Maßeinheiten für Holz – verständlich erklärt

Wer mit einer Holzheizung heizt, hat sicher schon von den unterschiedlichen Maßeinheiten für Holz gehört. Die wohl bekanntesten sind Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter. Jede dieser Einheiten beschreibt genau einen Kubikmeter Holz. Die Masse variiert hingegen. Warum das so ist, was sich hinter den verschiedenen Maßeinheiten für Holz verbirgt und wie diese zusammenhängen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Der Festmeter steht für feste Holzmasse 

Der Festmeter, der auch mit fm oder F abgekürzt wird, ist die in der holzwirtschaftlichen Praxis am häufigsten verwendete Maßeinheit für Holz. Dabei entspricht ein Festmeter genau einem Kubikmeter fester Holzmasse. Damit ist Holz ohne Luftzwischenräume gemeint, wie sie in der Regel bei der Schichtung einzelner Holzscheite entstehen. Die Einheit bezieht sich auf bisher unbearbeitete Holzstämme, die auch als Rundholz bezeichnet werden. Aus dem Festmeter lassen sich weitere Maßeinheiten für Holz ableiten. Darunter zum Beispiel:

  • Vorratsfestmeter (Vfm)
  • Erntefestmeter (Efm)
  • Schichtfestmeter (Sfm)
Der Vorratsfestmeter gibt den Holzvorrat eines Baumes oder eines Waldes, inklusive der Rinde, an. Die Maßeinheit wird übrigens auch herangezogen, um dem Nachwuchs von Holz pro Jahr zu berechnen. Mit dem Erntefestmeter ist der Vorratsfestmeter abzüglich 20 Prozent gemeint. Diese 20 Prozent Abzug setzen sich zu je zehn Prozent aus dem Rindenverlust und dem Verlust nach der Ernte zusammen. Denn Teile der Baumkrone oder des Stammes können nach dem Fällen des Baumes nicht verwendet werden. Der Schichtfestmeter wiederum entspricht einem Kubikmeter ofenfertig geschnittenem Brennholz, das ohne Zwischenräume gestapelt ist. 
Maßband zur Symbolisierung der Maßeinheiten für Holz
© gelilewa / Fotolia

Raummeter als gängige Maßeinheit für Holz zum Heizen

Hinweis

Die Heizkosten für Holz unterliegen geringeren Schwankungen als die für fossile Brennstoffe. Preise für Hackschnitzel, Holzpellets und Scheitholz variieren aber durchaus.  

Der Raummeter (Rm) ist die gebräuchlichste Maßeinheit für Holz, das zum Heizen verkauft wird. Dabei entspricht der Raummeter einem Würfel, der eine Seitenlänge von einem Meter besitzt und aus geschichteten Holzstücken besteht. Diese Holzstücke können ungespalten oder gespalten sein. Die Länge der Holzstücke ist ebenfalls nicht festgelegt. Zwischen den einzelnen Holzstücken kann sich Luft befinden. Im Vergleich zum Festmeter ist das ermittelte Volumen der Maßeinheit für Holz daher etwas ungenauer. Der Preis für einen Raummeter Holz ist aber auch entsprechend niedriger – unabhängig von der Holzart beziehungsweise der Qualität.  

In Verbindung mit dem Raummeter werden auch oft Ster und Klafter erwähnt. Bei beiden Holzmaßen handelt es sich um alte beziehungsweise eher regional verwendete Maßeinheiten für Brennholz. Ein Ster bezeichnet einen Raummeter, bei dem das Holz auf einen Meter Länge gekürzt wurde. Das vor allem in Süddeutschland und der Schweiz verwendete Klafter entspricht meist zwischen drei und vier Raummetern Holz. Das genaue Verhältnis kann jedoch von Region zu Region variieren. 

Geschütteter Raummeter für Holz

Da im Holzhandel und -transport eine ordentliche Schichtung der Holzstücke oft unwirtschaftlich ist, gibt es der Schüttraummeter als weitere Maßeinheit für Holz. Diese wird oft bei gespaltenem Kaminholz, aber auch bei Hackschnitzeln verwendet. Da es einfach geschüttet wird, befindet sich in einem Raummeter Holz deutlich mehr Luft ist als bei einer ordentlichen Stapelung. Dies lässt sich dadurch begründen, dass Holzscheite, die unterschiedlich dick und lang sind, für unterschiedlich viel Leerraum sorgen.

Umrechnungsfaktoren für Maßeinheiten

Wer die verschiedenen Maßeinheiten von Holz miteinander vergleichen will, kann spezielle Umrechnungsfaktoren nutzen. Bei Anwendung dieser Formeln ist allerdings darauf zu achten, um welchen Holztyp (Hartholz bzw. Weichholz) es sich handelt und wie lang die Holzscheite sind. Pellets zum Beispiel weisen alle eine nahezu gleiche Qualität und Größe auf. Scheitholz hingegen unterscheidet sich hinsichtlich seines Wassergehalt und seinen Abmessungen untereinander deutlich. Grundsätzlich wird zwischen Stückholz und Scheitholz unterschieden. Stückholz ist in der Regel gespalten und auf ofenfertige Länge geschnitten. Scheitholz hingegen wird auf eine Meter Länge entweder mit einer Axt geschlagen oder mit einer Säge gesägt. 

Richtwerte für Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter

Um die verschiedenen Maßeinheiten von Holz zu vergleichen, stehen spezielle Tabellen zur Verfügung. Mithilfe der dort enthaltenen Daten lässt sich leicht ermitteln, wie die verschiedenen Maßeinheiten zusammenhängen. Außerdem kann man feststellen, welche Größe ein Holzlager haben muss, damit eine bestimmte Holzmenge darin untergebracht werden kann. Als Richtwerte gelten: 

  • 1 Festmeter = 1,4 Raummeter = 2,3 Schüttraummeter
  • 1 Raummeter = 0,7 Festmeter = 1,4 Schüttraummeter
  • 1 Schüttraummeter = 0,4 Festmeter = 0,7 Raummeter
Was bei der Lagerung außerdem zu beachten ist, haben wir in dem Beitrag über die Brennholzlagerung für Sie zusammengefasst.  
Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Wer einen Kubikmeter Holz kaufen will, kann dafür unterschiedlich viel Holz erhalten. Was zunächst komisch klingen mag, lässt sich durch die verschiedenen Maßeinheiten für Holz erklären. Da beim Holzhandel der Raummeter die wichtigste Maßeinheit ist, sollte man wissen, was damit gemeint ist: ein Kubikmeter aus geschichtetem Holz.
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