Hohe Förderung für die Hackschnitzelheizung 

Die Förderung der Hackschnitzelheizung macht das Heizen mit Holz für viele noch interessanter. Denn die hohen Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) senken die Anschaffungskosten um bis zu 50 Prozent. Und das im Neubau sowie bei der Sanierung. Wir erklären, welche Mittel außerdem zur Verfügung stehen und wie Verbraucher die Förderung für eine Hackschnitzelheizung beantragen. 

BAFA-Förderung der Hackschnitzelheizung  

Das BAFA stellt Verbrauchern hohe Zuschüsse für eine neue Heizung zur Verfügung. Zu bekommen sind diese über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM). Dieses fördert neben Biomasseanlagen auch Wärmepumpen und Solarthermieanlagen sowie Hybridheizungen. Antragsberechtigt sind alle, die sich bei der Sanierung für eine der genannten Heiztechnologien entscheiden.

Zuschüsse und Kredite zur Förderung der Hackschnitzelheizung
© Daniel Ernst / Fotolia

Konditionen zur BEG-Förderung der Hackschnitzelheizung  

Damit Hausbesitzer die Förderung der Hackschnitzelheizung beantragen können, muss diese eine Reihe technischer Voraussetzungen erfüllen. Grundvoraussetzung für die Förderung ist, dass die Hackschnitzelheizung überwiegend der Heizung und/oder der Warmwasserbereitung dient. Außerdem ist ein Pufferspeicher zu installieren, dessen Volumen mindestens 30 Liter je Kilowatt Heizleistung aufweist.  Dieser glättet die schwankenden Wärmeanforderungen aus dem Haus und gewährleistet einen effizienten und sauberen Betrieb dieser Holzheizung. Darüber hinaus sind folgende Bedingungen einzuhalten:

  • jahreszeitbedingte Raumheizungsnutzungsgrad: mindestens 78 % (Bis 31.12.2022 genügt der Nachweis des Kesselwirkungsgrades von 90 %)
  • Kohlenmonoxid bei Nennwärmeleistung: maximal 200 Milligramm pro Kubikmeter (250 Milligramm pro Kubikmeter bei Teillast)
  • Staubförmige Emissionen: maximal 15 Milligramm pro Kubikmeter
  • allein naturbelassene Biomasse einsetzbar

Außerdem ist nach der Installation ein hydraulischer Abgleich durchzuführen. Einen detaillierten Geräteüberblick finden Hausbesitzer in der BAFA-Liste förderfähiger Geräte. 

Wichtig: Ersetzen Sie in einem Bestandsgebäude eine alte Ölheizung gegen eine neue Hackschnitzelheizung, erhöht sich der Fördersatz um weitere zehn Prozentpunkte. Sie können in diesem Fall also mit einem Förderanteil von bis zu 45 Prozent rechnen. Außerdem gibt es einen Bonus in Höhe von 5 Prozent, wenn der Austausch Bestandteil eines Sanierungsfahrplanes ist. Arbeitet die Biomasseheizung besonders emissionsarm (max. 2,5 mg/m³ Staub), gibt es einen weiteren 5 Prozent-Bonus, sodass die Förderrate im besten Falle bei 55 Prozent liegt. 

Keine einzelne Förderung der Hackschnitzelheizung im Neubau

Wer sich im Neubau für eine Hackschnitzelheizung entscheidet, kann die Mittel aus dem Programmteil "Einzelmaßnahmen" der Bundesförderung für effiziente Gebäude nicht in Anspruch nehmen. Hier gibt es Zuschüsse und Darlehen mit Tilgungszuschüssen nur, wenn Bauherren mindestens ein Effizienzhaus 55 errichten. Relevant ist dazu der Programmteil "Wohngebäude" der Bundesförderung, der ab 01.07.2021 verfügbar ist. Bis dahin können Bauherren günstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen über das KfW-Programm 153 beantragen. 

Förderung der Hackschnitzelheizung richtig beantragen

Um die Fördermittel zu bekommen, müssen Interessierte den Antrag noch vor Vorhabensbeginn bei dem BAFA einreichen. Ist alles OK, erhalten sie einen Bewilligungsbescheid und können die Arbeiten in Auftrag geben. Nach Abschluss aller Arbeiten reichen Verbraucher die geforderten Unterlagen ein und erhalten den Zuschuss ausgezahlt.  

KfW-Kredite für die Hackschnitzelheizung ergänzen die BAFA-Förderung  

Reicht die Zuschussförderung der Hackschnitzelheizung nicht aus, können Sanierer auch einen Zusatzkredit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Die Darlehen gibt es bis einschließlich Juni 2021 über das Programm 167 „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ zu besonders günstigen Konditionen. So beträgt der effektive Jahreszins im November 2019 gerade einmal 0,75 Prozent. Die folgende Liste informiert über die weiteren Modalitäten:

  • Kredithöhe: bis zu 50.000 Euro pro Wohnung
  • Laufzeit: 4 bis 10 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit: 1 bis 2 Jahre
  • Zinsbindung: 10 Jahre

Ab Juli 2021 steht dann auch im Programmteil "Einzelmaßnahmen" der BEG-Förderung eine Darlehensalternative mit Tilgungszuschuss zur Verfügung. Diese ersetzt das aktuell angebotene KfW-Programm 167. 

Hackschnitzelheizung: Förderung rechtzeitig beantragen  

Die Beantragung der Darlehen muss unbedingt vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen erfolgen. Ganz einfach funktioniert das über die eigene Hausbank. Diese leitet die Daten dann an die KfW weiter. Nach erfolgreicher Prüfung zahlt die Bank anschließend die Kreditsumme aus. Einen Energieberater, der bei anderen Programmen der KfW vorgeschrieben ist, benötigen Hausbesitzer in diesem Fall nicht.

Regionale Förderprogramme für das Heizen mit Holz  

Neben der Förderung der Hackschnitzelheizung von BAFA oder KfW gibt es auch regionale Mittel. Diese vergeben unter anderem Städte, Gemeinden oder andere Organisationen. Aufgrund der Fülle an Möglichkeiten und den oft sehr kurzen Laufzeiten der Programme empfehlen wir den Kontakt zu einem Energieberater aus der eigenen Region. Der sollte die entsprechenden Programme kennen und Hausbesitzern auch bei der Beantragung helfen können.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Eine Förderung der Hackschnitzelheizung gibt es von verschiedenen staatlichen Stellen. Neben hohen Zuschüssen vom BAFA gibt es dabei auch zinsgünstige Kredite der KfW. Wer beide Mittel kombiniert, kann die neue Ökoheizung besonders günstig finanzieren und so von den vielfältigen Vorteilen der Technik profitieren.
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