Informationen und Tipps rund um den Kaminofen

Der Kaminofen heißt auch Schwedenofen und wird auch als "skandinavischer Ofen" bezeichnet. Der Kaminofen ist ein freistehender Ofen, dessen zentrales Element die Brennkammer ist. Die Tür besteht in der Regel aus feuerfestem Glas, sodass das Kaminfeuer von außen gut sichtbar ist. Wie funktionieren Kaminöfen, welche Arten gibt es, womit werden sie befeuert und welche Vorteile bieten sie?

Die verschiedenen Kaminöfen

Kaminöfen als Art der Holzheizung gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Varianten. Der klassische Kaminofen im Wohnzimmer ist eine Variante. Daneben gibt es wasserführende und raumluftunabhängige Kaminöfen, wobei einige Geräte auch Kochplatten und Warmhalteflächen bieten.

  • Ein raumluftunabhängiger Kaminofen bezieht die für seinen Betrieb notwendige Luft von außerhalb des Hauses. Aufgrund dieser Eigenschaft werden raumluftunabhängige Kaminöfen in Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern verbaut. Diese Häuser sind besonders gut isoliert und verfügen über ein zirkulierendes Lüftungssystem, das kontrolliert die Raumluft durch Frischluft ersetzt und den Verbrauch von Heizenergie deutlich senkt.
  • Im Gegensatz zur klassischen Variante besitzt der wasserführende Kaminofen einen Wärmetauscher. Die durch den Verbrennungsvorgang produzierte Wärme wird über den Wärmetauscher in den Wasserkreislauf der Heizung eingespeist.
Gemütliches Wohnzimmer mit brennendem Kaminofen, Couch, Tisch und Hockern

Die Ausstattung eines Kaminofens

Der typische Kaminofen ist ein Einzelofen, der aus einem Stahlkorpus und dem darin enthaltenen Feuerraum für den Brennstoff besteht. Ein Rauchgasrohr ist an den Ofen angeschlossen und leitet die beim Verbrennungsvorgang entstehenden Abgasprodukte sicher nach draußen. Für eine gemütliche Atmosphäre sorgt eine feuerfeste Glastür, mit der der Feuerraum verschlossen wird und durch die das lodernde Feuer betrachtet werden kann. Unterhalb der Glastür befindet sich ein Holzfach, während oberhalb oftmals ein sogenanntes Backfach oder auch Warmhaltefach eingebaut ist. Der durch einen Luftmantel umschlossene Stahlkorpus bietet Raum für dekorative Verkleidungen und andere gestalterische Elemente und Materialien.

Je schwerer ein Kaminofen in der Ausführung ist, umso länger ist die Wärmespeicherzeit

Für Ummantelungszwecke eignen sich zum Beispiel Chrom und Stahl. Aber auch wärmespeichernde Materialien wie Speckstein, Kacheln oder Naturstein, durch die die Dauer der Strahlungswärme deutlich gesteigert werden kann, kommen zum Einsatz. Für Verbraucher gilt die Faustregel: Je schwerer ein Kaminofen in der Ausführung ist, umso länger ist die Wärmespeicherzeit. Preisgünstiger sind hingegen Kaminöfen mit Stahlverkleidungen. Sie heizen schneller auf, verfügen jedoch aufgrund der geringen Wärmespeicherkapazität des Materials nur über geringe Strahlungswärme, die mit Erlöschen des Feuers ebenfalls endet.

So funktioniert ein Kaminofen

Beim klassischen Kaminofen wird die Raumluft über einen Regler angesaugt und über einen Kanal der Brennkammer zugeführt. Die zugeführte Luft befeuert das Brennmaterial und erhitzt sich weiter. Über Lüftungsschlitze wird sie als Konvektionswärme an den Wohnraum abgegeben. Beim Abbrand entstehen Abgase, die über das Rauchrohr in den Schornstein und ins Freie befördert werden. Die Verbrennungsrückstände fallen über den Rüttelrost in die Aschelade und werden manuell entsorgt. Ist das Ummantelungsmaterial als Speichermedium geeignet, wird der Wohnraum durch Konvektionswärme und auch durch Strahlungswärme erwärmt. Die Strahlungswärme ist neben der Qualität des Speichermaterials auch abhängig von der im Brennraum erzielten Temperatur. Je höher sie ist, umso intensiver fällt auch die Strahlungswärme aus.

Gesetzlich untersagt ist das Verbrennen von Papierbriketts

Welche Brennstoffe in einem Kaminofen verfeuert werden dürfen, legt der Gesetzgeber in der "Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen" fest. Kaminöfen sind auf feste Brennstoffe ausgerichtet. Als Brennstoffe eignen sich naturbelassenes Scheitholz, Holzbriketts und Pellets. Gesetzlich untersagt ist das Verbrennen von Papierbriketts. Wer es dennoch tut, riskiert ein Bußgeld. Papierbriketts sind deshalb als Brennmaterial nicht zugelassen, weil sie erhöht Schadstoffe abgeben oder die Anlage verschmutzen können. Zu diesen gefährlichen Luftschadstoffen gehören unter anderem Feinstaub oder Kohlenwasserstoffe.

Der Kaminofen - seine Vorteile und mögliche Nachteile

Ein Kaminofen bietet Vorteile, hat aber auch Nachteile.

  • Zu den Vorteilen eines Kaminofens zählen der geringe Platzbedarf und
  • die hohe Flexibilität bezüglich des Aufbaus und Abbaus, was sich nicht nur bei einem Umzug auszahlt.
  • Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Bereitstellung von Heizenergie sowie
  • die Vielfalt der angebotenen Modelle und Varianten.
  • Im Vergleich zu anderen Heizsystemen sind sowohl die Anschaffungskosten als auch die Betriebskosten gering und kalkulierbar.
  • Ein moderner Kaminofen hat außerdem eine hohe Energieeffizienz, die je nach Modell und Ausführung fast 90 Prozent betragen kann.
  • Moderne Kaminöfen zeichnen sich durch ihre Umweltfreundlichkeit und durch das Brennmaterial Holz aus, das als nachwachsender Rohstoff zu den alternativen Energien gehört.

Ein Nachteil ist, dass ein Kaminofen konstant befeuert und nachbefeuert werden muss, was wiederum mit einer gewissen Komforteinbuße einhergeht. Auch der Faktor Sicherheit muss beim Betrieb von Feuerstätten in den eigenen vier Wänden erwähnt werden. Wer einen Kaminofen unsachgemäß verwendet, ist mitunter potenziellen Gefahren ausgesetzt. Außerdem ist eine Abnahme durch einen Schornsteinfeger vor der Inbetriebnahme zwingend erforderlich.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Der moderne Kaminofen eignet sich nicht nur für Romantiker. Er ist auch eine preiswerte Alternative zu fossilen Brennstoffen und kann sowohl eine vorhandene Heizanlage ersetzen als auch ergänzen. Mit dem nachhaltigen Brennstoff Holz und modernster Technik tragen Kaminöfen außerdem zum Umweltschutz bei.

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