Mit dem Kachelofen heizen: So klappt es

Ursprünglich und gemütlich: So sollte es sich anfühlen, wenn Hausbesitzer mit dem Kachelofen heizen. Damit das aber richtig funktioniert, sind einige Punkte zu beachten. Wir erklären, welche das sind und welche Brennstoffe für die besonderen Öfen infrage kommen. 

Wieder im Trend: Mit dem Kachelofen heizen

Wenn Hausbesitzer mit einem Kachelofen heizen, bekommen sie mehr als angenehm warme Räume. Denn die Öfen, die sich unter anderem mit Holz befeuern lassen, gelten als umweltfreundlich und sorgen darüber hinaus für eine wohlige Atmosphäre. Sie sind optisch ansprechend und befinden sich direkt im Wohnbereich. Diesen erwärmen sie in Form von Strahlung sonnengleich. Und das sogar dann, wenn das Feuer längst erloschen ist: Dafür sorgt die hohe Speichermasse der handwerklich gesetzten Wärmequellen. 

Kachelöfen: früher und heute

Der Kachelofen ist ein Heizofen für Hausbrand, der sich zum Beheizen eines Wohnraums eignet. Kachelöfen von heute sind nicht einfach "nur" Kachelöfen. Stattdessen haben sich ihre Konstruktionen im Laufe der Jahrhunderte verändert. Anders als früher gibt es heute Variationen, die mehr können als nur heizen. Einige Modelle können als Zentralheizung oder zur Aufbereitung von Brauchwasser genutzt werden.

Auch ihr Design hat sich verändert. Während ältere Kachelöfen meist aus Ofenkacheln gesetzt sind, sind die heutigen Öfen überwiegend gemauert. Sie bestehen aus verputzten Flächen mit Simskacheln oder Zierelementen aus Keramik, wobei auch Abstufungen und versetzte Ebenen in das Kachelofendesign mit einfließen. Dem aktuellen Wohntrend entsprechend werden die Formen und gestalterischen Elemente von Kachelöfen immer schlichter. Klare Linien, gerade, verputzte und meist weiße Flächen in Kombination mit satten Braun- und Schwarztönen sowie große Sichtscheiben bestimmen heute das Bild von Kachelöfen.

Ursprünglich und gemütlich mit dem Kachelofen heizen
© Werner | Fotolia

Die richtigen Brennstoffe für die Öfen  

Wer mit dem Kachelofen heizen möchte, hat in Bezug auf die Brennstoffe heute eine große Auswahl. Denn die Heizgeräte verbrennen nicht nur Kohlebriketts oder Holzscheite, sondern auch Pellets, Heizöl oder Gas.

Holz und Kohle zum Kachelofen Heizen  

Vor allem die Öfen vergangener Tage verbrennen häufig Kohle. Der Brennstoff ist heute in vielen Baumärkten erhältlich und gut lagerbar. Geht es um die Bevorratung größerer Mengen, kann dabei aber viel Staub und Dreck anfallen. Eine Alternative bietet nachwachsendes Holz, das Hausbesitzer in Form von Scheiten oder Briketts verheizen können. Der Rohstoff stammt meist aus der eigenen Region, ist umweltfreundlich und gut zu lagern. Wichtig dabei ist jedoch, dass nur trockenes Holz in den Kachelofen kommt. Heizen Hausbesitzer mit zu feuchten Scheiten, sinkt der Wirkungsgrad und die Schadstoffbelastung steigt. Auch der Schornstein kann dabei Schaden nehmen. Der Beitrag „Brennholzlagerung“ erklärt, worauf es beim Lagern von Holzscheiten ankommt.

Heizeinsätze für Öl, Gas und Pellets  

Wer heute mit einem Kachelofen heizen möchte, kann neben Holz und Kohle auch auf Heizöl, Gas oder Pellets setzen. Der Vorteil: Die Verbrennung läuft dabei automatisch und besonders sauber ab. Suchen Hausbesitzer nach einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Wärmequelle, sollten sie sich für Pellets entscheiden. Diese bestehen aus gepressten Resten der holzverarbeitenden Industrie und verbrennen nahezu rückstandslos.

Welche Brennstoffe infrage kommen, hängt in der Regel vom Heizeinsatz ab. Dieser lässt sich in vielen Fällen austauschen, weshalb auch Besitzer älterer Öfen den Brennstoff oft frei wählen können.

Der Kachelofen und sein Funktionsprinzip

Wer sich für einen Kachelofen interessiert, wird früher oder später auf den Begriff Grundofen treffen, der nichts anderes beschreibt als die konsequente Weiterentwicklung des Kachelofens. Kennzeichnend für ihn ist, dass die Wärmeenergie über die Wärmestrahlung erzeugt wird und dass er speziell auf die Befeuerung mit Holz ausgerichtet ist. Er besteht aus einer Brennkammer, der mehrere Heizzüge nachgeschaltet sind. Beim Abbrennen des Brennstoffes wird die erzeugte Wärme von den mit Schamottsteinen verkleideten Heizzügen gespeichert und nach und nach abgegeben. Herzstück ist jedoch der sogenannten Kachelofeneinsatz.

Speicherplatten sorgen für zeitversetzte Wärme

Grüner Kachelofen mit geöffneter Klappe und glühender Kohle
© unpict / Fotolia
Ein qualitativ hochwertiger Kachelofen holt die maximale Energie aus dem Verbrennungsmaterial Holz heraus und gibt auch noch Stunden nach Erlöschen des Feuers Strahlungswärme ab. Möglich ist das durch Wärmespeicherplatten, die die Brennkammer im Innern des Ofens umgeben. Sobald das Feuer brennt, nehmen die Speichersteine die Wärmeenergie auf und geben sie nach der Aufwärmphase als Strahlungswärme an den Wohnraum ab. Eigentlich ist der Kachelofen ein Zimmerheizofen. Durch einen Rauchgaswärmetauscher kann er auch als Alleinheizung für ein Gebäude und für die Warmwasserproduktion genutzt werden.

Speichersteine entscheiden über die Heizqualität

Das Geheimnis des Kachelofens liegt in seinen Speichersteinen. Sie entscheiden über die Heizqualität und über die Intensität der Strahlungswärme. Bei modernen Öfen werden meist Schamottsteine verwendet. Sie sind maschinell gefertigt und zeichnen sich durch eine hohe Feuerfestigkeit aus. Dabei handelt es sich um einen gepressten Stein aus Aluminiumoxid, Tonerde und anderen Bestandteilen. Diese werden in unterschiedliche Formen gepresst und beispielsweise als Platte, als Baustein oder in halbrunder Form im Kachelofen verbaut. Die Qualität eines Kachelofens offenbart sich durch sein Innenleben. Hochwertiger Schamottstein weist eine Hitzebeständigkeit von bis zu 1.400 Grad Celsius aus.

In drei Schritten den Kachelofen heizen

Damit der Ofen schnell und sauber auf die richtigen Temperaturen kommt, gibt es einiges zu beachten. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Hausbesitzer Fehler vermeiden, wenn sie mit dem Kachelofen heizen möchten. 

Schritt 1: Für ausreichend Verbrennungsluft sorgen

Vor allem beim Anheizen benötigt das Feuer im Ofen viel Sauerstoff. Da es diesen in der Regel aus dem Raum zieht, sollten Hausbesitzer die Ofentüren und die Luftzufuhr öffnen, bevor sie mit dem Kachelofen heizen. Eine weitere Voraussetzung: Der Ofen sollte sauber und frei von Asche sein. Das ermöglicht einen optimalen und störungsfreien Betrieb.

Schritt 2: Holz einlegen und entzünden  

Im zweiten Schritt geht es darum, das Feuer zu entfachen. Während das bei Heizeinsätzen für Gas, Heizöl oder Pellets von allein funktioniert, kommt es bei Kohle und Holz auf die richtige Vorgehensweise an. Hausbesitzer legen dabei zunächst zwei bis drei Holzscheite nebeneinander auf den Boden des Feuerraums. Darüber stapeln sie mehrere klein gespaltene Anzündhölzer kreuzweise und legen den Anzünder darauf. Anschließend kann der Stapel entzündet werden und das Holz brennt sauber von oben nach unten ab. Damit der Ofen richtig zieht, sollte sich der Holzstapel weit hinten im Brennraum befinden. Außerdem lohnt es sich, die Schnittkanten der Hölzer zu den Seiten zu richten. Aus diesen tritt der meiste Ruß aus und die Türen oder Scheiben bleiben länger sauber.

Wichtig: Neue Fenster machen das eigene Haus dicht und stören dabei auch den Zug. Vor allem beim Aufheizen sollten Hausbesitzer ein Fenster geöffnet halten.   

Schritt 3: Mit heißer Glut im Kachelofen heizen  

Nach etwa einer halben Stunde sollte das Feuer richtig brennen. Hausbesitzer können dann die beiden Ofentüren schließen und die Stellung der Drosselklappe nach Herstellerangaben reduzieren. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, erkennen sie dabei an der gleichmäßig roten Glut. Wichtig zu wissen ist, dass der Ofen bei bestimmten Wetterlagen einen sehr starken Zug entwickeln kann. In diesem Fall sollte die Luftzufuhr eher etwas verringert werden. Ist der Zug hingegen sehr schwach, sorgt ein sogenanntes Lockfeuer beim Anfeuern für Abhilfe. Dazu entfachen sie ein heißes Feuer (unter Umständen mit Zeitung oder Papier) in der unteren Reinigungsöffnung. 

Der Kachelofen - seine Vorteile und Nachteile

Ein Kachelofen schafft eine behagliche Wohnatmosphäre und ist insoweit eine Art Lebensphilosophie. Darüber hinaus bietet er - sachlich betrachtet - eine Reihe von Vorteilen.

  • Ein wichtiges Argument, das für einen Kachelofen spricht, ist seine Strahlungswärme, die nicht nur ein angenehmes Raumklima schafft, sondern sich auch positiv auf das Wohlbefinden auswirkt, was wissenschaftlich nachgewiesen ist.
  • Die enorm lange Speicherung der Wärme reduziert die Heizkosten.
  • Ein Kachelofen wird mit einem umweltfreundlichen Brennstoff befeuert. Verbrannt wird Holz, das nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie es zuvor in der Wachstumsphase aufgenommen hat.
  • Das Befeuern mit Holz bedeutet Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die nur noch begrenzt zur Verfügung stehen und dem Preisdiktat der Energiekonzerne unterliegen.
  • Der Verbrennungsvorgang von Holz endet mit einem winzigen Rest Asche, der sich als Gartendünger eignet.
  • Der Kachelofen kann vom Design individuell gestaltet und mit einer Sitzbank um den Ofen herum zu einer Wohlfühlzone und Kuschelecke ausgebaut werden.

Je nach Gestaltung hat ein Kachelofen einen hohen Platzbedarf

Nachteilig können die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten sowie damit in Verbindung stehende Umbaumaßnahmen sein. Der Kachelofen hat außerdem je nach Gestaltung einen hohen Platzbedarf. Als Feuerstätte in den eigenen vier Wänden ist er eine potenzielle Gefahrenquelle, sodass gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollten.
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Auch heute möchten viele Hausbesitzer wieder mit einem Kachelofen heizen. Denn dieser sorgt neben wohlig warmen Räumen auch für eine romantische Stimmung in den eigenen vier Wänden. Verbrennen können sie dabei neben Kohle und Holz auch Gas, Heizöl oder Pellets. Damit das richtig funktioniert, muss der Ofen jedoch sauber sein. Vor allem beim Anfeuern kommt es zudem auf ausreichend Sauerstoff an.

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