Kaminofen: Mehr als nur gemütlich

Ein moderner Kaminofen ist für viele Eigentümer das i-Tüpfelchen fürs eigene Wohnzimmer. Direkter Blick auf die Flammen, wohlige Wärme und der Duft von frischem Holz, während die Familie zusammensitzt und dem Knistern der Flammen lauscht. Kein Wunder, dass Kaminöfen so beliebt sind. Dabei leistet der als Schwedenofen bekannte Klassiker allerhand mehr als bloß Gemütlichkeit zu verbreiten. In unserem Artikel erfahren Sie, welche Vorteile ein Kaminofen bietet und was Sie bei der Anschaffung beachten sollten.

Was ist ein Kaminofen?

Ein Kaminofen ist ein aus Gusseisen oder Stahlblech gefertigter Ofen, der meist mit Brennholz, seltener mit Pellets, Kohle oder Erdgas befeuert wird. Er unterscheidet sich von einem offenen Kamin dadurch, dass die Brennkammer geschlossen und häufig mit einer hitzebeständigen Glastür ausgestattet ist. Dort hindurch gibt der Kaminofen seine beliebte Strahlungswärme ab, die zusammen mit dem offenen Blick auf die Flammen als wohlig und angenehm empfunden wird. Ungeachtet der verschiedenen Bauweisen wird ein Kaminofen vor oder neben dem Schornstein aufgestellt, mit dem er durch ein Ofenrohr verbunden ist.

Neben Stahlöfen gibt es auch Kaminöfen mit einer Hülle aus Speckstein oder anderen Natursteinen. Mehr zu dieser Variante finden Sie in unseren Artikel über den Specksteinofen.

Gemütliches Wohnzimmer mit brennendem Kaminofen, Couch, Tisch und Hockern
© arsdigital / Fotolia

Unterschiedliche Arten von Kaminöfen

Kaminöfen unterscheiden sich zunächst einmal darin, ob sie für Scheitholz oder für Holzpellets ausgelegt sind. Letztere Variante ist der Pelletofen. Die Zündung und auch die Versorgung mit Brennstoff geht hier meist automatisch vonstatten. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal betrifft die Luftzufuhr. Ein klassischer Kaminofen saugt den zur Verbrennung benötigten Sauerstoff von unten durch den Feuerrost an. Raumluftunabhängige Kaminöfen dagegen beziehen ihre Luft von draußen. In energetisch sanierten Gebäuden, neuen Niedrigenergiehäusern und wenn neben dem Kaminofen auch eine Lüftungs- oder Küchenabluftanlage arbeitet, ist ein Kaminofen mit externer Luftzufuhr aus Sicherheitsgründen zu empfehlen.

Wasserführende Kaminöfen

Es gibt besondere Kaminöfen mit eingebautem Wasserspeicher (der sogenannten Wassertasche). Sie werden an eine mit Brauchwasser- oder Pufferspeicher ausgestattete Zentralheizung angeschlossen und geben ihre überschüssige Wärme an den Heizkreislauf im Haus ab. Betreiber eines wasserführenden Kaminofens können die am Vorabend gespeicherte Wärme beispielsweise zum Duschen am nächsten Morgen nutzen.

Kaminöfen mit Kochfeldern und/oder Backfach gibt es sowohl ohne als auch mit wasserführender Technik zu kaufen. Als Heizungsherde oder Kochheizherde kommen sie – je nach Region unter verschiedenen Namen – in Küchen zum Einsatz. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel über den Zentralheizungsherd.

Welche Vorteile bieten Kaminöfen?

Ein Kaminofen bietet neben der einzigartigen behaglichen Atmosphäre eine ganze Reihe Vorteile. In den Übergangszeiten von Frühling und Herbst, wenn die Abende überraschend kalt werden können, lässt sich ein Kaminofen schnell mal zwischendurch anheizen, um es drinnen gemütlicher zu haben. Läuft die Zentralheizung zu diesem Zeitpunkt noch im Sommerbetrieb, lässt sich der Raum ohne Kaminofen gar nicht so leicht warm kriegen. 

Kaminofen als Kostenersparnis

Für den Dauerbetrieb geeignete Kaminöfen können auch das ganze Jahr hindurch als Hauptheizung genutzt werden. Für den Betrieb sprechen vergleichsweise geringe Anschaffungs- und Brennstoffkosten sowie der wegfallende oder zumindest sehr niedrige Strombedarf. Hohe Wirk- und Nutzungsgrade sowie geringe Schadstoffemissionen machen moderne Kaminöfen zu einer nachhaltigen und sparsamen Heizmethode, die auf nachwachsenden Ressourcen basiert. Kaminöfen mit Pelletbetrieb werden darüber hinaus vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert. Mehr dazu erfahren Sie auf unseren Seiten zur Heizungsförderung.

Flexible Heizungsart

Darüber hinaus wird oft vergessen, wie flexibel moderne Kaminöfen einsetzbar sind. Dank geeigneter Unterlegplatten lassen sie sich auch auf nicht feuerfesten Bodenbelägen aufstellen. Nicht zuletzt kann ein Kaminofen beim Umzug mitgenommen und im neuen Haus aufgebaut werden. 

FAQ zum Thema: Kaminofen

Brennender Holzscheit im Kaminofen
© Chris - stock.adobe.com

Bereits vor der Anschaffung eines Kaminofens sollten ein paar grundsätzliche Fragen geklärt werden. Von Sicherheitsaspekten über Kosten bis hin zum Design und möglichen Nachteilen: In unserem FAQ greifen wir wichtige Aspekte auf und geben zu jedem Punkt eine grobe Orientierung.

Wie viele Räume soll der Ofen beheizen?

Während ein einfacher und günstiger Kamin nur den Raum mit Wärme versorgt, in dem er steht, beheizen wasserführende Kaminöfen auch benachbarte Räumen, zuweilen sogar das ganze Haus. Hier sollten die Bedingungen vor Ort und die eigenen Ansprüche geklärt werden.

Welche Sicherheits- und Gesetzesvorschriften sollte der Kaminofen erfüllen?

Verpflichtend für Kaminöfen in Deutschland ist die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) über kleine und mittlere Feuerungsanlagen. Die darin unter anderem festgelegten Grenzwerte zu Schadstoffemissionen für Kaminöfen (2. Stufe 1. BImSchV) wurden im Jahr 2015 verschärft. Im Detail informiert darüber der Artikel "Wie lange darf ich meinen Kaminofen betreiben?" Außerdem müssen sich Betreiber eines Kaminofens an die DIN EN 13240 “Raumheizer für feste Brennstoffe – Anforderungen und Prüfungen” halten. Regionale Verordnungen, die in bestimmten Regionen erlassen wurden, sind damit nicht abgedeckt. Diese müssen extra berücksichtigt werden.

Welche Brennstoffe dürfen in einem Kaminofen verfeuert werden?

Welche Brennstoffe in einem Kaminofen verfeuert werden dürfen, legt der Gesetzgeber in der "Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen" fest. Kaminöfen sind auf feste Brennstoffe ausgerichtet. Gesetzlich untersagt ist das Verbrennen von Papierbriketts. Wer es dennoch tut, riskiert ein Bußgeld. Als Brennstoffe eignen sich:

  • Naturbelassenes Scheitholz
  • Holzbriketts
  • Pellets

Welche baulichen Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

Die baulichen Voraussetzungen prüft am besten ein Schornsteinfegermeister. Denn er muss vorab beurteilen, ob der Kamin ausreichend Luft aus dem Raum ziehen kann und ob der Schornstein über den nötigen Zug verfügt. Brandschutzmaßnahmen obliegen ebenfalls dem Auge des geschulten Schornsteinfegers. Je nachdem, ob Sie in Ihren Wohnräumen eine Lüftungsanlage oder eine Dunstabzugshaube mit Außenluftanschluss haben, muss per Drucksensor sichergestellt werden, dass kein Unterdruck entstehen kann. Denn dieser kann gesundheitsschädlichen Rauch in die Wohnung leiten. Alternativ kommt auch ein raumluftunabhängiger Kaminofen infrage.Ausführliche Informationen dazu finden Sie auch im Beitrag "Wohnraumlüftung und Kaminofen".

Was lässt sich generell über die Anschaffungskosten sagen?

Einfache Öfen gibt es bereits für unter 200 Euro zu kaufen. Wird der Kaminofen mit Pellets und einer Wassertasche betrieben, steigen die Kosten schnell auf bis zu 9.000 Euro. Die Preisspanne ist also je nach Funktionen und Hersteller sehr breit. Wasserführende Kaminöfen und welche mit Verkleidung schlagen mit höheren Kosten für den Einbau zu Buche. Darüber hinaus sollten Sie bei der Installation auch etwaig nötige Umbauten am Schornstein berücksichtigen.

Wird die Anschaffung eines Kaminofens staatlich gefördert?

Nein, Fördermittel vom Staat gibt es nur für wasserführende Pelletöfen. Der Kauf eines klassischen Ofens für Scheitholz wird hingegen nicht gefördert. Um bis zu 3.000 Euro Fördermittel zu erhalten, muss der wasserführende Kaminofen ferner mit einem Partikelabscheider ausgestattet sein. Außerdem darf seine Nennwärmeleistung nicht mehr als 100 kW betragen.

Begriffsklärung: Was für einen Kaminofen wollen Sie?

Beim Kauf sollten Sie auch auf die richtige Bezeichnung achten. Die Kaminöfen, von denen hier die Rede ist, werden auch Schwedenofen oder Cheminéeofen genannt. Im allgemeinen Sprachgebrauch gelten jedoch beispielsweise auch Gaskamine und elektrische Kamine als Kaminöfen, obwohl sie nicht wirklich mit Scheitholzöfen vergleichbar sind. Darüber hinaus gibt es Kachelöfen, Kamineinsätze, Speicher- und Specksteinöfen sowie Sturzbrandöfen (Holzvergaseröfen).

Was müssen Sie bezüglich Design und Stil beachten?

Es gibt eine riesige Auswahl an Stilen und Bauformen. Die wichtigsten Merkmale betreffen das Fenster zur Brennkammer, die Verkleidung sowie die Frage, ob Sie einen modernen Ofen oder eher einen im klassischen Design mögen.

Welche Nachteile hat ein Kaminofen?

Pauschal kann man zu den Vor- und Nachteilen einer Heizungslösung eher wenig sagen. Abwägen lässt sich immerhin anhand unterschiedlicher Wirkungsgrade. Das ständige Nachlegen von Brennholz kann bei Kaminöfen als unkomfortabel empfunden werden. Auch muss man bauliche Voraussetzungen wie den Platz zur Lagerung des Brennholzes berücksichtigen – dieser sollte sicher und trocken sein. Zu guter Letzt sollten sich Eigentümer bewusst machen, dass ein Kaminofen zu höheren Feinstaubemissionen führt.

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Fazit von André Taggeselle
Moderne Kaminöfen sind in diversen Variationen erhältlich. Für sie alle gilt: Die vielfach gerühmte Behaglichkeit und die angenehme Wohnatmosphäre sind nicht die einzigen Vorteile, die für diese klassische Art der Holzheizung spricht. Um in den Genuss von Vorzügen wie Sparsamkeit, Flexibilität und günstige Anschaffung zu kommen, sollten vorab ein paar Dinge berücksichtigt werden. Ein geschulter Schornsteinfeger hilft hier zuverlässig weiter.
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