Das Biomassekraftwerk zur Energieerzeugung

Biomasse ist ein echter Alleskönner, der in einem dafür konzipierten Kraftwerk nur entsprechend verarbeitet werden muss. Unter anderem lässt sich mit der erzeugten Energie ein Heizsystem in Betrieb nehmen, Treibstoff herstellen oder einfach Strom gewinnen. Diese Vielseitigkeit macht das Biomassekraftwerk zu einer guten Alternative gegenüber fossilen Energieträgern, von Nachteilen befreit ist das aber nicht.

Die Themen im Überblick:

So funktioniert ein Biomassekraftwerk in der Praxis

Wie in jedem Biomassekraftwerk ist erst einmal ein Rohstoff erforderlich. Das ist in diesem Fall die „Biomasse“. Ein großer Begriff, der grundsätzlich alle organischen Stoffe umfasst, welche tierischer oder pflanzlicher Herkunft sind. Es handelt sich dabei um einen erneuerbaren, nachwachsenden Rohstoff und somit um das Gegenstück zur den begrenzten fossilen Energieträgern. Vor allem Pflanzen, einzelne Bestandteile davon, Abfälle von Pflanzen und Tieren, Restholz und generell Bioabfälle werden zum Antrieb dieses Kraftwerks verwendet. Wurde für den Rohstoff gesorgt, kann es nun an die Verbrennung gehen, welche das Fundament eines jeden Kraftwerks liefert.

Ein Biomassekraftwerk sieht von weitem aus wie ein Heizmüllkraftwerk

Dämpfe treiben Turbine an, die wiederum Strom erzeugen

Ein Biomassekraftwerk macht sich das Prinzip der Kraftstoffverbrennung zunutze. Ein einfaches und doch effizientes Prinzip, bei dem die gesammelte Biomasse in einen großen Kessel gegeben und da verbrannt wird. Bei der Verbrennung entstehen Dämpfe, die wiederum durch diverse Kesselzüge geführt werden und am Ende dieser eine Turbine in Bewegung setzen. Sie ist an einen Generator gebunden, welcher durch die erzeugte Bewegung dann Strom generiert. Die bei der Verbrennung entstandene Wärme kann zusätzlich verarbeitet werden. Sie lässt sich als Nebenprodukt für die Nah- und Fernwärmeversorgung einsetzen. Somit ergibt sich ein effizientes Vorgehen, bei dem einerseits Strom und andererseits noch Wärme erzeugt werden kann.

Wirkungsgrad von 80 Prozent ist möglich

Der Wirkungsgrad ist hierbei ein entscheidender Faktor. Er kann je nach Anlage variieren, normalerweise beziffert er sich auf etwa 30 bis 35 Prozent. Erst indem die Kraft-Wärme-Kopplung genutzt und die erzeugte Wärme verwendet wird, steigt auch der Wirkungsgrad an. Hier sind durchaus hohe Werte von 80 Prozent möglich. Ohne diese Kraft-Wärme-Kopplung wäre der Betrieb eines solchen Kraftwerks mit Biomasse kaum rentabel. Deshalb ist es unumgänglich, dass beide Varianten der Energiegewinnung in Kombination zueinander verwendet werden. Durch den Zusammenschluss von mechanischer und thermischer Energie erfolgt eine effiziente Umwandlung. Diese kann aber nur dann vollständig genutzt werden, wenn das Biomassekraftwerk die erzeugte Energie mit möglichst geringen Verlusten speichern oder direkt nach Bedarf ausliefern kann.

Die konkreten Vorzüge und Nachteile von einem Biomassekraftwerk

Der hohe Wirkungsgrad ist ein definitiver Vorteil, welcher aber nur dann gültig ist, wenn tatsächlich die Erzeugung von Wärme und Strom miteinander kombiniert wird. Zudem entstehen bei der Produktion nur relativ geringe CO2-Emissionen, die Belastung der Umwelt ist also niedrig. Eine weitere Stärke ist der Rohstoff selbst. Biomasse ist relativ flexibel und zudem quasi „unendlich“ verfügbar. Da es sich hierbei um tierische und pflanzliche Abfälle handelt, wird die CO2-Bilanz langfristig gar nicht beeinträchtigt. Im Detail erfolgt eine negative CO2-Bilanz in erster Linie deshalb, weil diese Abfälle zum Biomassekraftwerk transportiert werden müssen und innerhalb dieser Kette weitere, unvermeidbare CO2-Emissionen entstehen.

Die benötigte Biomasse nimmt viel Fläche ein

Ein häufig genannter Nachteil soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Die benötigte Biomasse nimmt viel Fläche ein und konkurriert deshalb oftmals direkt mit der Landwirtschaft. Vor allem in ärmeren Ländern, aber auch in Ballungsgebieten, wird das zum Problem. Weiterhin entsteht bei der Verbrennung ein relativ unangenehmer Geruch. Anwohner in der Nähe eines Biomassekraftwerks wird dieser intensive Geruch definitiv belästigen, weshalb die Kraftwerke unbedingt abgelegen zu bauen sind.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Ein Biomassekraftwerk ist eine vielseitige Anlage, die alle organischen Stoffe tierischer oder pflanzlicher Herkunft verbrennt und in Energie umwandelt. Da die Brennstoffe regenerativ sind, hat das Biomassekraftwerk eine sehr gute Ökobilanz. Allerdings braucht die Biomasse auch viel Platz, was von vielen Menschen als negativ gesehen wird.

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