Alles Wissenswerte zum Kamineinsatz für offene Kamine

Ein Kamin ist der Inbegriff von Gemütlichkeit in den heimischen vier Wänden. Für die Umwandlung eines offenen Kamins in ein geschlossenes System kommt ein sogenannter Kamineinsatz zum Einsatz. Häufig ist hier auch von einer Kaminkassette die Rede. Es sich um einen Kasten, der in einen offenen Kamin eingebracht wird. Aber wie genau funktioniert so ein Kamineinsatz und welche konkreten Vorteile bringt er mit sich?

Die Funktionsweise eines Kamineinsatz

Ein Kamineinsatz verfügt über ein Sichtfenster und eine Brennkammer. Im Inneren sorgt eine spezielle Luftführung für die automatische Anpassung des Luftstroms an die sich verändernde Temperatur. Das ermöglicht eine besonders effiziente Nutzung des Kamins. Die Brennkammer ist darüber hinaus mit einem wärmespeichernden Material ausgekleidet wie Stahl, Gusseisen oder Schamott. 

Auswertungen ergaben, dass über 80 Prozent der Warmluft in den Raum abgegeben werden. Abhängig vom jeweiligen Modell haben auch die Glastüren einen separaten Luftstrom, wodurch das Verrußen effektiv minimiert wird. Des Weiteren sind Kamineinsätze mit einer praktischen Aschekassette ausgestattet. Dank dieses Bauteils punktet ein Kamineinsatz mit einer unkomplizierten Reinigung und einem geringen Pflegeaufwand.

Kaminfeuer - Kamineinsatz
© don222000 / Fotolia

Was spricht für den Kamineinsatz?

Grundsätzlich bleibt das Äußere eines Kamins erhalten, wenn eine Kaminkassette eingesetzt wird. Zwar geht dadurch der freie Blick auf das Feuer und ein bisschen der beliebten Geräuschkulisse des knisternden Feuers verloren, aber dafür erhöht der Kamineinsatz maßgeblich die Sicherheit. So ist der Funkenflug und damit die potentielle Brandgefahr auf ein Minimum reduziert. Zudem erhöht ein solcher Einsatz die Wärmeausbeute. Das Holz verbrennt viel regulierter. Außerdem kommt es nicht mehr zu den Zugproblemen wie bei einem offenen Kamin.  

Darüber hinaus bringt der Kamineinsatz eine enorme Steigerung des Wirkungsgrads mit sich. Dementsprechend lässt sich dank der Umrüstung ein Wirkungsgrad von 60 Prozent erzielen, während offene Kamine durchschnittlich nur etwa 30 Prozent erreichen. Die Heizleistung der Kamineinsätze kann bis zu 20 Kilowattstunden betragen, wodurch ein Zugewinn in punkto Energieeffizienz garantiert ist. 

Sind offene Kamine verboten und Kamineinsätze verpflichtend?

Offene Kamine sind per se nicht verboten. Vielmehr schränkt das Gesetz die Nutzungsdauer ein. Die 1.BImSchV spricht von einer "gelegentlichen" Nutzung. Das lässt im Einzelfall Interpretationsspielraum. Einen genauen, festgelegten Zeitraum gibt es nicht. Klar ist aber, ein offener Kamin sollte nicht täglich und auch nicht ganztägig in Betrieb sein. Zur Orientierung: ein Kamin sollte in diesem Falle nur nach unterschiedlich langen Ruhezeiten und unter besonderen Umständen befeuert werden. Möchten Sie länger und öfter etwas von Ihrem Kamin haben, ist die Lösung der Kamineinsatz. 

Wichtige Hinweise für die Montage einer Kaminkassette

Beim Einbau von Kamineinsätzen stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. So können Sie Ihren bestehenden Kamin zu einem wasserführenden Kamin umrüsten, indem Sie einen Kamineinsatz mit Wassertasche nutzen. Auf diese Weise können Sie eine bestehende Heizungsanlage ergänzen und auch andere Gebäudeteile beheizen sowie die Warmwasserbereitung unterstützen.  Bei der Suche nach einem geeigneten Kamineinsatz empfiehlt sich grundsätzlich eine fachkundige Beratung. Im Idealfall werden mehrere Kostenvoranschläge von unterschiedlichen Firmen eingeholt, um ein optimales Angebot zu finden.

Wie erfolgt der Einbau eines Kamineinsatzes?

Grundsätzlich sollte ein Fachmann, als ein Kaminbauer, die Installation eines Kamineinsatzes übernehmen. Folgende Schritte sind es bis zur Inbetriebnahme:

  1. Begutachtung des Kamins (Zustand und Brandsicherheit)
  2. Auswahl des passenden Kamineinsatzes und Anpassung der bestehenden Verkleidung
  3. Einsetzen der Kaminkassette
  4. Fugen mit nichtbrennbarer Mineralwolle abdichten

Wichtig: Diese Schritte führt ein qualifizierter Kaminbauer durch. Die Abnahme des umgerüsteten Kamins übernimmt der Bezirksschornfeger. Dies wird er nicht machen, wenn die Maßnahmen nicht von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt wurden. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Insgesamt gesehen zeichnet sich ein Kamineinsatz durch eine ganze Reihe von Vorteilen aus. Die hohen Investitionskosten stellen aber häufig ein Gegenargument bei der Kaufentscheidung dar. In diesem Zusammenhang gilt es darauf hinzuweisen, dass ein Kamineinsatz für eine dauerhafte Reduzierung der Heizkosten sorgt. Die Umrüstung minimiert somit nicht nur das Brandrisiko, sondern rentiert sich langfristig auch finanziell.
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