CO2-neutrale Holzheizungen für Wohnräume

CO2-neutrale Holzheizungen versorgen Wohnräume nicht nur mit Wärme. Dank moderner Technik schonen sie zudem die Umwelt und sind darüber hinaus ein visueller Eyecatcher. Doch nicht jede modern aussehende Holzheizung kann die gesetzlichen Anforderungen für Emissionswerte erfüllen. Lesen Sie in den folgenden Abschnitten über die Voraussetzungen für CO2-neutrale Holzheizungen.

Gründe für CO2-neutrale Holzheizungen

Das Heizen mit Holz ist hierzulande nach wie vor sehr beliebt. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  1. Die Holzheizung hat eine lange Tradition, die Jahrtausende zurückreicht.
  2. Die Technik ist ausgereift und dementsprechend sicher.
  3. Besitzer einer solchen Heizung sind unabhängig von den Preisschwankungen fossiler Brennstoffe.
  4. Die von einem Holzofen verströmte Wärme enthält langwellige Strahlen, die auf angenehme Art unter die Haut gehen.
  5. Holz ist ein regionaler und nachwachsender Rohstoff.

Strengere Vorgaben für CO2-neutrale Holzheizungen

Der letzte Punkt spielt bei den neuen CO2-neutralen Holzheizungen eine entscheidende Rolle. Denn Holz ist von Natur aus sehr umweltfreundlich. Das bedeutet, dass es beim Verbrennen nur so viel Kohlenstoffdioxid ausstößt, wie es im Laufe seines Wachstums aufgenommen hat. Wer mit Holz heizt, schont darüber hinaus andere fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Des Weiteren fördert er auch die heimische Wirtschaft. Denn ein Großteil des Brennholzes kommt aus der Region.

CO2-neutrale Holzheizungen lassen sich vielfältig verwenden.

Ganz emissionsfrei sind CO2-neutrale Holzheizungen dennoch nicht. Das ist rein technisch gar nicht möglich. Moderne Holzheizungen sind faktisch gesehen emissionsarm, produzieren jedoch weiterhin Staub. Diese Problematik ist den meisten Verantwortlichen bewusst. 2010 hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz die erste Bundesimmissionsschutzverordnung (BImScchV) herausgegeben. Darin wurden Emissionsgrenzwerte für Feueranlagen, die feste Brennstoffe in Energie umwandeln, definiert.

Hohe Anforderungen für Grenzwerte

Danach durften die Staubemissionen für Pelletöfen mit Heizungsanbindung die Grenzwerte von 0,03 g/m3 nicht überschreiten. Bei Kachelöfen lag die Grenze bei 0,075 g/m3. Mit dem in Kraft treten der Novelle der 1. BImScchV im Jahre 2015 wurden die Vorgaben weiterverschärft. So dürfen neue Pelletöfen, die nach 2015 in Betrieb genommen worden sind, die Grenzwerte von 0,02 g/m3 nicht überschreiten. Kachelöfen dürfen nur noch maximal 0,04 g/m3 ausstoßen. Diese Maßnahmen sind insofern notwendig. Denn Holzheizungen produzieren zwischenzeitlich mehr Feinstaub als der Straßenverkehr – zumindest in einigen Gemeinden.

Auch wenn CO2-neutrale Holzheizungen in der Theorie CO2-neutral arbeiten, in der Praxis produzieren sie doch Emissionen. Dementsprechend hoch sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen für Grenzwerte. 2010 lag der höchstzulässige CO2-Grenzwert für Pelletöfen mit Heizungsanbindung noch bei 0,40 g/m3. 2015 war es schon 0,25 g/m3. Bei Kachelöfen lag der Wert 2010 noch bei 2 g/m3. Im Zuge der Verschärfung beträgt er mittlerweile 1,25 g/m3.

Emissionsgrenzwerte (für Staub) für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe in g/m3

Arten 1. BImSchV 1. BImSchV ab 2015
Pelletöfen mit Heizungsanbindung 0,03 0,02
Raumheizer mit Fachfeuerung (Kachelofen) 0,075 0,04

Emissionsgrenzwerte (für Kohlenstoffdioxid) für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe in g/m3

Arten 1. BImSchV 1. BImSchV ab 2015
Pelletöfen mit Heizungsanbindung 0,40 0,25
Raumheizer mit Fachfeuerung (Kachelofen) 2 1,25

Alte Heizungen sollten durch neue CO2-neutrale Holzheizungen ersetzt werden

Um die im Rahmen der Energiewende vorgenommenen Ziele zu erreichen, gilt deshalb auch für CO2-neutrale Holzheizungen: Alte sollten durch neuere ersetzt werden. Experten schätzen die Zahl der Holzheizungen derzeit auf vier bis fünf Millionen in Deutschland. Rechnet man noch die Zahl derer dazu, die nur den Anforderungen der 1. BImScchV entsprechen, wird das volle Einsparpotenzial um einiges deutlicher.

Experten schätzen ihre Zahl auf vier bis fünf Millionen

Seit einiger Zeit gibt es Umtauschpflichten für ältere Holzheizungen, damit noch mehr CO2-neutrale Holzheizungen in Betrieb genommen werden können. So dürfen die meisten Anlagen, die bis einschließlich 1984 eingebaut wurden, dieses Jahr nicht mehr benutzt werden. Mit Ausnahmen von Anlagen, die noch vor 1950 hergestellt wurden. Besitzer einer ineffizienten Holzheizung haben die Möglichkeit, diese umzurüsten. Die Spezialfilter, die in diesem Fall infrage kommen, sind aber relativ teuer. Eine Umbaumaßnahme rechnet sich daher nicht immer.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Moderne CO2-neutrale Holzheizungen stoßen heute kaum noch Schadstoffe aus. Dafür arbeiten sie sehr effizient und sind in vielen Variationen erhältlich. CO2-neutrale Holzheizungen tragen ferner dazu bei, dass die Energiewende schneller voran getrieben wird. Schließlich ist Holz ein nachwachsender Rohstoff und hat eine sehr gute Ökobilanz.

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