Wohnraumlüftungs-Vorteile und Nachteile

Um das Thema Lüftung ranken sich heute viele Mythen und Irrtümer. So sprechen Kritiker immer wieder von Nachteilen, die in der Praxis eigentlich gar keinen Bestand haben. Aber welche sind das? Wir haben genauer hingesehen und geben einen Überblick über Mythen und Irrtümer. Außerdem zeigen wir, worin die Wohnraumlüftungs-Vorteile und Nachteile wirklich liegen.

Mythen und Irrtümer über Lüftungsanlagen

Um kaum ein Thema ranken sich heute so viele Mythen und Irrtümer, wie um die Lüftungstechnik im Wohnhaus. So denken zum Beispiel viele, dass sie ihre Fenster bei einer Lüftungsanlage nicht mehr öffnen dürfen. Sie fürchten trockene Luft und hohe Heizkosten durch den kontinuierlichen Luftwechsel. All diese Aussagen stehen den eigentlichen Wohnraumlüftungs-Vorteilen aber entgegen, wie die folgenden Abschnitte zeigen.

Fenster müssen dauerhaft geschlossen bleiben

Eine häufige Angst in Bezug auf die Lüftungstechnik ist, dass Verbraucher ihre Fenster nicht mehr öffnen dürfen. Wahr ist jedoch nur, dass das Öffnen der Fenster nicht mehr nötig ist. Denn eine Lüftungsanlage führt Gerüche sowie Schadstoffe ab, während sie saubere und pollenfreie Luft nach innen holt. Vor allem Allergiker wissen diese Wohnraumlüftungs-Vorteile zu schätzen.

Über Lüftungsanlagen geht Heizwärme verloren

Das regelmäßige Lüften würde wertvolle Heizwärme direkt nach außen abführen, lautet ein weiterer Mythos zur Lüftungstechnik. Wahr ist das jedoch auch nur bedingt. Denn immer dann, wenn die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung funktioniert, macht sie die Wärme der Abluft technisch nutzbar. Sie überträgt sie auf die frische Außenluft und entlastet die Heizung sogar. Die dadurch sinkenden Heizkosten zählen dabei zu den Wohnraumlüftungs-Vorteilen.

Gesunde Luft und sinkende Heizkosten zählen zu den bedeutendsten Wohnraumlüftugs-Vorteilen

Trockene Luft macht die Wohnraumlüftungs-Vorteile zunichte

Kritiker bemängeln außerdem, dass die geringe relative Feuchte der Raumluft der Gesundheit schaden könnte. Wahr ist tatsächlich, dass trockene Raumluft die Atemwege reizt und Krankheiten hervorrufen könnte. Grund für das Phänomen ist aber nicht die Lüftung, sondern die Physik.

Denn kalte Außenluft kann absolut betrachtet nur wenig Wasser transportieren. Enthält ein Kilogramm Luft mit einer Temperatur von null Grad Celsius nur drei Gramm Wasser, hat es bereits eine relative Feuchtigkeit von etwa 90 Prozent. Mit steigender Temperatur steigt das Speichervermögen für Wasser. Ohne Befeuchtung sorgt das jedoch für eine sehr niedrige relative Feuchtigkeit. Wird die eben betrachtete Luft auf 20 Grad Celsius erwärmt, beträgt die relative Luftfeuchtigkeit dabei nur noch rund 20 Prozent.

In der Praxis tritt dieses Phänomen jedoch nicht nur bei Lüftungsanlagen auf. Es ist auch typisch für die Fensterlüftung in der kalten Jahreszeit. Einer der Wohnraumlüftungs-Vorteile ist hingegen die Konditionierung durch Feuchterückgewinnung oder aktive Befeuchtung.

Die Wohnraumlüftungs-Vorteile im Überblick

Anders als die Mythen vermuten lassen, ist die kontrollierte Wohnraumlüftung tatsächlich mit zahlreichen Vorteilen verbunden. So sorgen Filter und Schalldämpfer dafür, dass Geräusche und Schadstoffe nicht ins Haus kommen. Vor allem bei Allergikern und Menschen, die in einer lauten Umgebung leben, führt das zu einem höheren Wohlbefinden. Außerdem entsteht ein gesundes Raumklima, indem die Anlagen verbrauchte Raumluft durch frische und sauerstoffreiche Luft von außen ersetzen. Das schützt übrigens auch wirksam vor Schimmel, der vor allem in energiesparenden Gebäuden ohne richtiges Lüften häufig auftreten kann. Arbeiten Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, tragen sie darüber hinaus sogar zu sinkenden Heizkosten bei. Die folgende Liste zeigt die Wohnraumlüftungs-Vorteile im Überblick:

  • Filter und Schalldämpfer sperren Lärm und Schadstoffe aus
  • kontinuierlicher Luftwechsel sorgt für gesundes Raumklima
  • regelmäßiges Lüften wirkt dem giftigen Schimmel entgegen
  • die Wärmerückgewinnung senkt die Heizkosten spürbar

Die Nachteile der Wohnungslüftung

Wie viele Technologien ist auch die kontrollierte Lüftung mit Nachteilen verbunden. Diese liegen jedoch weniger in der Funktion, als im Preis für Anschaffung und Betrieb. So können vor allem bei der Installation einer zentralen Wohnungslüftung im Altbau erst einmal hohe Kosten anfallen. Vergünstigend wirken hier die Fördermittel, die der Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt. Geht es um die Nachteile, kritisieren einige Hausbesitzer auch die nötige Wartung. Dabei sind vor allem die Filter der Anlagen in regelmäßigen Abständen zu prüfen sowie zu reinigen oder zu ersetzen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Trotz weitverbreiteter Mythen hat die Lüftungstechnik zahlreiche Vorteile. So sorgt sie zum Beispiel für optimale Luftverhältnisse und wirkt der Bildung giftiger Schimmelpilze entgegen. Die Anlagen senken darüber hinaus auch die Heizkosten und sperren störenden Lärm wirksam aus. Mit den teilweise hohen Anschaffungskosten stehen den Wohnraumlüftungs-Vorteilen aber auch Nachteile entgegen.

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