Die passende Klimaanlage finden: Welche Modelle gibt es?

Auch in unseren Breiten werden Klimaanlagen immer beliebter. Bei sommerlicher Gluthitze kann eine Klimaanlage ein wahrer Segen sein - andererseits gelten die Geräte oft als sogenannte Stromfresser. Ein häufiges Gegenargument ist, dass sie die Energiebilanz eines Hauses verschlechtern. Doch welche Nachteile bringt eine solche Anlage wirklich mit sich? Und von welchen Vorteilen können Sie profitieren? Wir zeigen Ihnen, was Sie vor einer Kaufentscheidung berücksichtigen sollten, um die passende Lösung für sich zu finden. 

Klimaanlagen: Ein breites Spektrum mit unterschiedlichen Funktionen

Augenscheinlicher Zweck einer Klimaanlage ist es, die Raumtemperatur auf ein erträgliches Maß zu kühlen. Doch moderne Geräte üben häufig weitere Funktionen aus: So können sie durch die Wohnraumlüftung für Frischluftzufuhr sorgen, die Luftfeuchtigkeit regulieren oder unerwünschte Bestandteile (wie Pollen) aus der Raumluft filtern. So manches Klimagerät trägt im Winter auch zur Raumheizung bei. Wer über den Kauf einer Klimaanlage nachdenkt, sollte sich daher im Klaren darüber sein, welche Anforderungen das Gerät erfüllen soll. Darüber hinaus spielen auch die baulichen Voraussetzungen eine Rolle. Manche Gerätetypen sind nachträglich nur schwer zu installieren und müssen daher bereits beim Bau eines Hauses berücksichtigt werden. Eine Typisierung von Klimageräten ist schwierig, da mittlerweile ein breites Spektrum von Modellen am Markt ist. Grob unterscheidet man folgende Varianten:

  • Zentrale Klimaanlagen für das gesamte Gebäude
  • Monoblock-Geräte
  • Split-Klimaanlagen
  • Wärmepumpen zum Kühlen

Im Privathaushalt spielen jedoch vor allem die mobilen Geräte (Monoblock) und die Split-Anlagen eine Rolle. Hier können jedoch auch Wärmepumpen zum Kühlen im Sommer eingesetzt werden. 

Hand über einer Klimaanlage
© adrian_ilie825 / Fotolia

Unterschiedliche Arten der Klimaanlage - passend auswählen

Grundsätzlich lässt sich zwischen den fest installierten Klimaanlagen und den mobilen Geräten unterscheiden. Je nach Umfang der Funktionen lassen sich dann jeweils verschiedene Modelle herausstellen. Was es dabei jeweils prinzipiell zu beachten gilt, zeigen die folgenden Abschnitte. 

Fest installierte Klimaanlagen zur effizienten Gebäudekühlung

Bei einer zentralen Klimaanlage erfolgt die Konditionierung der Luft (also die Luft in einem bestimmten Zustand bringen oder halten) in einem einzigen Zuluft-Abluft-Gerät, das sich auch in den Kellerräumen des Hauses befinden kann. Das Gerät enthält einen Kompressor, der ein sogenanntes Kältemittel verdichtet und verflüssigt. Beim anschließenden Verdampfen entzieht das Kältemittel der vorbei strömenden Luft Wärmeenergie. Die so gekühlte Luft wird durch Kanäle in die einzelnen Räume geleitet. Häufig übt das Gerät weitere Funktionen aus, indem es für Frischluftzufuhr sorgt, die Luftfeuchtigkeit reguliert oder die einströmende Luft filtert. Eine zentrale Vollklimaanlage gilt als energieeffiziente und bewährte Lösung, der nachträgliche Einbau in ein bestehendes Gebäude ist jedoch meist zu aufwendig.

Split-Klimageräte: Ein Wanddurchbruch setzt das Einverständnis des Vermieters voraus

Eine weitere Möglichkeit der Raumklimatisierung stellen fest installierte, dezentrale Anlagen dar, die über einen Innen- sowie einen Außenteil verfügen. Sie werden auch als Splitgeräte bezeichnet. Der Innenteil kühlt die Raumluft, der Außenteil dient der Abfuhr der warmen Luft. Montiert wird die Anlage in einem Wanddurchbruch. Auch das Nachrüsten eines bestehenden Hauses mit einer Klimaanlage ist auf diese Weise möglich. Es handelt sich jedoch um einen baulichen Eingriff in die Gebäudesubstanz, der in einer Mietwohnung das Einverständnis des Vermieters voraussetzt. Die Effizienz ist gegenüber einer zentralen Klimaanlage sicherlich geringer, aber sie bringt im Vergleich zu den mobilen Geräten einige Vorteile. Die Lärmbelästigung ist geringer, da sich der für die Funktion notwendige Kompressor in der Außeneinheit befindet.

Mobile Geräte: Günstig, aber oft energetisch ineffizient

Neben fest montierten Klimageräten sind auch zahlreiche Kleingeräte am Markt, die in der Anschaffung relativ günstig sind und kaum Montageaufwand erfordern. Sogenannte mobile Monoblock-Geräte vereinen Kühlfläche und Wärmeableitung in einem Gerät, die Abluft wird durch einen Schlauch über das geöffnete Fenster nach draußen geleitet. Der große Nachteil ist, dass durch diese Fensteröffnung beständig neue warme Luft in den Raum gelangt, die dann wiederum gekühlt werden muss. Diese Geräte sind zwar günstig in der Anschaffung, bei häufigem Einsatz jedoch energetisch ineffizient. Viele Nutzer stört zudem das Betriebsgeräusch - gerade in Schlafräumen. Gut geeignet sind diese Kleingeräte jedoch, falls ein Raum nur an wenigen Hitzetagen gekühlt werden soll. 

Wärmepumpe zum Kühlen

Wie oben beschrieben, kann auch eine Wärmepumpe nicht nur für Wärme im Winter, sondern auch für eine angenehme Kühlung im Sommer fungieren. So können Luft-Wasser-Wärmepumpen umkehrbar bzw. reversibel eingesetzt werden. Dabei kommen Fußbodenheizungen oder Gebläsekonvektoren als Kühlelement zum Einsatz. Wasser-Wasser- und Erdwärmepumpen können ebenso kühlen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag: Kühlung mit der Wärmepumpe.

Vor- und Nachteile einer Klimaanlage im Überblick

Was spricht nun für, was gegen eine Klimaanlage? Ein großer Pluspunkt ist der erhöhte Wohnkomfort an Hitzetagen - denn wenn die Temperaturen über die 30-Grad-Marke steigen, nehmen Leistungsfähigkeit und subjektives Wohlbefinden rapide ab. Andererseits sind die Anschaffungskosten sowie die laufenden Energiekosten zu bedenken, die sich je nach Gerät stark unterscheiden. Um einen effizienten und vor allem hygienischen Betrieb zu gewährleisten, ist außerdem eine regelmäßige Wartung der Klimaanlage unerlässlich, insbesondere bei fest installierten Anlagen, die mit einer Lüftungsanlage verknüpft sind. Grundsätzlich gilt: Eine zentrale Klimaanlage sollte jährlich vom Fachmann überprüft und gereinigt werden.

Das große Manko an allen Klimaanlagen ist bislang immer noch der hohe Kostenfaktor. Denn mobile Geräte mögen auf den ersten Blick günstig erscheinen, da sie nur ein paar hundert Euro in der Anschaffung kosten. Aber die Betriebskosten können beträchtlich ausfallen. Das gilt vor allem für all jene Geräte, die keine sehr gute Effizienzklasse aufweisen. Die Stromkosten sind vergleichsweise hoch, vor allem in Anbetracht dessen, dass die Wirkung häufig nicht so hoch ist, wie man es gerne hätte. 

Alternativen zur Klimaanlage

Grundsätzlich sollten andere Maßnahmen zum Kühlen der Wohnräume zunächst betrachtet werden. Das heißt, nur in den kühlen Morgen- und Nachtstunden zu lüften und ansonsten die Fenster geschlossen halten, um die Wärme draußen zu lassen. Aber auch das Verdunkeln hilft, also Rolllos und Jalousien zu schließen. Weitere Tipps zeigen wir ihnen in der nachfolgenden Infografik:

Eine Infografik zum Thema Wohnung kühlen
© heizung.de
Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Eine moderne Klimaanlage sorgt für angenehm konditionierte Raumluft. Neben zentralen Anlagen stehen verschiedene dezentrale Geräte zum nachträglichen Einbau sowie mobile Kleingeräte zur Verfügung. Wer über eine Raumklimatisierung nachdenkt, sollte die jeweiligen Vor- und Nachteile gründlich abwägen.
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