Hohe Fördermittel für die Biomasseanlage

Eine Biomasseanlage verbrennt nachwachsende Rohstoffe, um ein Haus mit thermischer Energie zu versorgen. Da das nicht nur günstig, sondern auch umweltschonend funktioniert, fördert der Staat die Technik mit hohen Zuschüssen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wir geben einen Überblick über die Förderprogramme und zeigen, wie man sie richtig beantragt. 

Fördermittel für Pellet- und Hackschnitzelkessel

Pellet- und Hackschnitzelkessel sind Biomasseanlagen, die vollautomatisch arbeiten. Sie verbrennen Holzreste aus der Forstwirtschaft oder der Industrie und gelten daher als besonders umweltfreundlich. Neben Zentralheizkesseln fördert das BAFA dabei auch Pelletöfen mit Wassertasche. 

Dezentrale Biomasseanlagen für Pellets

Pelletöfen mit Wassertasche verbrennen Holzpresslinge aus einem integrierten Vorratsbehälter vollautomatisch. Sie befinden sich in der Regel direkt im Wohnraum und sorgen mit einem sichtbaren Holzfeuer für wohlige Wärme. Gleichzeitig überträgt ein integrierter Wärmeübertrager einen Teil der thermischen Energie auf das Heizungswasser und somit auf die zentrale Heizungsanlage.

Das BAFA fördert zugelassene Biomasseanlagen generell im Bestand. Sind die Heizgeräte mit einer Einrichtung zur Partikelabscheidung ausgestattet, gibt es die Mittel darüber hinaus auch im Neubau. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Höhe der Zuschüsse für Pelletöfen. 

Pelletofen mit WassertascheBasisförderung im Gebäudebestand
Innovationsförderung
im Bestand
Innovationsförderung
im Neubau
5 bis 25 kW2.000 Euro3.000 Euro2.000 Euro
25 bis 100 kW80 Euro / kW3.000 Euro /
80 Euro pro kW
2.000 Euro

Pelletkessel mit und ohne Pufferspeicher

Eine Pelletheizung verbrennt gepresste Holzstäbchen automatisch und fast rückstandslos. Das sorgt für einen geringen Aufwand und einen hohen Bedienkomfort. Auch wenn das BAFA die Biomasseanlagen ohne einen Pufferspeicher fördert, raten Experten davon ab, die Pelletheizung ohne Speicher zu betreiben. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Höher der möglichen Zuschüsse.

PelletkesselBasisförderung im Gebäudebestand
Innovationsförderung
im Bestand
Innovationsförderung
im Neubau
Pelletkessel ohne Pufferspeicher3.000 Euro oder 80 Euro / kW4.500 Euro oder
80 Euro / kW
3.000 Euro
Pelletkessel mit Pufferspeicher3.500 Euro oder 80 Euro / kW5.250 Euro oder
80 Euro / kW
3.500 Euro

Die Innovationsförderung für eine Pelletheizung gibt es, wenn die Anlage den Brennwert nutzt oder mit einem Partikelabscheider ausgestattet ist. Installieren Hausbesitzer eine Anlage mit Speicher, muss dieser mindesten 30 Liter Wasser je Kilowatt Heizleistung fassen können. 

Biomasseanlagen für Hackschnitzel

Wer eine Hackschnitzelheizung installiert, bekommt Fördermittel vom BAFA nur dann, wenn diese mit einem Pufferspeicher ausgestattet ist. Wie bei der Pellettechnik muss dieser auch hier ein Volumen von mindestens 30 Litern je Kilowatt Heizleistung erreichen. Zulässig sind dabei auch bereits bestehende Speicher. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fördermöglichkeiten der Biomasseanlage.
HackschnitzelheizungBasisförderung im Gebäudebestand
Innovationsförderung
im Bestand
Innovationsförderung
im Neubau
mit neuem oder altem Pufferspeicher3.500 Euromind. 4.500 Euro3.500 Euro

Auch hier gibt es die höhere Innovationsförderung nur, wenn die Heizung den Brennwert nutzt oder mit einem Partikelabscheider ausgestattet ist.

Höhere Fördermittel für Kombiholzheizung

Interessieren sich Hausbesitzer für eine Biomasseanlage, die sowohl Scheitholz als auch Pellets oder Hackschnitzel verbrennen kann, profitieren sie von höheren Zuschüssen. Denn in diesem Fall fördert das BAFA beide Anlagenteile. Voraussetzung dafür ist ein Mindest-Pufferspeichervolumen von 55 Litern je Kilowatt Heizleistung des integrierten Scheitholzkessels. Hausbesitzer bekommen dabei mind. 5.500 Euro für ihre neue Holzheizung.  
Fördermittel für eine neue Biomasseanlage
© Daniel Ernst | Fotolia

Zuschüsse für Scheitholz-Biomasseanlagen

Moderne Scheitholzkessel arbeiten nach dem Vergaserprinzip. Dabei teilen sie die einzelnen Phasen der Verbrennung räumlich und erreichen so besonders niedrige Emissionen. Auch das BAFA fördert die sogenannten Holzvergaserkessel im Programm für Biomasseanlagen. Wie hoch die Zuschüsse sind, zeigt die folgende Tabelle.

HolzvergaserkesselBasisförderung im Gebäudebestand
Innovationsförderung
im Bestand
Innovationsförderung
im Neubau
mit neuem oder altem Pufferspeicher2.000 Euromind. 3.000 Euromind. 2.000 Euro

Voraussetzung für die Fördermittel ist generell ein Pufferspeichervolumen von mindestens 55 Litern je Kilowatt Heizleistung. Außerdem müssen die Anlagen für die höhere Innovationsförderung den Brennwert nutzen oder mit einem Partikelabscheider ausgestattet sein. 

Zusatzförderung für weitere Maßnahmen

Neben der Basis- und Innovationsförderung für die Biomasseanlagen fördert der Staat auch weiterführende Maßnahmen am Haus. So gibt es zum Beispiel für eine Solarthermieanlage noch einmal 500 Euro extra. Wer sein Haus bei einer Sanierung auf den KfW 55 Standard oder besser bringt, erhält noch einmal 50 Prozent der Basis- oder Innovationsförderung. Optimierungsmaßnahmen an der bestehenden Anlage fördert das BAFA hingegen mit zehn Prozent der anfallenden Kosten. 

Fördermittel für Biomasseanlagen richtig beantragen

Möchten Hausbesitzer von den hohen Fördersummen profitieren, müssen sie die Mittel rechtzeitig beantragen. Während sie bei der Inbetriebnahme bis 31.12.2017 danach noch neun Monate Zeit haben, sind die Anträge ab 2018 vor dem Beginn des Vorhabens einzureichen. Ganz einfach funktioniert das dann online über die Webseite des BAFA. 
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine Biomasseanlage heizt günstig und umweltfreundlich. Aus diesem Grund unterstützt der Staat Bauherren und Hausbesitzer mit hohen Zuschüssen bei der Anschaffung. Die Fördermittel gibt es dabei vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Pelletöfen mit Wassertasche, Pelletkessel, Hackschnitzel- und Scheitholzkessel. Wichtig ist, dass Interessierte die Gelder rechtzeitig beantragen.

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