Die Holzvergaserheizung mit Briketts betreiben

Briketts sind Presslinge aus Holz, die sich genau wie Scheitholz in vielen Holzheizungen nutzen lassen. Sie enthalten in der Regel mehr Energie, erzeugen weniger Asche und lassen sich platzsparender lagern. Was die Brennstoffe auszeichnet, wie sie sich herstellen lassen und was es im Einsatz mit einem Holzvergaserkessel zu beachten gibt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Funktion des Holzvergaserkessels

Der Holzvergaserkessel ist eine moderne Holzheizung. Er arbeitet effizient und verbrennt das eingesetzte Holz durch seinen speziellen Aufbau besonders sauber.

Zwei Brennkammern für hohe Effizienz

Möglich ist das, da die Heizung nicht nur aus einer, sondern gleich aus zwei Brennkammern besteht. Diese sind neben- oder übereinander angeordnet und trennen die einzelnen Schritte der Holzverbrennung räumlich.

So lassen sich die Holzscheite oder Briketts in die erste Kammer legen und von unten entzünden. Durch einen Luftstrom, der von oben über die Brennstoffe führt, verbrennen sie aber nicht gleich. Denn nachdem das enthaltene Wasser verdampft ist, setzt die sogenannte Holzvergasung ein. Der größte Teil dieses Gases strömt in die zweite Kammer und verbrennt fast vollständig bei sehr hohen Temperaturen.

Vorteile der Holzvergasung

Scheitholz oder Briketts verbrennen im Holzvergaser fast rückstandslos. Darüber hinaus sorgt der spezielle Aufbau für eine hohe Energieausbeute. Ein besonderer Vorteil der sogenannten unteren Verbrennung ist außerdem, dass neues Holz auch während des Betriebs einfach nachgelegt werden kann. Die Kessel erreichen abhängig von der Größe des Füllraums eine hohe Abbranddauer, wodurch sich der manuelle Aufwand reduzieren lässt.

Briketts zur Holzfeuerung

Holzbriketts nennt man feste Brennstoffe, die sich aus Holzresten herstellen lassen. Sie haben in der Regel eine gleichbleibende Form und im Vergleich zu typischem Waldholz eine hohe Dichte. Geht es um die Qualität der Briketts, gilt in Deutschland und Europa die Norm EN 14961.

Briketts aus Holz für die Holzheizung

Ausgangsstoffe von Holzbriketts

Briketts zur Holzfeuerung lassen sich aus getrockneten und unbehandelten Holzresten herstellen. Zum Einsatz kommen dabei zum Beispiel Hobelspäne, Sägespäne oder feineres Sägemehl. Je nach Art der Ausgangsstoffe unterscheidet man Hart- und Weichholzbriketts. Genau wie bei den Holzarten weisen auch Presslinge aus Weichholz im Vergleich einen höheren Heizwert auf. Dafür verbrennen sie schneller und sind öfter nachzulegen.

Herstellung von Holzbriketts

Bei der Herstellung von Briketts werden die Ausgangsstoffe getrocknet und in die typische Zylinder-, Quader- oder Prisma-Form gepresst. Durch den hohen Druck entsteht dabei Wärme, die wiederum den Zellstoff Lignin aktiviert. Dieser dient als natürliches Bindemittel und hält die Presslinge in Form.

Heute unterscheidet man verschiedene Pressverfahren. Typisch sind dabei das Stangenpressverfahren und das Presskammerverfahren. Kennzeichnend für das Strangpressverfahren ist die Vorverdichtung der Holzmasse in Strängen, die dann von einem hydraulischen Zylinder in ihre endgültige Form gebracht werden. Typisch für das Presskammerverfahren ist das Pressen in festen Kammern. Im Gegensatz zur vorher beschriebenen Methoden funktioniert das nur nach und nach.

Eigenschaften von Briketts aus Holz

Holzbriketts verbrennen ähnlich wie Kohle. Im Vergleich haben sie aber einen deutlich geringeren Schwefelanteil. Anders als bei Scheitholz entsteht beim Heizen mit Briketts weniger Asche. Sie haben einen höheren Energieinhalt, verbrauchen bei der Lagerung weniger Platz und sind einfacher zu handhaben.

Holzheizung und Holzbriketts – das gibt es zu beachten

Sofern der Hersteller einer Holzheizung den Einsatz der Briketts nicht ausschließt, lassen sich die kleinen Presslinge gut zum Heizen verwenden. Da sich ihre Eigenschaften aber vom typischen Brennholz unterscheiden, sind einige Dinge zu beachten.

Wichtig zu wissen ist dabei, dass sich die Brennstoffe beim Abbrand ausdehnen. Um die Brennkammer nicht zu verstopfen, sollten Hausbesitzer diese nie voll befüllen. Ratsam ist es hier lieber öfter nachzulegen, als große Mengen auf einmal zu verbrennen. Einige Hersteller empfehlen zusätzlich, die Presslinge vor dem Verfeuern in mehrere kleine Stücke zu zerbrechen.

Planen Verbraucher den Einsatz in Öfen oder Kaminen, kommt es darüber hinaus auch auf eine optimale Regelung der Luftzufuhr an. So sollten die Luftventile voll geöffnet bleiben, bis die Briketts mit deutlicher Flamme brennen. Die optimale Heizleistung erreichen Hausbesitzer, wenn sie die Luftzufuhr nach dem Erreichen der Rotglut reduzieren. Da das Verbrennen der natürlichen Holzgase auch Sauerstoff verbraucht, sollten sie die Luftzufuhr nie komplett schließen.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Briketts aus Holz bestehen aus gepressten Holzresten. Sie enthalten mehr Energie als konventionelles Scheitholz und verbrennen besonders sauber. Bei dem Einsatz in Holzvergasern sollten Hausbesitzer darauf achten, nicht zu viel auf einmal zu verbrennen. Dabei können sich die Brennstoffe ausdehnen und die Brennkammer verstopfen.

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