Förderung für die Holzheizung: Höhe & technische Voraussetzungen

Die Holzheizung gilt gleichermaßen als effiziente und umweltfreundliche Lösung zum Heizen in der kühleren Jahreszeit. Wer sich für eine Modernisierung entscheidet oder beim Hausbau direkt auf ein Holzheizsystem setzt, hat in den meisten Fällen auch Anspruch auf die Förderung einer Holzheizung. Damit Sie diese bekommen, sollten im Vorfeld einige technischen Eckpunkte geklärt sein. Worauf Sie insgesamt achten, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Zur Bedeutung der Förderung einer Holzheizung

Holzheizungen verbrennen erneuerbare Energieträger wie Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel sowie Holzbriketts. Aus diesem Grund unterstützt der Staat den Kauf solcher Systeme. Bei einer Förderung der Holzheizung gilt immer: sie muss noch vor der Durchführung der Maßnahmen bei den zuständigen Stellen beantragt werden. Möchten Sie eines der Holzheizsysteme einbauen lassen, sollten Sie sich im Vorfeld mit einem Fachmann zusammensetzen – dies können der Installateur sein, der im Anschluss die Montage übernimmt, und/oder der Energiefachberater. Dies gilt sowohl für die Holzheizung im Neubau als auch bei der Modernisierung der Biomasse-Anlage. 

Neue Richtlinien 2021

2021 sind die bekannten Förderprogramme in die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) überführt worden. Damit gibt es fortan drei Säulen der Antragstellung – als BEG Einzelmaßnahme, BEG Wohngebäude und BEG Nicht-Wohngebäude. Für alle Maßnahmen können Sie sich für eine Zuschuss- oder eine Kreditförderung entscheiden. Seit 02.01.2021 haben Sie die Möglichkeit, energetische Einzelmaßnahmen in einem Bestandsgebäude (älter als fünf Jahre) über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zu beantragen. Seit Juli gibt es die Kreditvariante für Einzelmaßnahmen sowie BEG WG und BEG NWG über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Eine Infografik zum Aufbau der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
© heizung.de

Förderung der Holzheizung über das BAFA

Die Anschaffung einer Holzheizung kann mit bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden. Dies gilt für folgende Heizsysteme:

Der Förderbeitrag erhöht sich um fünf Prozent, fällt die Heizung in den Bereich Innovationsbonus. In diesem Falle muss eine sehr niedrige Feinstaubemission nachgewiesen werden. Zusätzliche fünf Prozent können zum Fördersatz addiert werden, wenn die Umsetzung der Heizungsmodernisierung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans erfolgt (iSFP). Tauschen Sie eine alte Ölheizung gegen eine neue Holzheizung, erhöht sich der Förderanteil der förderfähigen Kosten um zehn Prozent. Das bedeutet, in diesem Falle bekommen Sie mindestens 45 Prozent der Investitionskosten über einen BAFA-Zuschuss.

Insgesamt ist eine Förderung unter ganz bestimmten Bedingungen von bis zu 55 Prozent möglich. Ob das tatsächlich in Ihrem Fall erreicht werden kann, unterliegt aber der individuellen Situation. Das ist, um es ausdrücklich zu betonen, die absolute Maximalförderhöhe.

Wichtig: Die Holzheizung kann auch Bestandteil einer Hybridlösung sein. In Kombination mit einem anderen Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energie gibt es bis zu 35 Prozent Förderung und in Verbindung mit einem Gas-Brennwertkessel bis zu 30 Prozent. 

Neben einem Haufen Pellets liegen ein Taschenrechner und Geld zur Symbolisierung der Förderung Holzheizung
© ZIHE / Fotolia

Technische Voraussetzungen für die Förderung als Einzelmaßnahme

Grundsätzlich gilt, dass die Hälfte der Wärme, die mit einer Holzheizung erzeugt wird, auch tatsächlich zur Warmwasserbereitung und/oder Beheizung der Räume genutzt wird. Möglich ist auch, die thermische Energie in ein Wärmenetz einzuspeisen. Der jahreszeitbedingte Raumheizungsnutzungsgrad ist zudem entscheidend und sollte unabhängig von der Ausführung bei mindestens 78 Prozent liegen.

Darüber hinaus gilt bei allen Anlagen, dass sie mit einer Leistungs- und Feuerungsregelung ausgestattet sein müssen. Pelletheizungen, wasserführende Pelletöfen und Kombikessel müssen zudem automatisch beschickt werden und über eine automatische Zündung verfügen. Daneben ist in den technischen Mindestanforderungen auch das Volumen für einen entsprechenden Pufferspeicher festgelegt – für eine Pelletheizung sind das 30 Liter je Kilowatt Nennwärmeleistung und für den Kombikessel sowie den emissionsarmen Scheitholzvergaser 55 Liter je Kilowatt. 

Emissionswerte entscheiden über Bonus

Um eine Förderung der Holzheizung zu erhalten, ist es generell relevant, dass die Kohlenmonoxid-Werte stimmen. Das heißt bei Nennwärmeleistung sollte der Gehalt 200 Milligramm je Kubikmeter Abgas nicht überschreiten, bei Teillastbetrieb darf er bis zu 250 Milligramm betragen. Für Feinstaub gilt, dass die neue Holzheizung den Wert von 15 Milligramm je Kubikmeter nicht überschreiten sollte. Liegt dieser sogar nur bei 2,5 Milligramm können Sie zusätzlich den Innovationsbonus für Biomasse mit beantragen (zusätzliche fünf Prozent zum gewährten Fördersatz). 

Förderung über die KfW beantragen

Die Förderung einer Holzheizung über die KfW sind vielgestaltig. So gibt es seit Juli 2021 die Möglichkeit auch über einen Kredit die Holzheizung als Einzelmaßnahme fördern zu lassen. Die technischen Voraussetzungen sind mit denen für eine Zuschuss-Förderung über das BAFA identisch. Die maximale Förderhöhe ist auf 60.000 Euro je Wohneinheit festgelegt. Der Tilgungszuschuss liegt bei bis zu 35 Prozent. Ebenfalls möglich sind der Bonus über den Austausch einer alten Ölheizung und mit der Durchführung im Rahmen eines iSFP. Ebenfalls berücksichtigt wird bei der Kreditrückzahlung der Biomasse-Bonus, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind dafür. Das heißt, über das KfW-Programm 261/262 bekommen Sie fortan einen Kredit mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 55 Prozent. 

Ebenso besteht die Möglichkeit, die Holzheizung im Rahmen der Effizienzhaus-Sanierung fördern zu lassen. Dies kann sowohl in Form eines Kredits als auch eines Zuschusses (Programm 461) erfolgen. Für diese Variante ist ein Energieeffizienz-Berater aber unerlässlich. Zudem sollten weitere Maßnahmen durchgeführt werden, um einen entsprechenden Standard von KfW-Effizienzhäuser zu erreichen. Gleiches gilt im Übrigen für den Bau und Kauf von eben solchen Wohngebäuden. 

Andere Fördermöglichkeiten kurz vorgestellt

Die Länder sind eine weitere, teilweise oft übergangene Alternative. Hier lässt sich eine Förderung der Holzheizung aber nicht pauschalisieren. Selbst grobe Aussagen sind unmöglich, da enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern existieren. Diese Unterschiede beziehen sich nicht nur auf die Höhe selbst, sondern auch auf die zu erfüllenden Konditionen oder gar die allgemeine Verfügbarkeit. Daher sollten Sie sich, wenn Sie eine Förderung der Holzheizung von den Ländern nutzen möchten, jeweils spezifisch für Ihr Bundesland informieren.

Stichtag einer Förderung über das BAFA oder die KfW ist die Auftragserteilung. Haben Sie jedoch mit den Maßnahmen bereits begonnen, können Sie die anfallenden Kosten auch steuerlich geltend machen. Der sogenannte Steuerbonus umfasst bis zu 20 Prozent der Kosten. Es muss sich um selbstgenutztes Wohneigentum und um eine Sanierung handeln. Wichtig: Der Betrag ist auf 40.000 Euro festgesetzt und über drei Jahre anrechenbar.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Bei der Entscheidung für eine neue Holzheizung sollten nicht nur die Förderbedingungen entscheidend sein. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Anlage zum Haus und den individuellen Heizverhalten passt. Lassen Sie sich daher ausführlich von einem Experten vor Ort beraten. Bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und beim Neubau ist in jedem Falle ein Energieberater zu empfehlen.
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