Zentrale Lüftungsanlage sorgt für hohen Wohnkomfort

Mit einer zentralen Lüftungsanlage wird bei einer energetischen Dämmung ein hoher Komfortstandard erzielt. Weiterhin arbeiten diese Anlagen, entgegen landläufigen Vorurteilen, ausgesprochen energiesparend und verwerten aktiv die im Raum enthaltene Wärme. Umweltschonend ist sie zusätzlich noch, da CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. Eingesetzt wird solch eine zentrale Lüftungsanlage meist in Neubauten, da selbst sanierten Altbauten oftmals ein ausreichender Dämmstandard fehlt.

Wie funktioniert eine zentrale Lüftungsanlage?

Die Funktionsweise eines solchen Systems ist relativ einfach erklärt. Das Fundament liefert ein großer, in mehreren Stufen einstellbarer Ventilator. In einzelnen Zimmern werden zudem Abluftklappen installiert, damit diese Anlage tatsächlich jeden Bereich der verfügbaren Wohnfläche erreicht. Damit diese nicht stören, sind sie außerhalb des Betriebs luftdicht abgeschlossen und außerdem immer schallgedämmt. Der Ventilator, der sich um die Belüftung und die Abluft sorgt, steuert sich dann wahlweise manuell oder automatisiert über Sensoren.

Steuerung über Sensoren

Besonders eine Steuerung über Sensoren sorgt für eine möglichst effiziente Nutzung der Lüftungsanlagen. Sie lassen sich bei der zentralen Variante ebenso wie bei der dezentralen Alternative einsetzen. Die Sensoren ermitteln verschiedene Werte in Echtzeit, unter anderem die aktuelle Feuchtigkeit in der Luft, die Temperatur oder sogar die Qualität der Raumluft. Bei Bedarf schaltet sich das System dann ein und sorgt für einen Luftabzug, ohne dass Mieter oder Eigentümer dafür eigenständig die nötigen Schritte veranlassen müssen.

Wärmepumpe als Komponente der zentralen Lüftungsanlage

Eine weitere Komponente, die speziell für eine zentrale Lüftungsanlage verwendet wird, ist eine Wärmepumpe. Die Anlagen verfügen über eine sogenannte Energierückgewinnung, bei der der Abluft Energie entzogen und im nächsten Schritt der normalen Heizung zugeführt wird. Solche Systeme rentieren sich oft erst bei Mehrfamilienhäusern. Die zentrale Lüftungsanlage kann zudem lediglich als Abluftanlage oder als Zu- und Abluftanlage konzipiert sein. Letztere sorgt nicht nur für den Abzug der verbrauchten Luft, sondern direkt auch für neue Zuluft. Mitunter wird die zugeführt Luft dabei noch temperiert, ent- oder befeuchtet beziehungsweise gereinigt.

Abbildung einer Zentralen Lüfungsanlage
© Leslie | Fotolia

Die typischen Kosten für eine zentrale Lüftungsanlage

Hinsichtlich der Kosten erfolgt eine Unterteilung in laufende Kosten und reine Anschaffungskosten. Zentrale Lüftungsanlagen sind in der Anschaffung und im Einbau teurer. Hier ist mit mindestens 8.000 Euro zu rechnen. Im Vergleich: Eine dezentrale Lüftungsanlage gibt es schon ab etwa 2.500 Euro. Weiterhin sollte man bei einer zentralen Lüftungsanlage mit laufenden Kosten von etwa 150 Euro pro Jahr kalkulieren. Zugleich reduziert sie aber die Heizkosten.

Anschaffungskosten lassen sich effektiv durch die Nutzung von Fördermitteln reduzieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt Förderungen und/oder zinsgünstige Kredite, sofern die zu installierende Anlage die Vorgaben erfüllt. Aufgrund der sehr speziellen und detaillierten Vorgaben, sind diese im Vorfeld zu überprüfen. Der beauftragte Dienstleister kann Ihnen mitunter ebenfalls einen Überblick liefern, ob und in welcher Höhe eine Förderung für die geplante Anlage beansprucht werden könnte.

Vor- und Nachteile der zentralen Lüftungsanlage

Weil Abluft aufbereitet und ins Heizsystem eingeführt wird, lassen sich hohe Energieeinsparungen erzielen. Der Geräuschpegel der zentral verbauten Anlagen ist zudem niedriger als bei den dezentralen Varianten. Richtig geplant, besteht keinerlei Gefahr für einen Luftkurzschluss. Die Zuluft kann mit entsprechenden zusätzlichen Installationen aufbereitet werden, zudem lassen sich Räume immer einzeln und separat voneinander regulieren.

Nachteile entstehen durch die hohen Anschaffungskosten. Zudem kann eine zentrale Lüftungsanlage vorwiegend in Neubauten verwendet werden. In Altbauten müssen dafür kostspielige Umbaumaßnahmen und überdurchschnittlich gute Dämmungen erfolgen. Der bauliche Aufwand ist für eine zentrale Lüftungsanlage insgesamt eher hoch, ebenso wie der Aufwand für regelmäßige Wartungen. Dieser erhöht sich weiter, wenn die Zuluft aufbereitet wird.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine korrekt verbaute zentrale Lüftungsanlage birgt zahlreiche Vorzüge und steigert den Wohnkomfort vor allem im Sommer erheblich, wenn sie mit einer Wärmepumpe kombiniert wird, wobei sie oftmals nur bei Neubauten tatsächlich ihre Stärken voll ausspielen kann.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 24. Juni 2018

Was müsste passieren, damit in Zukunft mehr Wärmepumpen in Betrieb genommen werden? Lesen Sie die Antwort auf diese und weitere Fragen von Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe e.V.. weiterlesen

Vom 23. Juni 2018

Umweltfreundlich leben, ohne dabei Verzicht üben zu müssen. Wie das geht, lesen Sie unserem heizung.de Tipp des Monats mit inhaltlichem Bezug zum internationalen Tag der Umwelt. weiterlesen

Vom 20. Juni 2018

Eine Rasenheizung sorgt dafür, dass Fußballspiele auch dann stattfinden, wenn die Außentemperatur unter dem Gefrierpunkt liegen. Erfahren Sie hier mehr über diese besondere Technik.  weiterlesen

Vom 18. Juni 2018

Den richtigen Installateur zu finden, ist gar nicht so einfach. Hier finden Sie alle relevanten Informationen, worauf Sie bei der Suche achten sollten und wie Sie auf dem schnellsten Weg zum Ergebnis kommen.  weiterlesen

News article img

Artikelbewertung