Brennholzpreise im Blick behalten lohnt sich

Holzöfen gehören hierzulande noch immer zu den beliebtesten Heizungsarten. Kein Wunder, denn das Heizen mit Holz hat eine lange Tradition. Außerdem hat Holz eine sehr gute Klimaneutralität, was in Zeiten von Energiewende und Klimaschutz zusätzliche Attraktivität bedeutet. Kostenlos ist das Heizen mit diesem Energieträger aber nicht, weshalb Besitzer einer solchen Heizung die Brennholzpreise stets im Blick behalten sollten.

Brennholzpreise und ihre Einflussfaktoren

Während es mittlerweile Vergleichsportale für zahlreiche Produkte gibt, ist es nach wie vor äußerst schwierig, die genauen Brennholzpreise herauszufinden. Es fängt schon damit an, dass Brennholz in unterschiedlichen Verkaufsmaßen angeboten wird. Die gängigsten Verkaufsmaße für Holz sind:

Festmeter
Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter festen Holzes, das bedeutet Holz ohne Zwischenräume. Da das beim Scheitholz nicht möglich ist, wird dieses Maß für Rundholz verwendet, bevor dieses gespalten wird.

Raummeter
Das wohl bekannteste Maß für die Messung des Holzvolumens ist der Raummeter, auch Ster genannt. Werden die Holzscheite ordentlich in eine ein Kubikmeter große Kiste vollgepackt, entspricht dies einem Raummeter.

Schüttraummeter
Das Schüttraummeter ist das Maß für Holzteile, die in eine ebenfalls ein Kubikmeter große Kiste geschüttet, anstatt eng geschichtet zu werden. Dadurch entsteht viel mehr Zwischenraum. Das tatsächliche Volumen eines Schüttraummeters entspricht etwa 0,7 Raummetern bzw. 0,5 Festmetern.

Mehrere Scheitel verbrennen in einem Holzofen - Brennholzpreise
© virgonira / Fotolia

Harthölzer sind um die 20 Prozent teurer als Weichholz bzw. Mischholz

Ein weiterer Grund dafür, warum Brennholzpreise schlecht zu ermitteln sind, ist die Art des Brennholzes. Harthölzer wachsen langsamer, haben dafür eine höhere Dichte und sind daher um die 20 Prozent teurer als Weichholz bzw. Mischholz. Auch der Heizwert ist beim Hartholz höher, was wiederum bedeutet, dass das Holz länger brennt und mehr Energie freisetzt. Ein Raummeter Eichenholz beispielsweise bringt es auf etwa 1.890 kWh. Dieselbe Menge Ahornholz schafft lediglich 1.675 kWh.

Weitere Faktoren, die die Brennholzpreise maßgeblich beeinflussen, sind zum einen die Region, aus der das Holz stammt und zum anderen die Aufbereitungsstufe des Produkts. So können Brennholzpreise in einem dicht bewaldeten Gebiet niedriger ausfallen als die in einer Großstadt. Wollen Heizungsbesitzer das Holz gleich nutzen, müssen sie zum verfeuerungsfertigen Holz, das bereits getrocknet, gespalten und gekürzt ist, greifen. Dieses ist im Vergleich immer teurer.

Brennholzpreise lassen sich durchaus senken

Wer die Möglichkeit hat, das Holz selbst zu verarbeiten, hält am besten nach ungespaltenem und ungetrocknetem Holz Ausschau. Ab einem gewissen Verbrauch pro Saison lohnt sich die Anschaffung eines leistungsstarken Holzspalters. Hier können Heizungsbesitzer zwar die besten Brennholzpreise erzielen, sie dürfen aber nicht vergessen, dass das feuchte Holz für die Trocknung ein bis zwei Jahre braucht, bis es im Kamin bzw. Ofen die volle Energiemenge freisetzen kann.

Seit einigen Jahren versucht das Technologie- und Förderzentrum TFZ in Straubing, einen „Brennholzindex“ herauszubringen, um den durchschnittlichen Brennholzpreis für den Verbraucher aufzuzeigen. Ermittelt wurden die Brennholzpreise von 28 Anbietern aus dem gesamten Bundesgebiet. So kostet beispielsweise ein Raummeter mit 33 cm langem, gespaltenem Hartholz um die 92 Euro. Das entspricht sechs Cent pro kWh und bewegt sich auf dem Niveau des Heizölpreises. Die letzte Erhebung stammt vom Juli 2016.

Brennholzpreise bei örtlichen Händlern vergleichen

Die meisten Anbieter haben einen kleinen Lieferradius, sodass die Brennholzpreise regional kaum schwanken. Planen Besitzer einer Holzheizung den nächsten Einkauf, lohnt es sich, beim örtlichen Brennholzhändler, bei Biomassehöfen, der Försterverwaltung oder der Waldbauernvereinigung um Auskunft zu bitten. Haben sie erst einmal eine Grundlage, können sie die Brennholzpreise verschiedener Anbieter viel besser einschätzen.

Beim Kauf des passenden Brennholzes soll nicht nur der Preis eine Rolle spielen. Denn nicht immer ist das teuerste Produkt auch das richtige. Für offene Kamine beispielsweise empfiehlt es sich nicht, Eichenholz zu nehmen, da dieses einen unangenehmen Geruch verströmt. Auch Nadelholz ist aufgrund seines enthaltenen Harzes, das beim Verbrennen spritzen kann, nicht geeignet. Besser ist da Laubholz oder Buche.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Auch wenn die Holzpreise nicht an internationalen Märkten gekoppelt sind, unterliegen sie vielen Schwankungen. Einen genauen Preis für eine bestimmte Menge Holz zu ermitteln ist daher sehr schwierig. Generell gilt aber: Wer in einem Bundesland mit starker Bewaldung wie Hessen oder Bayern lebt, hat bessere Möglichkeiten, Brennholz zu einem günstigen Preis zu bekommen.

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