Brennholz: Gemütlich und regional

Als Brennholz wird das Holz bezeichnet, das zum Beispiel in einer zentralen Heizungsanlage zum Heizen genutzt werden kann. Es ist der älteste Brennstoff der Menschheit und steht heute für mollige Wärme und Nachhaltigkeit. Denn anders als viele fossile Rohstoffe ist Brennholz nachwachsend und im eigenen Land verfügbar. Welche Arten man dabei unterscheidet und in welchen Maßen Holz gekauft werden kann, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Unterschiedliche Brennholz-Arten

Geht es um Brennholz für die Holzheizung, gibt es heute eine große Auswahl unterschiedlicher Arten. Oft werden diese nach ihrer Darrdichte - die Dichte des Holzes bei einem Wasseranteil von 0 Prozent - in Hart- und Weichholz unterschieden. Die Grenze liegt bei 550 Kilogramm pro Kubikmeter. Während Harthölzer langsamer wachsen und dadurch eine höhere Faserdichte haben, sind Weichhölzer im Vergleich spürbar leichter. Doch Vorsicht: Entgegen der weitverbreiteten Meinung, alle Laubbäume wären Harthölzer, gibt es auch hier einige Arten wie Linden, Weiden oder Pappeln, die zur Kategorie der Weichhölzer gehören. Gleichzeitig gibt es mit der Schwarzkiefer auch Nadelbäume, die zur Kategorie der Harthölzer zählen.

Bei der Frage nach dem besten Brennholz für die eigene Heizung, entscheiden sich viele Hausbesitzer für Hartholz. Denn das verbrennt durch seine hohe Dichte deutlich langsamer. Zu besonders bekannten Brennholz-Arten zählen Birke, Eiche, Buche, Fichte, Kiefer und Tanne.

Brennholz-Stapel vor einer Hauswand
© Teodora_D / Fotolia

Die Birke

Birkenholz wird sehr häufig als Kaminholz verwendet. Denn es versprüht keine Funken und enthält ätherische Öle, die beim Verbrennen einen angenehmen Duft versprühen. Geht es um den Einsatz in Zentralheizungen, brennt das harte Birkenholz schneller ab als Buche oder Esche.

Die Eiche

Die Eiche zählt zu den bekanntesten einheimischen Brennholz-Arten. Sie brennt sehr langsam ab und eignet sich daher sehr gut für Öfen oder Heizkessel. Da Eichenholz im Vergleich zu anderen Arten einen hohen Gerbstoffanteil hat, können die Abgasrohre bei einer Unterversorgung mit Verbrennungsluft angegriffen werden. Wird es eine Zeit lang ohne Abdeckung im Freien gelagert, spült der Regen die Gerbstoffe aus.

Die Buche

Buchen-Brennholz wird sowohl in Kaminen als auch in geschlossenen Heizkesseln sehr häufig verwendet. Gründe dafür sind das schöne Flammbild, der geringe Funkenflug sowie der hohe Brennwert, der oft als Referenzwert im Vergleich zu anderen Gehölzen genutzt wird. Da Buche auch in der Möbelindustrie sehr begehrt ist, liegt der Preis für das Brennholz in einem höheren Bereich.

Die Fichte

Das weiche Fichtenholz wächst schnell heran und wird sehr häufig zum Anfeuern von Kaminen und Öfen genutzt. Dabei bringt es die Heizung schnell auf Temperatur. Da es jedoch sehr schnell abbrennt, eignet sich Fichtenholz nicht für den Dauerbetrieb. Ein besonderer Vorteil: Durch den hohen Harzanteil knistert es beim Verbrennen von Fichten-Brennholz besonders romantisch.

Die Kiefer

Die Kiefer wächst schnell heran und das sogar auf trockenen und sandigen Böden. Durch den niedrigen Heizwert und die Tatsache, dass das Holz schnell abbrennt, eignet es sich als Brennholz allenfalls zum Anheizen von Öfen und Kaminen. Im Vergleich zu anderen Arten trocknet Fichtenholz jedoch deutlich schneller. Optimale Werte werden hier schon nach einjähriger Lagerung erreicht.

Die Tanne

Die Eigenschaften der Tanne ähneln denen der Fichte sehr. Denn auch sie brennt schnell ab und eignet sich durch den niedrigen Heizwert eher weniger als Brennholz. Da das Holz der Tanne einen geringeren Harz-Anteil hat, gibt es bei der Verbrennung aber weniger Funken.

In welchen Maßen kann Brennholz gekauft werden?

Anders als Heizöl, das einfach in Litern gehandelt wird, ist das Brennholz-Maß für viele nur schwer vorstellbar. Die gängingen Maßeinheiten für Holz sind Festmetern, Raummetern oder Schüttraummetern, was erst einmal schwer vorstellbar ist. Die aktuellen Preise finden Sie unter anderem in unserem Beitrag zu den Brennholzpreisen. Dort ist der Richtwert der sogenannte Raummeter. 

Der Festmeter: Ein Kubikmeter Brennholz

Ein Festmeter entspricht dabei dem Volumen von einem Kubikmeter Holz, das ohne jegliche Zwischenräume gelagert wird. Da das praktisch kaum möglich ist, wird das Maß noch vor dem Spalten aus der Länge und dem Umfang der Stämme ermittelt.

Der Raummeter: Das Volumen geschichteter Holzscheite

Anders als bei der Angabe in Festmeter geht es bei dem Raummeter um die Menge der Holzscheite, die ordentlich gestapelt in eine ein Kubikmeter große Kiste passt. Denn genau diese Brennholz-Menge entspricht 0,7 Raummeter oder Ster.

Der Schüttraummeter: Das Volumen geschütteter Holzscheite

Im Gegensatz zum Raummeter geht es bei der Einheit Schüttraummeter um die Menge Holzscheite, die geschüttet in eine ein Kubikmeter große Kiste passen. Ein Kubikmeter entspricht dabei 0,7 bis 0,8 Raummetern oder rund 0,4 Festmetern.

Was ist beim Kauf von Brennholz zu beachten?

Wenn Sie Brennholz kaufen, sollten Sie jedoch nicht nur auf die Sorte achten. Diese sollte sich unbedingt nach dem Einsatzort und dem Zweck richten. Wollen Sie über einen längeren Zeitraum Wärme? Oder soll es lieber schnell brennen? Die Maßeinheiten sind daneben vor allem für die Brennholzlagerung entscheidend. Wie viel Platz haben Sie zur Verfügung? Und ist das Brennholz der einzige Energieträger oder lediglich eine zusätzliche Quelle, um für Wärme im Haus zu sorgen?

Geht es um eine Kaufentscheidung, spielt daneben vor allem die Restfeuchte des Holzes eine Rolle. Eher selten schlagen Anlagenbesitzer das Holz selbst für den Kamin oder Ofen. So ist auf die Angaben seitens des Händlers beziehungsweise Herstellers zu achten. Grundsätzlich hat frisch geschlagenes Brennholz eine Restfeuchtigkeit von bis zu 65 Prozent. Ein effizienter Verbrennungsprozess ist jedoch erst ab einem Wert von unter 20 Prozent möglich. Das Holz sollte sogar noch trockener sein. Umso wichtiger ist eine ausreichend lange Lagerung des Brennholzes.

Was Sie darüber hinaus noch beachten sollten, erfahren Sie im Beitrag Tipp des Monats: Brennholz kaufen

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Brennholz ist ein regionaler Brennstoff, der in Kaminen oder Öfen immer auch mit viel Gemütlichkeit verbunden wird. Bei der Auswahl der richtigen Art kommt es dabei auf den Einsatzzweck an. Während sich Weichholz durch einen schnellen Abbrand zum Beispiel zum Anheizen eignet, werden harte Gehölze überwiegend für den dauerhaften Brennvorgang verwendet.

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