Der Kamin: Das Wichtigste im Überblick

Auch dank des Kamins ist das Heizen mit Holz seit einiger Zeit äußerst beliebt. Kein Wunder, denn neben der Wärme wertet ein Kamin den Aufstellraum auch optisch auf. Was ihn auszeichnet, wie man ihn sicher bedient und welche Kosten bei einer Umrüstung entstehen, darum geht es in den folgenden Abschnitten. Erfahren Sie außerdem, wie lange Sie Ihren bestehenden Kamin noch betreiben dürfen und warum ein Kamin auch als Raumteiler genutzt werden kann. 

Was zeichnet einen Kamin aus?

Wissenswertes zum Kamin

In einigen Regionen (Süddeutschland, Österreich und Schweiz) wird der Begriff Kamin auch für den Schornstein verwendet.

Ein Kamin wird oftmals auch als Kaminofen bezeichnet. Dabei unterscheidet sich der Kaminofen nochmals spürbar vom klassischen Kamin. Der wohl größte Unterschied liegt in der Sichtbarkeit der Flammen. Beim klassischen Kamin brennt das Feuer ungeschützt und erwärmt den Aufstellraum mit Konvektionswärme. Bei einem Kaminofen lodert die Flamme hingegen gut geschützt hinter einer feuerfesten Glasscheibe. Der Anteil an Konvektionswärme ist deutlich geringer als bei der offenen Variante. Umso größer ist der Anteil an Strahlungswärme. Außerdem lässt sich ein Kaminofen flexibel aufstellen. Ein klassischer Kamin ist meist in das Bauwerk integriert. 

Offene Kamine sind kaum noch zu finden  

Was die beiden Varianten noch unterscheidet, ist ihre Emission. In Sachen Feinstaub und Ökobilanz ist ein offener Kamin verheerend. Mit der Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung, kurz, BlmSchV, wurden Emissionswerte festgelegt, welche einen offenen Kamin nicht mehr nutzbar machen. Sie sind aus diesem Grund kaum noch zu finden und werden in den nächsten Jahren stillgelegt – es sei denn, sie werden umgerüstet. 

Einen klassischen Kamin umrüsten 

Viele Hersteller bieten für die Umrüstung spezielle Heizkassetten an, die sich einfach einbauen lassen. Dank der großen Sichtscheiben bleibt die Sicht auf die lodernden Flammen weiterhin erhalten. Der Nebeneffekt: Hinter der Scheibe verbirgt sich ein hochmoderner Heizeinsatz, der alle gesetzlichen Anforderungen an Emissionen erfüllt. Die Kosten für eine Nachrüstung beginnen bei 1.500 Euro und können höher ausfallen. Kommt die Umrüstung aus finanziellen Gründen nicht infrage, droht der Austausch des Kamins. 

Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Beitrag "Wie lange darf ich meinen Kaminofen betreiben?". Eine Information vorab: Entscheidend sind die Kohlenmonoxid- und Feinstaubwerte.

Einsatzbereiche für einen Kamin

Kamin ist nicht gleich Kamin, schließlich lässt er sich vielfältig nutzen und somit deutlich effizienter gestalten. So ist es mittlerweile problemlos möglich, die Verbrennungsenergie mehrfach zu nutzen.

Kamin zur Beheizung des Aufstellraums

Ein klassischer Kamin bzw. ein Kaminofen wird in der Regel im Aufenthaltsraum aufgestellt. Von dort aus erwärmt er den Raum mit seiner Wärme in Form von Konvektions- und Strahlungswärme. Es gibt ihn in raumluftabhängiger und raumluftunabhängiger Variante zu kaufen. 

  • Arbeitet ein Kaminofen raumluftabhängig, bezieht er die zum Verbrennen benötigte Luft aus dem Aufstellraum. Mit zunehmender Heizleistung kann der Sauerstoffgehalt in diesen Räumen kontinuierlich sinken, wodurch die Erstickungsgefahr steigt. 
  • Das Risiko besteht auch, wenn Hausbesitzer einen Kamin in Kombination mit einer Lüftungsanlage betreiben. Diese kann durch ihren Betrieb einen Unterdruck erzeugen, der wiederum giftige Abgase aus dem Kaminofen in den Raum ansaugt. Wie Sie dieses Risiko minimieren können, lesen Sie im Beitrag „Wohnraumlüftung und Kaminofen“.
  • Die sichere und in der Praxis gängigere Variante ist der raumluftunabhängige Kamin. Dieser bezieht den benötigten Sauerstoff aus einem speziellen Außenluftanschluss und stellt deshalb keine Gefahr dar. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Beitrag "Raumluftunabhängiger Kamin für dichte Häuser". 
Zwei Menschen liegen vor einem Kamin
© AlexMaster | Fotolia

Kamin zur Heizungsunterstützung 

Auch wenn die Erwärmung des Aufenthaltsraumes oft im Vordergrund steht, entscheiden sich viele Hausbesitzer mittlerweile dazu, den Kamin mit einer sogenannten Wassertasche auszurüsten. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um eine Anbindung an den vorhandenen Heizkreislauf. Auf diese Weise kann der Kamin einen Teil seiner Heizenergie an die Heizungsanlage abgeben und alle Räume mitheizen. Wie das im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag "wasserführender Kamin". 

Arten von Kaminen

Beim klassischen Kamin werden Holzscheite verbrannt, wodurch Wärme entsteht. Daneben gibt es noch Gaskamine, die im Vergleich dazu einen deutlich höheren Bedienkomfort bieten. Denn das manuelle Nachlegen entfällt bei dieser Variante komplett. Für beide Arten gilt: Sie müssen zwingend an einen Schornstein angeschlossen werden. Nur so kann der Rauch des Kamins abziehen und dieser gefahrlos betrieben werden. Eine Ausnahme bilden Kamine, die auf die klassische Verbrennung verzichten. Dazu gehören: 

  • Der Elektrokamin
  • Der Bioethanol-Kamin
  • Der Tunnelkamin

Elektrokamin: Gemütlichkeit auch ohne Feuer

Wie der Name es bereits verdeutlicht, arbeitet ein Elektrokamin mit Strom. Dabei wird die Raumluft mithilfe elektrischer Heizwiderstände aufgeheizt, wodurch sie sich stetig erwärmt. Was einen Elektrokamin auszeichnet und ob er als Ersatz für einen klassischen Kamin fungieren kann, lesen Sie im Beitrag "Elektrokamin: Gemütlichkeit auch ohne Feuer". 

Bioethanol-Kamine gelten nicht als Kaminöfen

Gaskamine, die mit Ethanol betrieben werden, müssen ebenfalls nicht an einen Schornstein angeschlossen werden. Denn vor dem Gesetzgeber gelten sie nicht als Kaminöfen, sondern als reine Dekorationsobjekte. Dementsprechend sind sowohl die Wärmeentwicklung als auch die Gemütlichkeit bei Weitem nicht so stark ausgeprägt wie beim klassischen Kamin. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie im Beitrag „Gaskamin“. 

Tunnelkamin als besondere Kaminart

Neben dem Brennstoff lassen sich Kamine auch durch ihren Verwendungszweck unterscheiden. Denn ein Kamin muss nicht per se an die Wand montiert werden. Ein Tunnelkamin beispielsweise wird freistehend betrieben und zeichnet sich dadurch aus, dass er zwei gegenüberliegende Scheiben besitzt. Er eignet sich daher optimal als Raumteiler. Die Kosten für einen solchen Kamin liegen zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Wichtig: Da Tunnelkamine auch mit Holz betrieben werden, ist auch hier ein Anschluss an einen Schornstein zwingend notwendig. Mehr dazu finden Sie im Beitrag "Tunnelkamin als eleganter Raumteiler".   

Kosten für einen Kamin 

Tunnelkamin als Kamineinsatz vor der Montage in einer Raumtrennwand
© deepwhite – stock.adobe.com

Wie bereits erwähnt, ist ein klassischer Kamin häufig ein Teil des Bauwerks und lässt sich somit kaum „neu kaufen“. Was neu dazu erworben werden kann, ist die Heizkassette. Diese kostet zwischen 800 und mehreren Tausenden Euro, sofern eine Sonderanfertigung notwendig ist. Die Preisspanne für einen modernen Kaminofen ist ebenfalls sehr groß. Hier beeinflussen vor allem die Heizleistung (in kW) und die Betriebsart (mit oder ohne Wassertasche) den Kaufpreis. Einen einfachen Kaminofen mit sieben kW gibt es bereits für unter 200 Euro zu kaufen. Handelt es sich dabei um einen Pelletofen mit Wassertasche, steigen die Anschaffungskosten auf bis zu 9.000 Euro. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie im Beitrag "Kamin: Kosten für Anschaffung und Betrieb". 

Für den optimalen Betrieb ist eine persönliche Beratung unabdingbar

Ein Kamin ist in vielen Fällen eine langfristige Investition und sollte daher nicht nur optisch, sondern auch leistungstechnisch zum Haus passen. Da der Markt eine Vielzahl an Modellen bietet, ist es ratsam, sich vor dem Kauf ausführlich beraten zu lassen. Ansprechpartner sind hierbei sowohl der Fachhandel als auch der Bezirksschornsteinfeger. Ausführliche Information hierzu finden Sie auch im Beitrag „Sicher heizen mit Kaminen und Öfen“.

Ratgeber rund um den Kamin

Ist der Kamin ordnungsgemäß eingebaut und startklar, geht es an das richtige Heizen. In erster Linie sollte das Brennmaterial für den Kamin geeignet sein. Schließlich kommt nicht nur Scheitholz als Brennstoff infrage, sondern auch Holzpresslinge (Pellets), Gas und Bioethanol. Beim Scheitholz kommt es vor allem auf die Restfeuchtigkeit an. Diese sollte im besten Falle maximal 20 Prozent betragen. Ist das Holz zu feucht, verursacht es beim Verbrennen übermäßig viel Qualm. Außerdem braucht es viel Energie, bis es zu brennen anfängt. Das wiederum macht das Heizen sehr ineffektiv. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag „Kamin richtig heizen“.  

Brennmaterial richtig lagern

Damit der Betrieb eines Kamins wirtschaftlich und komfortabel bleibt, sind zwei weitere Faktoren zu beachten: Lagerung und Transport. Das Kaminholz sollte möglichst trocken gelagert werden. Der Lagerraum sollte ferner über einen ausreichend hohen Luftwechsel verfügen, damit das Brennmaterial auch nachträglich trocknen kann. Für einen hohen Bedienkomfort sorgen darüber hinaus kurze Wege zwischen Kamin und Lagerraum. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag zum Kaminholz lagern

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Ein Kamin ist mehr als nur ein Blickfang in einem Raum. Mit seiner Wärme macht er ein Zimmer auch viel wohnlicher. Je nach technischen Varianten kann ein Kamin an das vorhandene Heizsystem angeschlossen werden und versorgt dieses zusätzlich mit Wärme.
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