Die Hackschnitzelheizung nutzt Holz als Rohstoff

Von der Hackschnitzelheizung bis hin zur Pelletheizung: Holz wird als Rohstoff immer beliebter. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe, andererseits aber auch die wirtschaftlichere Verbrennung sowie ein geringerer CO2-Ausstoß. Mit der Holzhackschnitzelheizung als Art der Holzheizung ergibt sich eine Alternative zur modernen Pelletheizung, welche im übergreifenden Vergleich zu anderen Heizsystemen zahlreiche Vorteile offenbart. Welche das sind und wie eine solche Heizung überhaupt funktioniert, erfahren Sie im nachstehenden Artikel.

Unabdingbar: Die Hackschnitzel

Was Heizöl oder Erdgas sind, ist in aller Regel bekannt. Der Begriff "Hackschnitzel" hingegen ist weniger verbreitet, wobei er sich teilweise schon von selbst erklärt. Hierbei handelt es sich um Holzreste, die klein gehackt sind und keinen anderen Nutzen mehr leisten. Die Hackschnitzelheizung nutzt damit also ausschließlich Holz, welches ohnehin existiert und nicht anderweitig verarbeitet wird. Daraus ergeben sich bereits zwei klarere Vorteile: Einerseits ist dieser Rohstoff ökonomisch. Andererseits beseitigen Sie durch die Verbrennung sogar Abfälle. Es wird für Hackschnitzel also kein Waldabbau betrieben. Stattdessen ziehen Sie Energie aus dem Holz, was ohnehin vorhanden ist.

Der Brennwert dieses Rohstoffes ist von mehreren Faktoren abhängig, primär aber vom Wassergehalt und der Art des Baums, aus welchem die Reste entstanden sind. Die beste Konstellation aus Volumen und Energie ergibt sich bei harten Laubhölzern. Zu denen zählen unter anderem Esche, Eiche oder Buche.

Hackschnitzel nehmen viel Platz in Anspruch

Weil diese Reste bei der klassischen Holzverarbeitung immer anfallen, sind sie in der Produktion sehr günstig. Ein Nachteil ergibt sich bei der Hackschnitzelheizung und ihren Rohstoffen durch die benötigte Fläche. Während Pellets in eine kleinere Form gepresst werden, erhält man die Hackschnitzel unverändert. Aus diesem Grund benötigen diese ein verhältnismäßig großes Lager. In der Praxis spricht man von einer relativ einfachen Faustregel. Hackschnitzel benötigen das Zehnfache an Raum im Vergleich zum Heizöl, um ein identisches Maß an Energie beziehungsweise Wärme zu erzeugen. 

Eine Hand hält einen Haufen Hackschnitzel für die Hackschnitzelheizung
© stefan257 / Fotolia

Wie funktioniert ein Hackschnitzelkessel?

Eine Hackschnitzelheizung besteht neben dem Hackgutkessel selbst aus einem Brennstofflager und einer speziellen Fördertechnik. Während der Heizkessel optimal auf die Verbrennung der Hackschnitzel eingestellt ist, bevorratet das Lager genügend Brennstoffe für einen langen Heizbetrieb. Benötigt das Haus Wärme, transportiert die Fördertechnik Biomasse automatisch und bedarfsgerecht zum Hackschnitzelkessel. Hier startet eine automatische Zündeinrichtung die Verbrennung und Energie geht über einen Wärmeübertrager in das Haus. Damit das effizient und zuverlässig ablaufen kann, sorgt eine Regelung zu jeder Zeit für eine optimale Versorgung mit Primär- und Sekundärluft. Anders als bei einem Scheitholzkessel ist so sogar ein modulierender Betrieb möglich. Dabei passen Hackschnitzelkessel ihre Leistung automatisch an die Witterungsbedingungen an. Im Anschluss an die Verbrennung leitet der Heizkessel die entstehende Asche in einen gesonderten Behälter.

Eine Besonderheit sind sogenannte Kombikessel. Die Geräte verbinden Hackgut- und Scheitholzkessel und sorgen für einen besonders hohen Komfort beim Heizen mit Holz. Ist der eingelegte Scheitholzvorrat aufgebraucht, schalten die Kombikessel automatisch auf Hackschnitzel um.

Hoher Komfort durch innovative Lager- und Fördertechnik  

Komfortabel ist der Hackschnitzelkessel vor allem durch die angebundene Lager- und Fördertechnik. Denn nur die ermöglicht einen vollautomatischen Betrieb, der ohne das regelmäßige Nachlegen Scheitholz auskommt. Infrage kommen dazu eigens eingerichtete Lagerräume oder Tanks aus Stahl sowie Kunststoff. Ist ein ausreichend großer Raum nah am Hackschnitzelkessel frei, ist dieser in der Regel die beste Option. Denn dann ist lediglich ein Schrägboden aus Holz und eine spezielle Förderschnecke nötig. Wichtig: Damit das Hackgut auch im Lager landen kann, sollten die Räume an einer Außenwand, nicht weit entfernt von der Straße liegen. Darüber hinaus müssen die Hackgut-Lagerräume unbedingt trocken sein. Bevorraten Hausbesitzer die Hackschnitzel in feuchten Räumen, nehmen sie das Wasser auf und können verkleben. Außerdem setzt die Verbrennung weniger Wärme frei und neben den Emissionen steigt auch der Verbrauch der Holzhackschnitzel.

Übrigens: Der Heizwert trockener Hackschnitzel liegt im Durchschnitt bei etwa vier Kilowattstunden pro Kilogramm. Um ein Liter Heizöl zu ersetzen, benötigen Hausbesitzer also rund 2,5 Kilogramm Hackgut. Ist der Energieverbrauch im Haus bekannt, ergibt sich der Jahresvorrat auch aus der Division des Verbrauchs in Kilowattstunden durch den Energieinhalt der Hackschnitzel.

Pufferspeicher sorgt für einen effizienten Betrieb 

Auch wenn Hackschnitzelkessel modulierend arbeiten, benötigen sie immer etwas Zeit, bis der optimale Betriebspunkt erreicht ist. Da die Wärmeanforderungen im Haus fortwährend schwanken, lohnt sich die Kombination mit einem Puffer- oder Schichtladespeicher. Die Geräte nehmen die Energie vom Hackgutkessel auf und bevorraten sie bis zum Bedarf im Haus. Unabhängig von der Witterung kann die Heizung dabei lange bei voller Leistung arbeiten. Sie verbraucht weniger Hackgut und schont zudem auch die Umwelt.

Der Unterschied zwischen Pufferspeicher und Schichtladespeicher liegt übrigens in der speziellen Temperaturschichtung. Wie in einem See bildet sich diese im Schichtladespeicher stabil von oben nach unten. Das Heizungswasser vermischt sich nicht und lässt sich bis zum vollständig entladenen Behälter mit hohen Temperaturen entnehmen. Im Pufferspeicher stellt sich hingegen eine Mischtemperatur ein. Das Heizungswasser kühlt schneller ab und der Kessel muss zulasten der Effizienz häufiger anspringen. Ein weiterer Vorteil vom Schichtladespeicher: Das Heizungswasser erwärmt sich schneller und Hackschnitzelheizungen reagieren früher auf geänderte Anforderungen im Haus.

Kombination mit Solarthermie lässt die Heizkosten sinken  

Hackschnitzelkessel lassen sich auch mit der Solarthermie kombinieren. Je nach Auslegung der Kollektoren kann diese dabei die Heizung und/oder die Warmwasserbereitung mit kostenfreier Sonnenwärme versorgen. Das senkt die Heizkosten und entlastet zudem auch die Hackschnitzelkessel. Denn die bleiben im Sommer und der milden Übergangszeit einfach aus.

Wo kommt eine Holzhackschnitzelheizung am besten zum Einsatz?

Die Holzhackschnitzelheizung arbeitet automatisch und umweltfreundlich. Sie schont fossile Rohstoffe und entlastet darüber hinaus auch das Klima. Wer sich für die automatische Holzheizung interessiert, sollte jedoch viel Platz zur Verfügung haben. Dieser ist nötig, um genügend Holzhackschnitzel im Gebäude oder auf dem Grundstück zu bevorraten. Ist dieser vorhanden, eignet sich die Technik für viele neue und alte Häuser.

Hackschnitzelkessel beheizen häufig die Häuser privater Waldbesitzer. Sie sind in verschiedenen Leistungsklassen erhältlich und eignen sich gleichermaßen für kleine und größere Gebäude. Typisch ist auch der Einsatz in sogenannten Hackschnitzelheizwerken. Dabei versorgen Hackschnitzelkessel mit großer Leistung Siedlungen oder Quartiere über ein Nahwärmenetz mit erneuerbarer Energie.

Kosten und Förderung Hackschnitzelheizung

Geht es um den Preis der Holzheizung und die Kosten einer Hackschnitzelheizung, sollten Interessierte nicht allein auf die Anschaffungskosten schauen. Denn ob sich die Technik lohnt oder nicht, zeigt sich oft erst in Betrieb.

Hohe Anschaffungskosten durch Lager- und Fördertechnik  

Hackschnitzel für die Holzhackschnitzelheizung
© DorSteffen / Fotolia

Die Anschaffungskosten der Holzhackschnitzelheizung sind vor allem durch die Lager- und Fördertechnik vergleichsweise hoch. So schlagen Kessel, Lager und Förderschnecke mit 13.000 bis 18.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen 1.500 bis 2.500 Euro für einen Pufferspeicher und noch einmal 1.000 bis 2.000 Euro für die Abgasanlage. Mit rund 1.000 bis 3.000 Euro für Zubehör und Montage kostet eine Holzhackschnitzelheizung also rund 16.500 bis 25.500 Euro. 

Niedrige Betriebskosten durch günstige Brennstoffe

Während die Anschaffung der Holzhackschnitzelheizung mit hohen Kosten verbunden ist, fallen in Betrieb nur geringe Ausgaben an. Grund dafür sind die niedrigen Preise für die Holzhackschnitzel. Diese liegen aktuell bei etwa drei Cent pro Kilowattstunde (Stand: September 2018). Ein Haus mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden kommt dabei mit Heizkosten von rund 500 Euro im Jahr aus. Zum Vergleich: Eine Gasheizung verursacht im gleichen Zeitraum Heizkosten von über 1.000 Euro.

BAFA-Förderung senkt die Anschaffungskosten deutlich  

Entscheiden sich Hausbesitzer für einen neuen Hackschnitzelkessel, bekommen sie finanzielle Unterstützung vom Staat. Denn der fördert die Keesel mit hohen Zuschüssen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dabei gibt es:

  • 3.500 Euro für einen neuen Hackgutkessel im Altbau
  • 4.000 Euro für einen neuen Hackschnitzelkessel mit Brennwerttechnik (5.250 Euro, wenn auch ein neuer Pufferspeicher oder Schichtladespeicher installiert wird)
  • 5.250 Euro für Holzhackschnitzelheizungen mit Partikelabscheider im Altbau
  • 3.500 Euro für Hackgutkessel mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider im Neubau (3.000 bei Brennwerttechnik und vorhandenem Pufferspeicher oder Schichtladespeicher)
Darüber hinaus gibt es mindestens:
  • 5.000 Euro für Standard-Kombikessel im Altbau
  • 6.500 Euro für Kombikessel mit Partikelabscheider im Altbau
  • 7.500 für Kombikessel mit Brennwerttechnik im Altbau
  • 3.000 Euro für Kombikessel mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider im Neubau.
Noch mehr Geld bekommen Hausbesitzer, wenn sie ihr Haus energetisch sanieren (plus 50 Prozent der Förderung), eine Solaranlage einbauen (plus 500 Euro) oder das bestehende Heizsystem optimieren (plus zehn Prozent der Kosten). Wichtig ist, dass sie die Mittel noch vor dem Beginn der Bauarbeiten über das BAFA beantragen. Andernfalls vergibt die Behörde keine Fördermittel für die Hackschnitzelkessel.

Zusätzliche KfW-Darlehen zur Finanzierung der Heizkessel  

Wer auch einen Kredit für den neuen Hackschnitzelkessel in Anspruch nehmen möchte, bekommt diesen zu günstigen Konditionen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Denn die fördert die Anschaffung der Umweltheizung über das Programm 167 „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“. Auch hier müssen Hausbesitzer die Förderung unbedingt vor dem Beginn der Bauarbeiten beantragen. Ansprechpartner ist die eigene Hausbank.

Ausführliche Informationen zur Förderung einer Hackschnitzelheizung finden Sie in unserem Beitrag: "Hohe Förderung für die Hackschnitzelheizung".

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Umweltfreundlichkeit, Leistungsstärke und der vollautomatische Betrieb sind definitive Vorteile der Hackschnitzelheizung. Als Nachteil wird hingegen deutlich, dass diese hohe Anschaffungskosten und ebenfalls einen hohen Platzbedarf mit sich bringt. Zudem muss sie aufgrund der entstandenen Asche regelmäßig gewartet werden.
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