Kaminofen anschließen in 5 Schritten

Ein Kamin sorgt für wohlige Wärme und eine ganz besondere Atmosphäre im Haus. Möchten Sie den Kaminofen anschließen, ist nicht immer ein Fachmann erforderlich. Wir erklären in fünf Schritten, wie sie die Abgase des Ofens sicher nach draußen leiten und wann ein Experte Ihren Kamin anschließen sollte. 

Kaminofen anschließen: Schritt für Schritt für Heimwerker

In vielen Fällen können Sie den Kamin beziehungsweise das Ofenrohr selbst anschließen. Voraussetzung ist ein freier Zug im Schornstein. Steht Ihnen dieser nicht zur Verfügung, können Sie einen Schornstein nachrüsten lassen. Die Systeme bestehen dann meist aus Edelstahl und lassen sich innen oder außen an der Fassade bis über das Dach führen. Möchten Sie selbst Ihren neuen Kaminofen anschließen, sollte es sich außerdem um ein raumluftabhängiges Gerät handeln. Die Öfen arbeiten mit Verbrennungsluft aus dem Raum und benötigen keine besonderen Anschlüsse.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen, können Sie den Kamin anschließen. Am einfachsten funktioniert das mit den folgenden fünf Schritten:

  1. Standort festlegen
  2. Wandfutter einbauen
  3. Rauchrohr wählen
  4. Ofenrohr anschließen
  5. Kamin abnehmen lassen

Schritt 1: Standort für den neuen Kamin festlegen 

Bevor Sie Ihren Kamin anschließen, müssen Sie einen geeigneten Standort festlegen. Neben ästhetischen Einflussfaktoren spielt dabei auch der Brandschutz eine wichtige Rolle. Denn der Kaminofen darf nicht zu dicht an brennbaren Materialien stehen. So gilt ein Mindestabstand von 20 Zentimetern zur Aufstellwand. Im Umkreis von 80 Zentimetern um die Ofentür dürfen sich außerdem keine brennbaren Materialien befinden. Weitere Informationen zu den Aufstellbedingungen geben wir im Beitrag Holzofen installieren.

Schritt 2: Wanddurchführung oder Wandfutter einbauen

Um das Ofenrohr am Schornstein anschließen zu können, muss eine Verbindung zu diesem vorhanden sein. Bei einem gemauerten Schornstein lassen Sie dazu ein Wandfutter einbauen. Experten bohren dabei ein großes Loch mittig in den Schornstein. Sie setzen ein kurzes Rohr (das Wandfutter) ein und dichten dieses mit Mörtel ab. Mit handwerklichem Geschick können Sie diese Aufgabe auch selbst erledigen. Wichtig ist es dabei, das Loch mittig im Schornsteinzug zu setzen. Haben Sie außen einen Schornstein nachrüsten lassen, benötigen Sie eine Wanddurchführung. Diese verbindet das Ofenrohr im Haus mit dem außen liegenden Abgaszug und stellt sicher, dass die Abgase zuverlässig abströmen.

Schritt 3: Das passende Rauchrohr für Ihren neuen Kamin

Möchten Sie den Kaminofen anschließen, müssen Sie sich im nächsten Schritt für ein Rauchrohr entscheiden. Während die Dimension dem Abgasanschluss am Ofen entsprechen muss, haben Sie in Bezug auf das Material Wahlfreiheit. Typisch sind dünne Stahlrohre, die es mit einer Spezialbeschichtung in verschiedenen Farben zu kaufen gibt. Alternativ dazu kommen aber auch emaillierte und doppelwandige Stahlrohre zum Einsatz. Emaillierte Rohre bieten mit ihrer glatten und glänzenden Oberfläche eine besondere Optik. Befinden sich brennbare Materialien zu dicht am Abgaszug, können Sie ein doppelwandiges Ofenrohr anschließen, um die Mindestabstände zu reduzieren.

Kaminofen anschließen mit braunem Ofenrohr
© MarcelS – stock.adobe.com

Schritt 4: Den neuen Kaminofen anschließen

Sind alle Vorarbeiten abgeschlossen, können Sie den Kaminofen anschließen. Dazu stecken Sie die Ofenrohre in Richtung des Abgaszugs zusammen. Beginnen Sie am Kamin und arbeiten sich dann Schritt für Schritt bis zum Wandfutter oder bis zur Wanddurchführung vor. Mit praktischen Steckverbindungen funktioniert das schnell, einfach und optisch ansprechend.

Übrigens: Immer häufiger befindet sich der Kaminofen-Anschluss hinten und oben. Hier haben Sie die Wahl. Während der Anschluss oben für einen besseren Zug sorgt, lässt der Kaminofen-Anschluss hinten das Ofenrohr unsichtbar in der Wand verschwinden. Letzteres ist bereits beim Setzen des Wandfutters oder der Wanddurchführung zu beachten.

Schritt 5: Kamin anschließen und Schornsteinfeger kontaktieren

Konnten Sie den Kaminofen anschließen, muss ein Schornsteinfeger die Feuerstelle abnehmen. Er prüft vor Ort, ob Sie die Arbeiten fachgerecht durchgeführt haben. Der Experte führt eine Feuerstättenschau durch und passt den Feuerstättenbescheid an. In aller Regel bekommen Sie von Ihrem Schornsteinfeger außerdem auch eine Einweisung. Der Experte zeigt Ihnen, wie Sie mit dem Kamin richtig heizen und was zu tun ist, wenn der Kamin qualmt.

In diesen Fällen sollte ein Fachmann den Kamin anschließen 

Nicht immer ist es sinnvoll, den Kaminofen selbst anzuschließen. Das gilt zum Beispiel für einen raumluftunabhängigen Kamin. Denn dieser hat Anschlüsse für Abgas und Frischluft. Letztere kommt dabei von außen, damit die Verbrennung komplett unabhängig vom Aufstellraum vonstattengehen kann. Erforderlich sind die Öfen in dichten Gebäuden und dann, wenn neben dem Kamin auch eine Lüftungsanlage vorhanden ist. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für den zeitgleichen Betrieb von Öfen und Küchenablufthauben mit Außenluftanschluss.

Aber auch dann, wenn sie einen wasserführenden Kaminofen an der Heizung anschließen möchten, ist die Hilfe eines Experten gefragt. Denn hier sind oft weitere Arbeiten erforderlich. So müssen Sie unter anderem einen Pufferspeicher nachrüsten und die Regelung der Heizung anpassen.

Schornsteinfeger von Anfang an in die Planung einbeziehen 

Ob Sie selbst den Kamin anschließen oder einen Fachmann damit beauftragen: In jedem Fall muss ein Schornsteinfeger die Arbeiten vor der Inbetriebnahme kontrollieren. Um Probleme, Verzögerungen und höhere Folgekosten zu vermeiden, sollten Sie den Experten daher von Anfang an in die Planung einbeziehen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Möchten Sie einen Kaminofen anschließen, funktioniert das in der Regel ganz einfach. Denn mit den richtigen Rohren lässt sich die Verbindung zwischen Ofen und Wanddurchführung oder Wandfutter schnell herstellen. Möchten sie einen raumluftunabhängigen oder einen wasserführenden Kamin anschließen, sollten Sie jedoch einen Experten beauftragen. Wichtig ist es außerdem, von Anfang an auch mit dem Schornsteinfeger zu sprechen. Denn dieser muss die Anlage letztlich auch abnehmen. 
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