aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Infrage kommen einfache Kästen aus Stahlblech oder Gusseisen. Letztere haben im Vergleich eine höhere Masse und können die Wärme besser speichern. Aber auch Heizregister aus Schamotte oder Keramik sind denkbar. Diese haben ein besseres Speichervermögen und geben die Wärme selbst dann noch ab, wenn der Ofen längst nicht mehr brennt.

Mit einem Nachheizkasten arbeitet der Kaminofen sparsamer
© Patrick Daxenbichler / Fotolia

Nachheizkasten in Eigenleistung bauen

Grundsätzlich können Hausbesitzer die Kästen selbst bauen, zum Beispiel geschweißt aus Stahlblech oder gemauert mit Schamotte. Aber: Passt der Kasten nicht zum Ofen, kann er die Abgase zu weit herunterkühlen. Das enthaltene Wasser könnte im Schornstein kondensieren und Versottung wäre die Folge. Ein weiteres Problem besteht, wenn Fugen oder Nähte vom selbst gebauten Nachheizkasten undicht sind. Denn dann können giftige Abgase austreten und zu einer Rauchvergiftung führen. Im schlimmsten Fall droht Lebensgefahr. Um diese Risiken auszuschließen, empfehlen wir nur zugelassene Bauteile, die tatsächlich zum Ofen passen. Ofensetzer oder Heizungsbauer aus der eigenen Region stehen Interessenten dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Vorteile durch den Nachheizkasten am Ofen  

Der zusätzliche Wärmeübertrager gewinnt Energie, die sonst ungenutzt über den Schornstein entweichen würde. Er steigert die Effizienz des Ofens und senkt damit auch den Brennstoffverbrauch. Das entlastet wiederum das eigene Portemonnaie und die Umwelt. Denn durch den geringeren Verbrauch fallen auch die Emissionen geringer aus. Die niedrigeren Abgastemperaturen schonen außerdem den Schornstein, der dabei weniger stark belastet wird. Aber Achtung: Sinken die Temperaturen zu stark ab, könnte Wasser kondensieren und das feuchteempfindliche Abgassystem über kurz oder lang beschädigen.

Einsatzbereiche und Planung der Nachheizkästen  

Ein Nachheizasten kommt meist in Verbindung mit Kachel- oder Grundöfen zum Einsatz. Hier nimmt er die Abgase von einem Heizeinsatz auf und kühlt diese herunter. Wichtig ist, dass die Abgastemperatur am Eintritt in den Schornstein 180 Grad Celsius nicht unterschreitet. Wie groß und leistungsfähig der Kasten ist, richtet sich also nach der Differenz der Abgastemperatur am Ofen und der zulässigen Temperatur am Schornsteineintritt. Je länger der Weg durch den Nachheizkasten ist, umso mehr Energie lässt sich dabei zurückgewinnen.

Kosten der zusätzlichen Wärmeübertrager  

Wie viel ein Nachheizkasten kosten kann, hängt von den eingesetzten Materialien und der Baugröße der Komponenten ab. Während es einfache Register aus Stahlblech bereits für 100 bis 200 Euro gibt, kosten Kästen aus Guss oder Schamotte mehr. Diese können mit 500 bis mehr als 1.000 Euro zu Buche schlagen. Sie speichern die Wärme dafür länger und sorgen so für mehr Effizienz und Komfort.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Ein Nachheizkasten entzieht den heißen Rauchgasen eines Ofens Wärme, die sonst ungenutzt über den Schornstein verschwinden würde. Die Geräte steigern damit die Effizienz von Heizeinsätzen und sorgen für sinkende Energiekosten. Darüber hinaus schonen sie den Schornstein, der den hohen Abgastemperaturen damit nicht mehr standhalten muss. Wichtig ist die passgenaue Auslegung. Denn zu kalte Abgase können zur Kondensation und daraufhin zur Versottung der Schornsteine führen.  

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