Kamin – wasserführend Wärme erzeugen

Ein Kamin ist mit Sicherheit für viele Menschen der Klassiker schlechthin unter den Heizsystemen. Durch preisgünstige Pellets und die langsame Abkehr weg von fossilen Brennstoffen liegen Kamine zudem wieder voll im Trend. Wird der Kamin wasserführend betrieben, können Sie die behagliche Romantik eines klassischen Kamins mit den Vorzügen eines ganzen Heizsystems kombinieren. Denn die Wärme lässt sich auch so in andere Räume der Wohnung oder des Hauses tragen.

Kamin: wasserführend erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit

Schon jetzt werden einige Kamine mit einem wasserführenden Betrieb produziert. Offiziellen Angaben nach sind das sogar rund zwei Drittel aller hergestellten Kaminöfen. Die wasserführenden Kamine tragen von renommierten Herstellern beispielsweise Siegel wie den Blauen Engel oder das Qualitätssiegel EFA. Zudem werden sie mitunter entsprechend der DIN genormt, was die Auswahl bei der Anschaffung erleichtert. In ihrer Funktionsweise bestehen nur kleine Unterschiede vom Kamin wasserführend zum klassischen Kaminofen. Den größten Unterschied macht die Wassertasche aus. Diese befindet sich nur bei wasserführenden Kaminöfen.

Ein Kamin wasserführend ist dezent und effizient zugleich.

Der Behälter wird mit dem Heizwasserkreislauf verbunden. Sobald sich der Ofen nun erwärmt, indem Rohstoffe wie beispielsweise Pellets verbrannt werden, wird auch das Wasser in dieser Wassertasche erhitzt. Anders als der klassische Kamin wird also nicht die gesamte Wärme als Strahlungswärme in den jeweiligen Raum abgegeben. Das ist oftmals nicht zwingend effizient und auch nicht notwendig. Stattdessen wird ein Teil der Energie als Strahlungswärme abgesondert, während der andere Teil der Energie in die Wassertasche geführt wird. Das hier aufgewärmte Wasser kann sich dann über den Heizwasserkreislauf in andere Räume verteilen. Somit können Sie, wenn Sie einen Kamin wasserführend einsetzen, nicht nur einen einzelnen Raum beheizen, in dem sich gerade der Ofen befindet, sondern durchaus auch das gesamte Haus.

Verwendung als primäres Heizsystem

Wird ein Kamin wasserführend und als alleiniges Heizsystem genutzt, sollte das Haus über eine entsprechend gute und moderne Dämmung verfügen. Nur so kann er sich als Zentralheizung tatsächlich bezahlt machen. Bei einer schlechten, kaputten oder veralteten Dämmung reicht die Leistung mitunter nicht aus, um alle Räume auf eine wohnliche Temperatur zu bringen.

Zudem empfiehlt es sich, wenn der Kamin wasserführend als zentrales Heizsystem genutzt wird, ihn mit einer ebenso umweltschonenden Photovoltaikanlage zu kombinieren. So könnte im Sommer, wenn die Heizung nicht in Betrieb ist, warmes Brauchwasser durch die Solaranlage erzeugt werden. Existiert diese nicht, müssten Sie auch im Sommer den Kamin anfeuern, wenn keine andere Alternative zur Erzeugung von Warmwasser existiert.

Erhebliche Unterschiede bei den Preisen

Ein Kamin wasserführend verfügt in der Anschaffung über große Preisspannen. Besonders günstige Modelle sind bereits ab rund 1.000 Euro erhältlich. Diese können im langfristigen Betrieb aber mit Hinblick auf die Effizienz meist nicht mit qualitativ hochwertigen Anlagen mithalten. Ein Komplettsystem für Scheitholz kostet rund 3.000 Euro. Ein ganzes System für Pellets schlägt mit etwa 8.000 Euro zu Buche. Die Kosten können sich natürlich je nach Hersteller, Dienstleister für den Einbau und auch nach Größe und Leistung des Modells unterscheiden.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Da der Kamin wasserführend nur einen Teil seiner Energie in den jeweiligen Raum abgibt, empfiehlt er sich vor allem für Niedrigenergiehäuser mit entsprechend guter Dämmung. Für Flexibilität ist zudem allein schon deshalb gesorgt, weil einige der Kamine sowohl Pellets als auch Scheithölzer verbrennen können. Existente Kamine und Kachelöfen können mitunter mit überschaubarem Aufwand zu einem wasserführenden System umgebaut werden.

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