Informationen und Tipps rund um den Kachelofen

Das prasselnde und flackernde Feuer als eines der wichtigsten Elemente in der Geschichte der Menschheit hat bereits im neunten Jahrhundert Einzug in Wohnräume gehalten. Aktuell erlebt der Kachelofen als Art der Holzheizung eine Renaissance. Doch er ist formschöner, funktionaler, sparsamer und umweltfreundlicher geworden und lässt sich auch mit anderen Heizvarianten kombinieren. Doch es gibt noch mehr, was am Kachelofen faszinierend ist.

Kachelöfen: früher und heute

Der Kachelofen ist ein Heizofen für Hausbrand, der sich zum Beheizen eines Wohnraums eignet. Kachelöfen von heute sind nicht einfach "nur" Kachelöfen. Stattdessen haben sich ihre Konstruktionen im Laufe der Jahrhunderte verändert. Anders als früher gibt es heute Variationen, die mehr können als nur heizen. Einige Modelle können als Zentralheizung oder zur Aufbereitung von Brauchwasser genutzt werden.

Moderne Kachelöfen haben klare Linien und meist weiße Flächen

Auch ihr Design hat sich verändert. Während ältere Kachelöfen meist aus Ofenkacheln gesetzt sind, sind die heutigen Öfen überwiegend gemauert. Sie bestehen aus verputzten Flächen mit Simskacheln oder Zierelementen aus Keramik, wobei auch Abstufungen und versetzte Ebenen in das Kachelofendesign mit einfließen. Dem aktuellen Wohntrend entsprechend werden die Formen und gestalterischen Elemente von Kachelöfen immer schlichter. Klare Linien, gerade, verputzte und meist weiße Flächen in Kombination mit satten Braun- und Schwarztönen sowie große Sichtscheiben bestimmen heute das Bild von Kachelöfen.

Der Kachelofen und sein Funktionsprinzip

Wer sich für einen Kachelofen interessiert, wird früher oder später auf den Begriff Grundofen treffen, der nichts anderes beschreibt als die konsequente Weiterentwicklung des Kachelofens. Kennzeichnend für ihn ist, dass die Wärmeenergie über die Wärmestrahlung erzeugt wird und dass er speziell auf die Befeuerung mit Holz ausgerichtet ist. Er besteht aus einer Brennkammer, der mehrere Heizzüge nachgeschaltet sind. Beim Abbrennen des Brennstoffes wird die erzeugte Wärme von den mit Schamottsteinen verkleideten Heizzügen gespeichert und nach und nach abgegeben.

Speicherplatten sorgen für zeitversetzte Wärme

Ein qualitativ hochwertiger Kachelofen holt die maximale Energie aus dem Verbrennungsmaterial Holz heraus und gibt auch noch Stunden nach Erlöschen des Feuers Strahlungswärme ab. Möglich ist das durch Wärmespeicherplatten, die die Brennkammer im Innern des Ofens umgeben. Sobald das Feuer brennt, nehmen die Speichersteine die Wärmeenergie auf und geben sie nach der Aufwärmphase als Strahlungswärme an den Wohnraum ab. Eigentlich ist der Kachelofen ein Zimmerheizofen. Durch einen Rauchgaswärmetauscher kann er auch als Alleinheizung für ein Gebäude und für die Warmwasserproduktion genutzt werden.

Speichersteine entscheiden über die Heizqualität

Das Geheimnis des Kachelofens liegt in seinen Speichersteinen. Sie entscheiden über die Heizqualität und über die Intensität der Strahlungswärme. Bei modernen Öfen werden meist Schamottsteine verwendet. Sie sind maschinell gefertigt und zeichnen sich durch eine hohe Feuerfestigkeit aus. Dabei handelt es sich um einen gepressten Stein aus Aluminiumoxid, Tonerde und anderen Bestandteilen. Diese werden in unterschiedliche Formen gepresst und beispielsweise als Platte, als Baustein oder in halbrunder Form im Kachelofen verbaut. Die Qualität eines Kachelofens offenbart sich durch sein Innenleben. Hochwertiger Schamottstein weist eine Hitzebeständigkeit von bis zu 1.400 Grad Celsius aus.

Brennmaterial für einen Kachelofen

Es ist gesetzlich geregelt, welche Brennstoffe in einem Kachelofen verbrannt werden dürfen und welche nicht. In der BImSchV (Bundesemissionsschutzverordnung) ist festgelegt, dass kleine und mittlere Feuerungsanlagen unter anderem mit naturbelassenem Scheitholz sowie Holzbriketts und Holzpellets befeuert werden dürfen. Nicht erlaubt ist hingegen die Verwendung von Papierbriketts. Wer sich den gesetzlichen Bestimmungen widersetzt, riskiert ein Bußgeld. Grund ist, dass bei Verwendung verbotener Brennstoffe unter anderem schädliche Kohlenwasserstoffe oder eine erhöhte Menge an Feinstaub freigesetzt werden.

Der Kachelofen - seine Vorteile und Nachteile

Ein Kachelofen schafft eine behagliche Wohnatmosphäre und ist insoweit eine Art Lebensphilosophie. Darüber hinaus bietet er - sachlich betrachtet - eine Reihe von Vorteilen.

  • Ein wichtiges Argument, das für einen Kachelofen spricht, ist seine Strahlungswärme, die nicht nur ein angenehmes Raumklima schafft, sondern sich auch positiv auf das Wohlbefinden auswirkt, was wissenschaftlich nachgewiesen ist.
  • Die enorm lange Speicherung der Wärme reduziert die Heizkosten.
  • Ein Kachelofen wird mit einem umweltfreundlichen Brennstoff befeuert. Verbrannt wird Holz, das nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie es zuvor in der Wachstumsphase aufgenommen hat.
  • Das Befeuern mit Holz bedeutet Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die nur noch begrenzt zur Verfügung stehen und dem Preisdiktat der Energiekonzerne unterliegen.
  • Der Verbrennungsvorgang von Holz endet mit einem winzigen Rest Asche, der sich als Gartendünger eignet.
  • Der Kachelofen kann vom Design individuell gestaltet und mit einer Sitzbank um den Ofen herum zu einer Wohlfühlzone und Kuschelecke ausgebaut werden.

Je nach Gestaltung hat ein Kachelofen einen hohen Platzbedarf

Nachteilig können die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten sowie damit in Verbindung stehende Umbaumaßnahmen sein. Der Kachelofen hat außerdem je nach Gestaltung einen hohen Platzbedarf. Als Feuerstätte in den eigenen vier Wänden ist er eine potenzielle Gefahrenquelle, sodass gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollten.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Wer ihn liebt, wird ihn haben wollen, den guten alten und in der Moderne angekommenen Kachelofen. Seine Funktionsweise ist einfach, ebenso seine Befeuerung mit Holz. Er ist umweltfreundlich, preiswert in Bezug auf die Betriebskosten und bietet Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl.

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