Kamin nachrüsten: Kosten und Voraussetzungen

Ein knisterndes Holzfeuer im eigenen Haus. Das sorgt für eine besondere Wohnatmosphäre und senkt sogar die Heizkosten. Wer noch keinen Ofen hat, kann oft auch einen Kamin nachrüsten. Wir zeigen, wie das funktioniert und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind. Außerdem informieren wir über die Kosten der nachträglichen Installation eines Kamins. 

Art und Leistung: Den richtigen Kaminofen nachrüsten  

Wer einen Kamin nachrüsten möchte, hat heute eine große Auswahl. Denn sowohl optisch als auch technisch bietet der Markt eine besonders große Vielfalt. Neben dem Standardkaminofen gibt es dabei auch automatisch arbeitende Wärmeerzeuger, die als Zusatzheizung sogar die zentrale Heizungsanlage unterstützen. Im Folgenden geben wir einen Überblick und zeigen, wie Hausbesitzer die richtige Leistung wählen.

Kamin nachrüsten für Holzscheite oder Pellets
© maho | Fotolia

Ofen mit oder ohne Wassertasche installieren  

Während Gestaltung und Farbe der Öfen zur Einrichtung passen müssen, sollte die Funktion den persönlichen Wünschen entsprechen. Wer einen Kamin nachrüsten möchte, kann sich dabei zwischen Geräten mit und ohne Wassertasche entscheiden. Wasserführende Öfen sind mit der Heizung verbunden. Sie geben einen Teil der Wärme in einen Pufferspeicher, der sie bei Bedarf der Raumheizung oder der Warmwasserbereitung zur Verfügung stellt. Geräte ohne Wassertasche versorgen hingegen allein den Raum mit wohliger Wärme. Sie lassen sich einfacher aufstellen und sind lediglich an den Schornstein anzuschließen.

Holz oder Pellets für den Kamin zum Nachrüsten  

Ein weiteres Auswahlkriterium betrifft die Art der Brennstoffe. Denn wer heute einen Kamin nachrüsten möchte, muss diesen nicht zwangsläufig mit Scheitholz befeuern. Zur Auswahl stehen auch Pelletöfen, die automatisch starten, arbeiten und ihre Leistung sogar an den Wärmebedarf im Haus anpassen können. Die Geräte versprechen einen besonders hohen Komfort und sind über Apps teilweise sogar von unterwegs steuerbar.

Die optimale Heizleistung für den neuen Ofen

Unabhängig von der Bauart sollten sich Hausbesitzer beim Kaminofen Kaufen auch für die richtige Leistung entscheiden. Ist diese zu klein, reicht die Wärme nicht aus, um den Aufstellraum auf wohlige Temperaturen zu bringen. Ist die Leistung hingegen zu hoch, könnte das eigene Zuhause überhitzen. Um die Auswahl zu vereinfachen, geben viele Hersteller das Raumheizvolumen der Öfen an. Aber Achtung: Vor allem in energiesparend gebauten Häusern lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn hier könnte die Leistung dennoch zu hoch sein. Hilfe bei der Auswahl gibt ein Fachverkäufer oder ein Installateur aus der Region.

Bauliche Voraussetzungen und Vorschriften  

Auch technisch ist einiges zu beachten, wenn Verbraucher einen Kamin nachrüsten möchten. So sollte zunächst ein freier Zug im Schornstein verfügbar sein. Dieser muss außerdem intakt und für den Anschluss eines Holzofens geeignet sein. Insbesondere ein sogenannter Zugbegrenzer ist hier sinnvoll, der für einen konstanten Unterdruck um Abgassystem sorgt und damit ein effizientes Verbrennen ermöglicht. Der Ofen selbst muss den gesetzlichen Anforderungen der ersten BImschV entsprechen. Um gewährleisten zu können, dass von der Heizung keine Gefahr ausgeht, sind außerdem auch Mindestabstände zu Wänden, Decken und anderen Einrichtungsgegenständen einzuhalten. Welche das sind, erklären wir im Beitrag Holzofen installieren. Um bösen Überraschungen vorzubeugen, empfehlen wir die Beratung durch einen Schornsteinfeger. Dieser muss die Anlage später ohnehin abnehmen und kann wertvolle Tipps zur Installation geben.

Übrigens: Auch wenn kein Zug im Schornstein frei oder dieser zu weit entfernt ist, können Hausbesitzer oft einen Kamin nachrüsten. Möglich ist das mit Abgassystemen aus Edelstahl, die entweder im Gebäudeinneren oder außen an der Fassade über Dach führen.

Vorsicht bei dem Betrieb mit Lüftungsanlagen  

Soll der Kaminofen zusammen mit einer Lüftungsanlage oder mit einem Küchenabzug mit Außenluftabschluss betrieben werden, sind besondere Vorsichtsmaßnehmen erforderlich. Diese sorgen dafür, dass im Haus kein Unterdruck entsteht. Denn der könnte giftige Abgase aus dem Ofen saugen. Umsetzen lässt sich das, indem betroffene Verbraucher einen raumluftunabhängigen Kamin oder einen sogenannten Druckwächter installieren.

Kamin nachrüsten: Kosten und Fördermittel  

Wie hoch sind beim Kamin Nachrüsten die Kosten? Eine Antwort auf diese Frage hängt von vielen Faktoren ab. So zum Beispiel von der Leistung, der Art und den eingesetzten Brennstoffen. Am günstigsten sind dabei einfache Scheitholzkamine ohne Wassertasche. Diese gibt es oft schon für weniger als 500 Euro. Soll der Kamin auch die Heizung unterstützen, steigen die Preise bei Scheitholz auf 1.500 bis 2.000 Euro. Wer hingegen einen Pellet-Kamin nachrüsten möchte, muss mit Kosten von 1.000 bis 2.000 Euro rechnen. Ein wasserführender Pelletofen schlägt hingegen mit mindestens 2.000 bis 3.000 Euro zu Buche.

Förderung: Pellet-Kamin nachrüsten und Kosten senken

Wer sich für das Heizen mit Pellets interessiert, kann beim Kamin Nachrüsten die Kosten senken. Zumindest dann, wenn der neue Ofen auch die zentrale Heizung mit Wärme versorgt. Denn dann gibt es hohe staatliche Zuschüsse über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Halten die Heizgeräte allen technischen Anforderungen ein, bekommen Hausbesitzer mindestens 2.000 Euro. Für Öfen mit Partikelabscheider gibt es bei der Sanierung sogar 3.000 Euro in Form eines einmaligen Zuschusses. Wichtig ist jedoch, dass Verbraucher die Mittel noch vor dem Beginn der Umbauarbeiten online beim BAFA beantragen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Wer einen Kamin nachrüsten möchte, hat heute eine große Auswahl. Denn neben Geräten für Holz oder Pellets gibt es sogar solche, die auch die zentrale Heizung mit regenerativer Wärme versorgen. Voraussetzung ist jedoch, dass der neue Ofen die Aufstellbedingungen erfüllt. Ein fehlender Schornstein lässt sich dabei meist noch montieren. Während die Kosten vor allem von Art und Leistung abhängen, bekommen Hausbesitzer hohe Zuschüsse, wenn sie sich für einen wasserführenden Pelletofen entscheiden. 
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung