Wohnraumlüftung: Mehr Sicherheit und Komfort

Im Neubau und in der Sanierung sind die Anforderungen an die energetische Qualität von Wohnhäusern in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Gebäude werden immer dichter. Innere Lasten wie Schadstoffe, Gerüche oder Feuchtigkeit können aber oft nicht mehr von selbst reguliert werden. Die Folge: Immer öfter werden Anlagen zur Wohnraumlüftung nötig, um die eigene Wohnung ausreichend zu lüften. Denn nur so können Verbraucher schlechter Luft und Schimmel vorbeugen. Wann eine Wohnraumlüftung benötigt wird, wie sie funktioniert, welche Arten es gibt und wie das Lüften der Wohnung sogar dabei helfen kann, die Heizkosten zu senken, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Warum ist eine Wohnraumlüftung in energieeffizienten Gebäuden wichtig?

Lüftungsanlage im Keller für die Wohnraumlüftung
© Viessmann

Denkt man an ältere Häuser, waren diese eher selten mit Anlagen zur Wohnraumlüftung ausgestattet. Mit Ausnahme von innen liegenden Bädern oder Küchen, war das auch nicht notwendig. Denn über Fenster, Türen oder sonstige Undichtigkeiten in der Gebäudehülle, strömte immer ausreichend frische Außenluft ins Innere.

Da das Einströmen der Außenluft, die an besonders kalten Wintertagen auch einmal weniger als Minus zehn Grad Celsius haben kann, aber zu einem hohen Energieverbrauch führt, soll diese unkontrollierte Luftzirkulation heute vermieden werden. Bei Neubauten und Sanierungen funktioniert das zum Beispiel durch dichte Fenster und eine luftdichte Bauweise. Dazu kann man überlegen, die Wohnraumlüftung im Winter abzuschalten.

Das Problem dabei ist jedoch, dass nun kaum noch Außenluft auf natürlichem Wege durch das Gebäude strömt. Schadstoffe aus Möbeln, Gerüche aus Küchen und Bädern sowie ein großer Teil der Feuchtigkeit, die tagtäglich an die Luft abgegeben wird, können somit nicht mehr abgebaut werden und bleiben im Raum. Ohne eine Wohnraumlüftung, die kontinuierlich für eine ausreichende Durchspülung mit frischer Außenluft sorgt, könnte die Konzentration so stark steigen, dass die Lufthygiene erheblich beeinträchtigt wird. Auch die Gefahr von feuchtebedingten Schäden wie Schimmel nimmt immer weiter zu. Deshalb kann eine Anlage zur Wohnraumlüftung gegen Schimmel helfen. Gleichzeitig verursacht eine falsch eingestellte Anlage zu trockene Luft. Wie Sie dieses Problem in den Griff bekommen können, lesen Sie im Beitrag "Wohnraumlüftung und Luftfeuchtigkeit". 

Wie funktioniert eine Wohnraumlüftung?

Darstellung des zentralen Lüftungssystems eines Hauses für die Wohnraumlüftung
Wohnraumlüftung mit Zentralgerät und Luftverteilung im Gebäude (A: Abluftnut, B: Zuluft, C: Fortluft, D: Außenluft) (© Viessmann)

Ein Wohnraumlüftungsgerät hat die Aufgabe, alle Räume eines Gebäudes oder einer Wohnung mit ausreichend Außenluft zu versorgen. Während die frische Luft dabei in Aufenthaltsräumen wie Wohnzimmern oder Kinderzimmern – den Zuluft-Räumen – eingebracht wird, saugt die Wohnraumlüftung verbrauchte und belastete Luft aus Küchen und Bädern – den Ablufträumen – ab. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass zum Beispiel unangenehme Gerüche die Luftqualität in Aufenthaltsräumen stören.

Funktion der Wärmerückgewinnung hilft, Heizkosten zu sparen

Eine Besonderheit der Funktionsweise der Wohnraumlüftung ist die Möglichkeit, die Wärme der verbrauchten Abluft zum Vorwärmen der kalten Außenluft zu verwenden. Ganz ohne die Heizung kann die Außenluft, die im Winter auch einmal Minus 14 Grad Celsius haben kann, auf über Plus zehn Grad Celsius vorgewärmt werden. Voraussetzung ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, bei der Zu- und Abluft zur Wohnraumlüftung unmittelbar aneinander vorbeigeführt werden. Alternativ kann mit der warmen Abluft auch ein Speicherstein erwärmt werden. Wird zeitversetzt die kalte Außenluft über diesen geführt, nimmt sie die Energie auf und wird warm. Diese Variante der Wärmerückgewinnung findet man häufig bei dezentralen Anlagen zum Lüften der Wohnung. Wie der Einbau in beiden Fällen aussehen kann, erfahren Sie im Beitrag "Wohnraumlüftung verlegen".

Diese Art der Lüftungstechnik ist demnach in der Lage, der Abluft Wärme zu entziehen und sie an die Zuluft weiterzugeben. Das bedeutet, die Zuluft muss weniger aufgeheizt werden. Diese sogenannte Wärmerückgewinnung hilft somit aktiv, Heizkosten zu senken.

Ein Blower-Door-Test macht undichte Stellen sichtbar

Damit eine Wohnraumlüftungsanlage installiert werden kann, ist es wichtig, dass die Außenhülle des Gebäudes winddicht ist. Gleiches gilt für den Betrieb einer Wohnraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Denn nur, wenn die Gebäudehülle dicht ist, können Energieeinsparungen erzielt werden. Um die Dichtheit der Gebäudeaußenhülle zu überprüfen, kann ein Blower-Door-Test durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Tests wird unter Zuhilfenahme eines Gebläses in den Wohnräumen ein Über- bzw. Unterdruck erzeugt, so dass undichte Stellen lokalisiert und die Menge der ausströmenden Luft gemessen werden können.

Vergleich: Möglichkeiten zur Wohnraumlüftung

Geht es darum, die eigene Wohnung zu lüften, unterscheidet man generell zwischen der freien und der ventilatorgestützten Lüftung. Bei der freien Wohnraumlüftung zirkuliert die Luft in der Wohnung mit natürlichem Antrieb. Möglich ist das zum Beispiel dann, wenn Zuluft- und Abluftöffnungen – in die Fassade eingebaute Gitter – auf zwei gegenüberliegenden Gebäudeseiten angeordnet sind. Angetrieben von den unterschiedlichen Windverhältnissen, strömt die Luft dabei unkontrolliert von der luftzu- zur luftabgewandten Seite. Die freie Lüftung kann nicht mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet werden.

Deutlich besser für eine hohe Lufthygiene ist die ventilatorgestützte Wohnraumlüftung mit Zuluft und Abluft. Denn dabei sorgt mindestens ein Ventilator für das ausreichende Lüften der Wohnung. Je nach Luftführung unterscheidet man dabei noch einmal zwischen der dezentralen und der zentralen Lüftung. 

Dezentrale Wohnraumlüftungsanlage mit platzsparenden Geräten für die Sanierung

Kennzeichen für eine dezentrale Wohnraumlüftung ist, dass einzelne Räume oder Wohnungen in einem Haus voneinander unabhängig belüftet werden können. Dabei werden einzelne Lüftungsgeräte direkt in der Außenwand einer Wohnung installiert. Ausgestattet mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung schalten die Geräte regelmäßig zwischen Zu- und Abluftbetrieb um. Das heißt, sie befördern abwechselnd frische Luft nach innen und kalte Luft nach außen. Durch die kleinen Geräte, die sich zum Beispiel bei einer Sanierung unkompliziert nachrüsten lassen, erreichen dezentrale Anlagen zur Wohnraumlüftung oft nur geringe Leistungen. Auch die Wärmerückgewinnung ist durch den Wechselbetrieb nur eingeschränkt möglich.

Vor- und Nachteile der dezentralen Wohnraumlüftung

Vorteile dezentraler WohnraumlüftungNachteile dezentraler Wohnraumlüftung
niedrige Anschaffungskostenkleine Größe = geringe Luftleistung
Belüftung einzelner Räume/Wohnungen möglichbei mehreren Geräte hohe Investition
platzsparend, ohne Kanalnetz in Außenwand integrierbareingeschränkte Effizienz der Wärmerückgewinnung

Zentrale Lüftung mit verzweigten Kanälen und effizienter Wärmerückgewinnung

Anlage zur Wohnraumlüftung im Keller eines Hauses
© Viessmann

Bei der zentralen Wohnraumlüftung wird sowohl die Zuluft, als auch die Abluft eines Hauses oder einer Wohnung über ein zentrales Gerät geführt. Dieses befindet sich meist im Keller, dem Dachboden oder im Bereich einer abgehängten Decke. Es ist außerdem über ein verzweigtes Kanalnetz mit den Luftdurchlässen im gesamten Gebäude verbunden. Die frische Außenluft wird über einen Dach- oder Fassadenanschluss angesaugt, gefiltert und über das Lüftungsgerät geführt. Je nach Gerät kann sie hier beheizt, gekühlt, befeuchtet oder entfeuchtet und anschließend zum Zuluftraum transportiert werden. Die verbrauchte Abluft wird hingegen in Bädern und Toiletten-Räumen abgesaugt, über ein Kanalnetz zur Wohnraumlüftung transportiert und von dieser nach außen befördert.

Während die kalte Außenluft und die warme Abluft im Lüftungsgerät aneinander vorbei strömen, lässt sich die Wärme der Abluft besonders effizient rückgewinnen und auf die Außenluft übertragen. Im Vergleich zu dezentralen Geräten zur Wohnraumlüftung, die oft unkompliziert im Altbau installiert werden können, ist es aufwendiger, die zentralen Anlagen, inklusive Kanalnetz, in die bestehende Architektur zu integrieren.

Vor- und Nachteile der zentralen Wohnraumlüftungsanlage

Vorteile zentraler WohnraumlüftungNachteile zentraler Wohnraumlüftung
optimale Lüftung, auch bei hohen Lastenhoher Platzbedarf, da Kanalnetz benötigt wird
hohe Effizienz der Wärmerückgewinnunghöhere Kosten für Anschaffung und Installation
Kombination: heizen, kühlen, befeuchten, entfeuchten

Zusammengefasst: zentrale und dezentrale Wohnraumlüftung im Vergleich

Wie gezeigt kann grundsätzlich zwischen der zentralen und dezentralen Wohnraumlüftungsanlagen unterschieden werden. Hier die markanten Merkmale beider Varianten noch einmal auf einen Blick:

  • Zentrale Lüftung: Bei einer zentralen Lüftung versorgt ein Gerät alle Räume mit Frischluft. Diese wird über ein Netz von Lüftungskanälen zu ihrem vorgesehenen Einsatzort geleitet. Die zentrale Lüftungstechnik arbeitet sehr effizient, hat aber einen großen Platzbedarf. Des Weiteren ist sie in der Anschaffung teurer als eine dezentrale Lüftung.
  • Dezentrale Lüftung: Bei einer dezentralen Lüftung sind einzelne Geräte für den Luftwechsel in den Räumen zuständig. Diese Lüftungstechnik lässt sich meist ohne Aufwand installieren. Ihr Wirkungsgrad ist aber im Vergleich zu der zentralen Lüftungstechnik relativ niedrig. Dafür halten sich die Anschaffungskosten in Grenzen.

Wohnraumlüftungsvorschriften: Wo und wie sind diese geregelt?

Die Energieeinsparverordnung, die im aktuellen Stand von 2014 gültig ist, regelt Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden. Diese beziehen sich dabei sowohl auf die wärmeumschließende Hülle als auch auf die installierte Anlagentechnik. In Paragraph sechs fordert die Verordnung die Dichtheit von Gebäuden. Dabei heißt es, dass die Hüllflächen neu zu errichtender Häuser dauerhaft luftdicht sein sollen.

Da das in der Praxis zu einigen Komplikationen führen kann, gibt es im zweiten Abschnitt des gleichen Paragraphen eine Wohnraumlüftungsvorschrift. Dabei müssen die Gebäude so ausgeführt sein, dass der für Gesundheit und Beheizung notwendige Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

Das Fensterlüften ist die wohl bekannteste Lüftungstechnik.
© WoGi / Fotolia

Wohnraumlüftung: Vorschriften zu den Luftwechselraten

Geht es um die Höhe des Mindestluftwechsels, gehen verschiedene Wohnraumlüftungsvorschriften von einem Wert von 0,5 aus. Das heißt, dass die Hälfte des Luftvolumens in einem Raum, einer Wohnung oder einem Haus mindestens einmal pro Stunde durch frische Außenluft zu ersetzen ist. Das fordert sowohl die DIN 4106 Teil 2 „Mindestanforderungen an den Wärmeschutz zur Vermeidung von Tauwasser und unhygienischen Raumluftverhältnissen sowie den sommerlichen Wärmeschutz“ als auch die zur Heizlastberechnung nötige DIN 12831 „Heizungsanlagen in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast“. Dementsprechend sollten Sie Ihre Wohnraumlüftung einstellen lassen.

DIN 1946 Teil 6 fordert Lüftungskonzept bei Neubau und Sanierung

Eine der wichtigsten Wohnraumlüftungsvorschriften ist die oben bereits erwähnte DIN 1946 Teil 6 mit dem Namen „Lüftung von Wohnungen - Allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, Ausführung und Kennzeichnung, Übergabe/Übernahme (Abnahme) und Instandhaltung“. Ganz konkret fordert die Norm dabei ein sogenanntes Lüftungskonzept. Dieses zeigt, ob technische Maßnahmen zur Einhaltung des Mindestluftwechsels nötig sind und gilt als Pflicht in jedem Neubau. Geht es um eine energetische Sanierung, müssen Haubesitzer das Konzept nur erstellen lassen, wenn sie:

  • im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Fenster tauschen oder mehr als ein Drittel der Dachfläche abdichten.
  • im Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der Fenster abdichten.

Weitere Vorschriften zur Wohnraumlüftung im Überblick

Neben den bereits vorgestellten Normen und Verordnungen, gibt es heute zahlreiche weitere Wohnraumlüftungsvorschriften. Einige Beispiele dafür sind die:

  • DIN 18017 Teil 3 zur Belüftung fensterloser Bäder
  • DIN EN 13141 für Anforderungen an die Bauteile der Lüftungstechnik
  • VDI 6022 für Hygieneanforderungen an Lüftungsanlagen und Raumluft
  • DIN EN 13779 für Anforderungen an die Luftqualität in Nichtwohngebäuden

Übrigens: Es ist nicht verboten, wenn Anlagenbesitzer die Wohnraumlüftung ausschalten möchten, etwa um Kosten zu sparen. Es hat allerdings mehrere Nachteile, wie zum Beispiel zunehmendes Risiko für Schimmelbildung und Komforteinbuße. 

Kosten für zentrale und dezentrale Lüftungstechnik

Je nach Lüftungstechnik, Raumgrößen, Regionen und nicht zuletzt Strompreisen variieren die Kosten für eine Lüftungsanlage. Generell gilt, dass eine dezentrale Lüftung günstiger ist als eine zentrale Lüftung. Für ein Einfamilienhaus muss mit Kosten in Höhe von circa 1.000 bis 2.500 Euro gerechnet werden. Soll dasselbe Objekt mit einer zentralen Lüftung ausgestattet werden, steigen die Kosten auf 4.500 bis 7.000 Euro. Die genaue Höhe hängt auch von der Anzahl der Zimmer ab.

Preise für dezentrale Lüftungsanlagen

Dezentrale Lüftungsanlagen eignen sich vor allem bei einer Sanierung oder zur Belüftung einzelner Räume. Sie bestehen aus mehreren einzelnen Geräten, die sich in der Regel direkt in der Fassade, im Dach oder im Fenster befinden. Neben dem reinen Abluftbetrieb, bei dem Luft aus dem Haus gesaugt wird, können die Anlagen auch im Zu- und Abluftbetrieb arbeiten. Dabei führen sie verbrauchte Luft ab und holen frische ins Haus. Ausgestattet mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung übertragen sie dabei thermische Energie der Abluft auf die frische Luft und wärmen diese vor. Das spart nicht nur Heizkosten, sondern verhindert auch störende Zugerscheinungen durch kalte Luft. Die Wohnraumlüftungs-Kosten (bezogen auf eine komplette dezentrale Anlagen und nicht auf ein einzelnes Wohnraumlüftungsgerät) ergeben sich wie folgt:

  • dezentrale Wohnungslüftung im reinen Abluftbetrieb: 1.500 bis 2.500 Euro
  • dezentrale Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung: 2.000 bis 5.000 Euro

Anlagen zur Belüftung einzelner Räume gibt es oft schon für weniger als 500 Euro zu kaufen.

Geldscheine und -stücke, um die Wohnraumlüftungs-Kosten mit Fördermitteln zu senken
© Grecaud Paul | Fotolia

Wohnraumlüftungskosten für zentrale Anlagen

Zentrale Lüftungsanlagen bestehen nur aus einem Gerät. Dieses organisiert alle Luftbewegungen und ist mit einem Luftverteilsystem verbunden. Im Beitrag Wohnraumlüftung verlegen zeigen wir, wie sich die Kanäle im Haus unterbringen lassen. Genau wie dezentrale, können auch zentrale Anlagen im Zu-, Abluft oder Zu- und Abluftbetrieb arbeiten. Sie gewinnen die Wärme der verbrauchten Abluft besonders effizient zurück und sperren Geräusche und Verschmutzungen wirksam aus. Darüber hinaus können zentrale Lüftungsgeräte andere Luftbehandlungsfunktionen realisieren. Möglich ist dabei nicht nur das Erwärmen oder Kühlen, sondern auch das Be- oder Entfeuchten. Entscheiden sich Hausbesitzer für eine zentrale Abluftanlage, lässt sich diese auch mit einer Wärmepumpe kombinieren. Diese nutzt die überschüssige Wärme dabei für die Heizung oder die Erwärmung des Trinkwassers. Die Wohnraumlüftungs-Kosten zentraler Anlagen ergeben sich wie folgt:

  • zentrale Lüftungsanlagen für den Abluftbetrieb: 2.000 bis 3.500 Euro
  • Abluftanlagen in Kombination mit einer Wärmepumpe: 6.000 bis 13.000 Euro
  • Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung: 4.000 bis 10.000 Euro

Wohnraumlüftung: Kosten mit einer Förderung senken

Immer dann, wenn sich Sanierer für eine Lüftungsanlage entscheiden, fördert der Staat die Technik mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Vergeben werden diese von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Konkret gibt es dabei:

  • Darlehen mit niedrigen Zinsen und einem Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent über das KfW-Programm mit der Nummer 152
  • Zuschüsse in Höhe von zehn Prozent über das KfW-Programm mit der Nummer 430

Verbessen Sanierer außerdem auch die Gebäudehülle durch eine Dämmmaßnahme oder neue Fenster, bietet die Bank bessere Konditionen. So steigt der Tilgungszuschuss auf 12,5 Prozent, während der reguläre Zuschuss auf 15 Prozent ansteigt.

Voraussetzungen für Darlehen und Zuschüsse

Fördermittel gibt es generell für bedarfsgeregelte zentrale Abluftanlagen, Systeme mit Wärmerückgewinnung und Lüftungsanlagen in Kombination mit einer Wärmepumpe. Wichtig ist dabei, dass der Bauantrag des Gebäudes bereits vor dem 01.02.2002 gestellt wurde. Darüber hinaus sind die Wohnraumlüftung-Kosten nur anrechenbar, wenn die Technik mit einer effizienten Wärmerückgewinnung und stromsparenden Ventilatoren ausgestattet ist. Während Hausbesitzer die Luftdichtheit ihrer Gebäude mit einem Blower-Door-Test nachweisen müssen, sind nur Lüftungsgeräte förderbar, die auch den Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie entsprechen.

Fördermittel für die Lüftung richtig beantragen

Erfüllen Hausbesitzer die Voraussetzungen, können sie die Wohnraumlüftung-Kosten mit KfW-Fördermitteln deutlich senken. Während sie sich dabei für einen Kredit an die eigene Hausbank wenden müssen, funktioniert die Beantragung der Zuschüsse einfach online. Wichtig ist, dass Hausbesitzer die Mittel zusammen mit einem Energieberater vor dem Beginn der Bauarbeiten beantragen.

Ist die Wohnraumlüftung im Vergleich zur Fensterlüftung also besser?

Viele Hausbesitzer bezweifeln den Sinn einer Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung. Denn sie wissen, dass der nötige Luftaustausch auch über die Fenster möglich ist. Ein Nachteil dabei: Vor allem in der kalten Jahreszeit müssen diese oft drei- bis viermal täglich für fünf bis zehn Minuten voll geöffnet werden. Das sogenannte Stoßlüften ist zeitaufwendig und zudem mit höheren Heizkosten verbunden. Geht es um die Wohnraumlüftung im Vergleich zur Fensterlüftung, arbeiten die mechanischen Anlagen sicherer und effizienter. Sie lassen nie mehr Luft als nötig entweichen und können dieser sogar ihre Restwärme entziehen. Außerdem sorgen die Systeme dafür, dass laute Geräusche, Pollen oder andere Verschmutzungen nicht in das Haus gelangen.

Übrigens: Ein sogenanntes Lüftungskonzept kann lüftungstechnische Maßnahmen vorschreiben, wenn Verbraucher ein Haus bauen, die alten Fenster tauschen oder das vorhandene Dach sanieren. Denn dabei steigt die Dichtigkeit und anfallende Feuchte kann von allein nicht mehr ausreichend beseitigt werden.

Darüber hinaus ist die natürliche Lüftungstechnik kostenlos, zumindest bei der Fenster- und Fugenlüftung. Das ist ihr entscheidender Vorteil. Viele Bauten und Objekte bekommen aber mit der natürlichen Lüftungstechnik nicht ausreichend Frischluft. Freie Lüftung ist außerdem keine zulässige Lösung zum Feuchteschutz. Geregelt wird das in der DIN 1946 – 6. Hier muss mit mechanischer Lüftung nachgeholfen werden. Letzteres ist zwar immer mit Kosten verbunden, auf lange Sicht überwiegen die Vorteile dieser Technik aber. Denn Frischluft ist nicht nur notwendig, Frischluft ist auch eine Voraussetzung für gute Lebensqualität.

Haben Sie gut aufgepasst? Dann testen Sie ihr Wissen zum idealen Raumklima in unserem Raumklima-Quiz und im Quiz zur Wohnraumlüftung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Durch immer höhere Anforderungen an die Energieeffizienz wachsen die technischen Herausforderungen, die im Betrieb moderner Häuser entstehen. Eine Anlage zur Wohnraumlüftung ist dabei eine optimale Ergänzung zur effizienten Heiz- und Gebäudetechnik. Sie garantiert beste Luftverhältnisse, schützt vor Schimmel und senkt außerdem die Heizkosten.
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